GPS-Systeme gehören zur Landwirtschaft. Sapos präzisiert die Daten.

Sapos in Brandenburg jetzt frei verfügbar

Nach Landtagsbeschluss im Februar und Gesetzesänderung im Juni vergangenen Jahres ist es nun soweit: Die Geodaten des amtlichen Vermessungswesens in Brandenburg stehen Landwirten frei zur Verfügung. Auch Sapos ist dabei – aber das ist längst noch nicht alles.

Von Heike Mildner

Digitale Geobasisdaten der Vermessungsverwaltung des Landes Brandenburg stehen ab sofort allen Anwendern kostenfrei zur Verfügung. Das Angebot umfasst mehr als dreihundert digitale Datensätze und -dienste. Dazu gehören zum Beispiel hochauflösende Luftbilder, Karten von Straßen, Grundstücken oder auch ganzer Landschaften und ergänzt die seit März 2019 bereits kostenfrei bereitgestellten Bodenrichtwerte und Grundstücksmarktberichte.

Auch der Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung – Sapos, der von der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) betrieben wird und Korrekturdaten für mehr Genauigkeit bei der Navigation mit globalen Navigationssatellitensystemen zur Verfügung stellt, ist in Brandenburg ab sofort kostenfrei verfügbar. Das bestätigte Stefan Wagenknecht, Pressesprecher der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB). Damit ist der Weg für Precision Farming zumindest von dieser Seite frei.

Besonders umfangreiches Datenangebot – inklusive Sapos

Nachdem das Kabinett des Landes Brandenburg im Februar 2019 die kostenfreie Bereitstellung und Nutzung von Geobasisdaten des Landes auf den Weg gebracht hatte, wurde im Juni 2019 das Brandenburgische Vermessungsgesetz geändert. Gemäß Koalitionsvertrag werden Geodaten des amtlichen Vermessungswesens nun bereitgestellt. Nach Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen ist Brandenburg das sechste Bundesland mit kostenfreien Geobasisdaten. Das Angebot sei aber in Brandenburg besonders umfangreich, so Wagenknecht.

Ein Schlepper, der mittels Sapos gesteuert wird.
Um Landtechnik präzise zu steuern, ist Sapos ein geeignetes Werkzeug (Fotomontage). © Sabine Rübensaat

Die Geobasisdaten sind für alle Zwecke anwendbar – sowohl zum privaten wie auch kommerziellen Gebrauch. Verlässliche amtliche Geodaten finden eine breite Anwendung. So greifen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben beispielsweise auf raumbezogene Informationen bei der Lageeinschätzung bei Waldbränden zurück. Auch Bürger und Vereine können die Daten für eigene Zwecke uneingeschränkt nutzen. Die Entwicklung von Apps wird dadurch ebenfalls maßgeblich unterstützt.

Der Zugang zu den digitalen Geodaten und webbasierten Geodiensten erfolgt wie bisher grundsätzlich über den Geobroker. Technischen Voraussetzungen um Geodaten oder Geodienste verarbeiten zu können ist eine Software (z. B. GIS), die Geodaten einlesen bzw. Geodienste einbinden kann. Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesem Thema finden sind hier. Die einfachste Form aktuelle Geodaten einzusehen, ist nach wie vor der Brandenburgviewer. Hier können Sie besipielsweise einfach und rechtssicher Kartenausschnitte als Bildschirmfoto für eine Anfahrtsskizze zum Hofladen o. ä. generieren.

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