Grand Champion von Meißen wurde in diesem Jahr der schwarze Angusbulle Gerry. Als Reservesieger ging der Fleckviehbulle Aero aus dem Ring. (c) Karsten Bär

Bullenauktion mit solidem Ergebnis

Kein Tier blieb ohne Käufer: Alle 50 Bullen, die gestern auf der 29. Sächsischen Bullenauktion angeboten wurden, sind verkauft worden. Im Schnitt zahlten Käufer 3078 Euro für einen der Spitzenvererber aus vier Rassen.

Von Karsten Bär

Ein schwarzer Angusbulle aus dem Lehr-und Versuchsgut Köllitsch ist Grand Champion der gestrigen 29. Sächsischen Bullenauktion. „Gerry ist ein Angus-Bulle, der alles mitbringt, was man sich wünscht“, sagte Clemens Braschos, Fachberater Tiervertrieb Fleischrinder bei der Masterrind GmbH in Sachsen, bei der Prämierung des Siegerbullen im Ring in Meißen. Trotz seines jungen Alters weise  der Bulle ein Top-Exterieur, eine Top-Entwicklung und Top-Zuchtwerte auf. Das zahlte sich für das LVG Köllitsch als Beschicker nicht nur mit dem Titel aus. In der Auktion im Masterrind-Vermarktungszentrum brachte Gerry einen der höchsten Preise des Tages: 4.400 Euro zahlte eine Zuchtstätte aus Niedersachsen für den Vererber. Gekört worden war Gerry (Vater: Gustav) mit den Noten 8/8/8 für Typ, Bemuskelung und Skelett. Sein  Relativer Zuchtwert Fleisch (RZF) beträgt 126 – das war der höchste RZF aller in Meißen aufgetriebenen Bullen (hier mehr zu den Körergebnissen).

Wieder viele Tschechische Käufer

Den Reservesieger der diesjährigen Bullenauktion stellte die Rasse Fleckvieh-Simmental. Bulle Aero (V: Alis) aus dem Stall des Zuchbetriebes Falk Lohmann aus Radeburg  brachte ebenfalls einen hohen Zuchtwert von 120 und überdies einen hervorragenden Typ mit. In der Auktion erzielte Falk Lohmann 3.600 Euro für den gut 15 Monate alten Bullen, der künftig in Tschechien zum Einsatz kommt. Insgesamt ersteigerten tschechische Käufer in diesem Jahr zehn Bullen in Meißen.

Michael Klemm stellte mit Flavio den Limousin-Rassessieger.

Limousinbullen erreichten den höchsten Durchschnittspreis in Meißen.

Für NSI Granat erzielte Züchter Thomas Eydner den Höchstpreis der Auktion

Reservesieger Aero von Falk Lohmann.

Charolais-Rassesieger Vigol von Hubert Bourgeois.

Grand Champion Gerry vom LVG Köllitsch.

Vier Menschen stehen mit zwei Bullen im Ring.

Grand Champion von Meißen wurde in diesem Jahr der schwarze Angusbulle Gerry. Als Reservesieger ging der Fleckviehbulle Aero aus dem Ring. (c) Karsten Bär

Bei den Charolaisbullen wurde der bereits anderthalb Jahre alte Vigol (V: Vigo) von Züchter Hubert Bourgeois aus Hartmannsdorf-Reichenau Rassesieger. Er wechselte in der Auktion für 2.800 Euro den Besitzer und geht ebenfalls nach Tschechien. „Ein rahmiger Bulle mit gutem Fundament, der sich in der Herde gut weiterentwickeln wird“, befand Clemens Braschos. Unter den Limousinbullen stach einmal mehr ein Tier vom Limousinhof Michael Klemm, ebenfalls Hartmannsdorf-Reichenau, hervor: Der Rassesieg ging hier an den Bullen Flavio (V: Fizz). Versteigert wurde er für 3.400 Euro an einen sächsischen Betrieb.

Bisher größtes Angebot an Bullen

Aufgetrieben worden waren in Meißen in diesem Jahr 50 Bullen – so viele wie noch nie. Neu ist auch, dass das gesamte Angebot komplett versteigert werden konnte. Das Durchschnittsgebot über alle Rassen lag bei 3.078 Euro. Dies sei zufriedenstellend, so Fachberater Braschos. Die Spanne der  Preise dürfte allerdings nicht jeden Beschicker zufrieden gemacht haben. Sie reichte vom Einstiegsgebot in Höhe von 2.000 Euro, das zwei Mal für je einen Angusbullen gezahlt wurde, bis hin zu 4.500 Euro, die ein Zuchtbetrieb aus dem Osterzgebirge für den Fleckviehbullen NSI Granat (V: Gunshot) zahlte. Das Tier aus der Zucht von Thomas Eydner aus Frohburg überzeugte mit den Körnoten 8/8/8 und neuem irischen Blut im Pedigree. In der Auswahl des Rassesiegers war NSI Granat nur knapp seinem Konkurrenten Aero unterlegen.

Das Fleckvieh (20 Bullen) erzielten bei der Auktion einen Durchschnittspreis von 3075 Euro. Die Rasse Angus erreichte ein Durchschnittsgebot von 2.813 Euro. Charolaisbullen gingen im Schnitt mit einem Kaufpreis von 3.110 Euro aus dem Ring. Am besten bezahlt wurden Limousinvererber, die ihren Verkäufern im Schnitt  3.233 Euro brachten.


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