Die Kremkauer Rekordmutterkuh mit ihrem Limousin-Kreuzungskalb auf der Weide. © Bernd Priegnitz

Wo die fruchtbarste Mutterkuh Sachsen-Anhalts steht

Mit 18 aufgezogenen Kälbern aus 16 Kalbungen gilt die Mutterkuh DE 15 008 05526 aus der Agrarproduktion Gemizu eG Kremkau im Landkreis Stendal als fruchtbarste aktive Mutterkuh Sachsen-Anhalts.

Von Bernd Priegnitz

Das hohe Alter und die 18 aufgezogenen Kälber sieht man der Mutterkuh DE 15 008 05526 aus der Agrarproduktion Gemizu eG Kremkau im Landkreis Stendal durchaus an. Allerdings zeichnet sich dieses Muttertier im Vergleich aller Kühe aus den Mitgliedsbetrieben des Kontroll- und Beratungsringes (KBR) Rindermast des Landeskontrollverbandes (LKV) Sachsen-Anhalts auch durch seine enorme Fruchtbarkeit, Robustheit und Langlebigkeit aus.

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Langlebige Kuhfamilie

Die fruchtbarste aktive Mutterkuh Sachsen-Anhalts präsentiert sich mit ihren 18 Jahren noch sehr ausgeglichen. Bei einer Zwischenkalbezeit von nur 369 Tagen brachte die Kuh bei 16 Kalbungen 18 Kälber zur Welt und zog diese auch selbst auf. Derzeit führt die Kreuzungskuh ein Färsenkalb von einem Angusbullen bei Fuß. Fünf Töchter der Kuh stehen als Mutterkühe im Betrieb und sprechen für eine langlebige Kuhfamilie.

Die Ehrung der Agrarproduktion Gemizu Kremkau eG für die fruchtbarste aktive Mutterkuh 2022 nahm Ronald Arnold (M.) von KBR-Berater Bernd Priegnitz (l.) und LKV-Geschäftsführer Dr. Hans-Jörg Rösler entgegen.
Die Ehrung der Agrarproduktion Gemizu Kremkau eG für die fruchtbarste aktive Mutterkuh 2022 nahm Ronald Arnold (M.) von KBR-Berater Bernd Priegnitz (l.) und LKV-Geschäftsführer Dr. Hans-Jörg Rösler entgegen. © KBR/LKV

Mutterkühe ganzjährig im Freiland

Von den 30 ältesten Mutterkühen des KBR Rindermast stehen sieben in der Kremkauer Genossenschaft, deren Namenszusatz Gemizu für Getreide, Milch und Zucker steht. Sie hält neben 400 Mutterkühen, 100 Mastfärsen und den 500 Mastbullen auch 315 Milchkühe samt Nachzucht. Das Unternehmen bewirtschaftet 1.000 ha Ackerland und 800 ha Grünland im Zentrum der Altmark. Hauptkulturen sind Weizen, Raps, Kartoffeln und Zuckerrüben. Auf den leichten Standorten wachsen Roggen und Triticale.

Das Grünland befindet sich hauptsächlich in der Niederung von Secantsgraben und Milde, einem ca. 25 km langen schlauchförmigen Areal an der Grenze der Kreise Stendal und Salzwedel. Die Niederung ist als FFH-Gebiet mit überregionaler Bedeutung für Wiesenbrutvögel eingestuft.

Die Mutterkühe stehen ganzjährig in der Secantsgraben-Niederung unter den dortigen anspruchsvollen Bedingungen – Trockenheit und Nässe, qualitativ guter und mäßiger Aufwuchs wechseln sich ab. Der erste Schnitt der besseren Bestände ist für das Milchvieh geeignet. Der restliche Aufwuchs wird über Umtriebsweide und Zufütterung im Winter als Grassilage durch die Mutterkühe genutzt. Über Schleppen, Walzen und eine Kombination von Mahd, Nachmahd und Beweidung wird versucht, unter den schwierigen Bedingungen in der Niederung einen entsprechenden Grünlandzustand zu erhalten.

Bewährte Kreuzungen

Rassenmäßig hat sich eine Kombination aus Limousin, Charolais und Angus – auch in Hinsicht auf die Weitermast der Absetzer im Betrieb – als die beste erwiesen. Der Angusanteil wird dabei sukzessive erhöht, da diese Tiere mit den gegebenen Standortverhältnissen bestens zurechtkommen. Die Kühe kalben von März bis Anfang Juli ab. Trotz der extensiven Bedingungen in ganzjähriger Freilandhaltung und Zufütterung weniger gehaltvoller Silagen sind die Leistungen der Mutterkühe der Genossenschaft ansprechend.

An den Auswertungen des KBR Rindermast Sachsen-Anhalt im Kontrolljahr 2021/2022 (Stand: 1. Juni 2022) nahmen 34 Betriebe mit 4.309 Mutterkühen aus Gebrauchsherden teil (Tab.).

Die Mutterkühe werden älter, woran die tierartgerechten Haltungsbedingungen, vor allem aber die Unternehmensphilosophie des Besitzers, einen Anteil haben. Die erhobenen Daten zeigen, dass mit dem Alter der Mutterkühe auch die Anzahl der Kalbungen angestiegen ist.

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