Leuchtende Häuser in der Werkstatt von Birgit und Uwe Uhlig (c) SABINE RÜBENSAAT, WOLFGANG HERKLOTZ

Leuchtende Miniaturen

Gerade in der Weihnachtszeit erfreuen sich die Lichterhäuser aus dem erzgebirgischen Olbernhau einer außerordentlich großen Nachfrage. Wie es dazu kam, erfuhren wir von Birgit und Uwe Uhlig.

von Wolfgang Herklotz

Eigentlich sind wir als Laienspieler an den Start gegangen. Unser Betriebskonzept wurde aus der Not heraus geboren“, bekennt Birgit Uhlig mit entwaffnender Ehrlichkeit. Zwar hatte die heute 71-Jährige zu DDR-Zeiten in der Olbernhauer Spielwarenfabrik VERO gearbeitet, wo vergleichbare Artikel gefertigt wurden.

Nach einem Studium an der Bergakademie Freiberg war sie in der Entwicklungsabteilung beschäftigt, allerdings für Verpackung zuständig. Und Ehemann Uwe, gelernter Maschinenbauingenieur, hatte mit ganz anderem zu tun als mit filigranen Nachbildungen.

Die berufliche Zukunft schien gesichert, doch dann kam die Wende und mit ihr die Währungsunion im Sommer 1990. Über Nacht brach der Absatzmarkt zusammen, die Treuhand entschied, ob und wie es weitergehen sollte. Spontane Reaktion von Birgit Uhlig: Weitermachen, einen Teil des Olbernhauer Betriebes übernehmen, Neues ausprobieren. Sie brachte ihre Gedanken zu Papier, schickte ihr Konzept an die Treuhandanstalt und stellte sich dort vor. Doch der junge Mann, der sie dann in Berlin empfing, zeigte kein Interesse und hatte nicht einmal ihre Unterlagen gelesen. Das darauffolgende Weihnachtsfest bot wenig Grund zum Feiern.

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Werkstatt im alten Bauerngut

Um den Ärger in produktive Bahnen zu lenken, entwickelten die Uhligs mehrere Muster von Lichterhäusern. „Die waren mir aus der Kindheit vertraut, und mein Mann als geborener Bastler half mir, sie in eine neue Form zu bringen“, so Birgit Uhlig. Doch Hals über Kopf in die Selbstständigkeit zu starten, war ihr dann doch zu riskant. Sie arbeitete fünf Jahre bei einem Hersteller erzgebirgischer Volkskunst in Seiffen, ehe sie im Sommer 1998 ihr eigenes Unternehmen gründete.

Gestartet ist die Werkstatt unter dem Namen Erzgebirgische Lichterhäuser Birgit Uhlig in zwei gemieteten Räumen in einem benachbarten Bauerngut. Drei Lichterhaus-Modelle bildeten die erste Produktpalette: die Seiffener Kirche als Nachbau des achteckigen Barockbaus, der 1776 im nur wenige Kilometer entfernten Ort errichtet wurde. Sie ist das Wahrzeichen und beliebtes Motiv erzgebirgischer Volkskunst.

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