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Gestaffelte Preise könnten Anreiz bieten

Der Druck auf dem Milchmarkt durch die Corona-Pandemie ist spürbar. Beim Landesbauernverband Brandenburg ist man von Mengenbegrenzungen aber nicht überzeugt. Gestaffelte Preise oder eine Lagerhaltung könnten stattdessen weiterhelfen.

Im Landesbauernverband Brandenburg (LBV) sind die Meinungen geteilt und ergänzen sich. Nach einer Beratung des Fachausschusses Milch am Montag sagte dessen Vorsitzender Lars Schmidt: „Noch ist nicht klar, ob eine Krise kommt oder nicht.“ Zwar gebe es Anzeichen, die darauf hindeuten, jedoch würden Molkereien, die vor allem den Lebensmitteleinzelhandel beliefern, derzeit etwa 40  % mehr als üblich produzieren. Molkereien im Süden, die den italienischen Markt bedienen oder solche, die eigentlich große Mengen an die Gastronomie liefern, seien dagegen in Schwierigkeiten. 

Ein Instrument zum Gegensteuern sei die private Lagerhaltung. Mit Augenmaß eingesetzt, meint Schmidt, müsse sie langfristig nicht notwendigerweise die Preise drücken. Ein Reduzieren der Menge mit Ausgleichszahlung oder einen freiwilligen Verzicht mit Bonuszahlung von 24 ct/kg, wie es LsV-Deutschland vorschlägt, hält Schmidt persönlich nicht für realistisch, solange Milchproduzenten mehr als 30 ct/kg bekommen.



Für Benjamin Meise, ebenfalls Mitglied im LBV-Fachausschuss, hat die Krise schon begonnen – und zwar lange vor Corona. Milch sei ein Zuschussgeschäft, die Milchmengenregulierung geschehe bereits über das Höfesterben, und das sei für ihn nicht akzeptabel, so Meise. Er favorisiert Staffelpreise, die Anreize für eigenverantwortliches Agieren der Milchproduzenten bieten. Bis dahin sei es aber wohl noch ein langer Weg, so Meise. mil


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