Kreistage, Stadtverordnetenversammlungen sowie etliche Gemeinderäte und Bürgermeister werden am 9. Juni gewählt. © Grafik erstellt von Heike Mildner

Kommunalwahl in Brandenburg: Kreuze für die Landwirtschaft

Bei den Kommunalwahlen am 9. Juni stehen auch Landwirte auf den Listen – hier mehr, dort weniger. Wer schafft es Sonntag in die Kreistage?

Von Heike Mildner

Am Sonntag dürfen 2,1 Millionen Brandenburgerinnen und Brandenburger ihre Stimmen abgeben. Neben der Europawahl geht es um die Wahl ihrer Vertreter in die Kreistage und Stadtverordnetenversammlungen der kreisfreien Städte.

Außerdem werden 409 Gemeindevertretungen und Stadtverordneten-Versammlungen der kreisangehörigen Gemeinden und Städte neu besetzt. In diesem Beitrag geht es um die Wahl der Kreistage und speziell darum, wie und wo Landwirtinnen und Landwirte um Sitze kandidieren und sich für ihre Belange auf kommunalpolitischer Ebene einsetzen.

Kommunalwahlen in Brandenburg: Wer tritt an?

Die Listen mit den anerkannten Wahlvorschlägen wurden Mitte April in den Amtsblättern der Landkreise veröffentlicht. Wie auf den Stimmzetteln am Sonntag sind hier die Kandidaten mit Namen, Geburtsjahr und Beruf bzw. Tätigkeit verzeichnet. Und natürlich sind vereinzelt Landwirte in allen Parteien zu finden.

Deutlich wird aber auch: Gibt es im Landkreis eine Wählergruppe mit bäuerlichem Hintergrund, sammeln sie sich dort, und es sind in diesen Landkreisen mehr Vertreter des Berufsstandes auf den Listen präsent. Bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren kamen „Bauern u. a.“, wie sie in der Wahlstatistik erfasst werden, auf 2,8 bis 11,2 % der Wählerstimmen.

Und so steigen sie am Sonntag in den Ring:

Prignitz (2019: 11,2 %): Für die Wählergruppe Bauern und ländliche Region kandidieren in drei Wahlkreisen 37 Vertreter, vor allem Landwirte, allein 18 im Wahlkreis 3, um Pritzwalk. Erstmals zur Wahl zugelassen wurde Der III. Weg, eine Partei, der der Verfassungsschutz Brandenburg ein „klar rechtsextremistisches Staats- und Gesellschaftsbild“ bescheinigt. Vier der fünf Kandidaten sind Landwirte.

Ostprignitz-Ruppin (2019: 9,5 %): In den drei Wahlkreisen treten am Sonntag insgesamt 25 Kandidaten für die Wählergruppe des Kreisbauernverbandes Ostprignitz-Ruppin (WG KBV) an, unter ihnen KBV-Vorsitzender Hans-Heinrich Grünhagen.

Oberspreewald-Lausitz (2019: 6,5 %): In vier von fünf Wahlkreisen tritt die Freie Wählergruppe Bauern – Landwirtschaft, Umwelt, Natur mit insgesamt 19 Kandidaten an.

Uckermark (2019: 5,6 %): In drei von vier Wahlkreisen ist die Wählergruppe Bauern – Ländlicher Raum mit 22 Kandidaten aktiv, darunter Wenke Möllhoff und Lars-Andreas Sieh, die Vorsitzenden des Bauernverbandes.

Dahme-Spreewald (2019: 5,2 %): In diesem Jahr ist die Freie Wählergruppe Bauern – Landwirtschaft, Umwelt, Natur mit 29 Kandidaten unterwegs, die meisten im südlichen Wahlkreis 5, wo wir u. a. mit Uwe Schieban den Ausrichter der Landpartie und mit Carmen Lorenz eine engagierte Ruheständlerin entdecken.

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Stimmzettel_EU-Wahl
Der Stimmzettel zur Europawahl ist in Deutschland rund 80 Centimeter lang. 34 Parteien und politische Vereinigungen sind zugelassen worden. © Ralf Stephan

Märkisch-Oderland (2019: 4,8 %): In Berlinnähe sind es nur drei und vier, am Rand 13 und 14 Kandidaten, die für die Wählergruppe Bauern und Ländlicher Raum antreten. Mit Klaus Hildebrandt in Letschin, Frank Schuhmacher und Dirk Steinhoff sind hier gleich drei Vertreter unserer ehemaligen Praxispartnerbetriebe im Rennen. Auf Listenplatz 1 im Wahlkreis 2: Landesbauernpräsident Henrik Wendorff.

Teltow-Fläming (2019: 4,2 %): In zwei von fünf Wahlkreisen tritt hier der Bauernverband Teltow-Fläming mit sechs und acht Kandidaten an, auch KBV-Vorsitzender Benny Hecht steht zur Wahl.

Potsdam-Mittelmark (2019: 4,2 %): Eine bäuerliche Wählergruppe sucht man auf den Wahlvorschlägen in diesem Jahr vergebens. Landwirte finden sich u. a. in CDU (u. a. KBV-Vorsitzender Jens Schreinicke), FDP und BVB.

Oder-Spree (2019: 3,9 %): Die Wählergruppe Bauern-Jäger-Angler – B-J-A ist am Sonntag nur mit neun Namen auf den Stimmzetteln der vier Wahlkreise präsent. Benjamin Meise von agrafrisch Fürstenwalde, unser aktueller Praxispartner, wird erneut für den Kreistag kandidieren. Mit Hartmut Noppe und Caroline Kiesow sind auch im Nachbarwahlkreis zwei KBV-Vertreter unterwegs.

Benjamin Meise
Auch Benjamin Meise kandidiert für den Kreistag. © Heike Mildner

Havelland (2019: 3,2 %): Der Landkreis Havelland geht in diesem Jahr mit 33 Kandidaten für die Wählergruppe Bauern an den Start, allein 20 im Wahlkreis 2, in dem u. a. Stefanie Peters (Nauen) und Maria Mundry (Kleßen-Görne) zur Wahl stehen.

Barnim (2019: 2,8 %): Für den Bauernverband Barnim verteilen sich 22 Kandidaten auf neun Wahlkreise. Darunter Max Melzow aus Joachimsthal, Jahrgang 2004, vielleicht der jüngste Landwirt, der für einen Kreistag kandidiert.

Elbe-Elster (2019: –): Mit insgesamt 41 Vertretern ist die Wählergemeinschaft Landwirtschaft Umwelt und Natur Elbe-Elster (WG LUN) am Sonntag breit aufgestellt. Dorsten Höhne, Uve Gliemann, Gerd Ziegenbalg, Ulf Klaunigk und Frank Neczkiewicz stehen in den fünf Wahlkreisen jeweils auf Listenplatz 1.

Spree-Neiße (2019: –): Für die neunköpfige Wählergruppe Landwirtschaft und Umwelt (L u. U) treten mit Frank Schneider und Thomas Goebel gleich zwei KBV-Vorsitzende (Spree-Neiße und Süd) in einem Wahlkreis an.

Oberhavel (2019: –): Der Landkreis Oberhavel stellt schwer lesbare Musterstimmzettel auf seine Homepage. Darauf stehen 13 Kandidaten der Wählergruppe Landwirtschaft Gartenbau Natur (LGU).

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Mais-Anbau
Mit der flexibleren Fruchtfolgeregelung soll Maisanbau stets möglich sein, wenn er witterungsbedingt alternativlos ist. (c) Sabine Rübensaat
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