(c) imago images/Horst Galuschka

Arla in Karstädt: Schließung geplant

Arla Deutschland fasst die Schließung des Standortes im brandenburgischen Karstädt ins Auge. Die Produktion soll an den Standort Upahl verlagert werden, plant das Tochterunternehmen der schwedisch-dänischen Molkereigenossenschaft Arla Foods.

Bei der deutschen Tochter von Arla Foods wackelt ein ostdeutscher Verarbeitungsstandort. Der Konzern plant, das Werk im brandenburgischen Karstädt zu schließen und die dortige Produktion an den Standort Upahl in Westmecklenburg zu verlagern. In der 2011 von Arla übernommenen Fabrik in Karstädt wird ausschließlich Magermilchpulver hergestellt. Die jährliche Produktionskapazität lag laut Unternehmensangaben zuletzt bei 95 Mio. kg.

Während dänische Medien vergangene Woche bereits von einer endgültigen Entscheidung sprachen, betonte ein Sprecher von Arla Deutschland gegenüber dem Pressedienst Agra-Europe, dass über einen entsprechenden Schritt aktuell noch diskutiert werde. Eine finale Entscheidung zur Zukunft des Standorts solle in den kommenden zwei Monaten erfolgen.

Lange Wege wären schlecht für das Klima

„Viele waren bestürzt, als sie von den Schließungsplänen erfuhren“, sagt Christine Streese, seit Januar Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Prignitz. „Was die Milchabholung betrifft, wird sich für die Landwirte nicht viel ändern. Denn viele Optimierungen wurden schon im vergangenen Jahr eingerührt. Trotzdem: Die Molkerei war immer eine feste Größe in der Region. Wenn sie schließt, ist das auch ein emotionaler Verlust.“ Streese gibt zu bedenken, dass alle Milchviehbetriebe angehalten seien, die CO2-Bilanz ihrer Produktion im Blick zu haben. „Hoffentlich schlägt der weite Weg nach Upahl sich nicht im CO2-Abdruck der Betriebe nieder“, so Streese.

Stärkung regionaler Wertschöpfung und Strukturen, kurze Transportwege, Klimaschutz – die Schließung der Molkerei würde allem zuwider laufen, was agrarpolitisch gefordert und auch sinnvoll wäre, so Dr. Tino Erstling, Pressesprecher des Landesbauernverbandes. 

Sinkende Milchlieferungen und nötige Investitionen

Nach Darstellung des Unternehmenssprechers erwägt Arla, die gesamte Milchmenge von Karstädt in das Werk in Upahl zu verlagern. Denn die Anlieferung sei in der Region seit 2017 gesunken.Zudem habe der kleine Standort Karstädt inzwischen zu wenig Kapazitäten, um Magermilchpulver auch zukünftig wirtschaftlich zu produzieren. Zudem würde der Standort Investitionen benötigen, um seinen technischen Standard auf den neuesten Stand zu bringen. Gleichzeitig verfüge das Werk in Upahl jedoch über freie Kapazitäten. Es könnte die Milch aus Karstädt ohne Zusatzinvestitionen verarbeiten, heißt es bei Arla.

Arla Standort Karstädt: Fortbestand wirtschaftlich nicht tragbar

Eigenen Angaben zufolge hat das Management von Arla Deutschland bereits verschiedene Optionen für den Fortbestand der kleinen Molkerei in Karstädt geprüft. Man konnte aber keine wirtschaftlich tragfähigen Lösungen finden. Daher müsse man leider die Schließung der Molkerei in Karstädt in Betracht ziehen, hieß es. Laut dem Sprecher ist das Unternehmen bereits auf den Betriebsrat zugegangen, um die aktuellen Planungen zu besprechen und über die notwendigen nächsten Schritte zu verhandeln. Zudem seien die betroffenen 21 Mitarbeiter in Karstädt über die geplanten Maßnahmen in einer Betriebsversammlung informiert worden. AgE/mil

Registrieren Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter. Ihre Vorteile im Überblick:

  • Geschichten und Insights zu Fachbeiträgen
  • Aktuelle Nachrichten
  • Tipps zu den neusten Veranstaltungen

Bauernzeitung. Aktuell. Regional. Praxisnah.

Registrieren