(c) Sabine Rübensaat

Apfelernte: Der Garten Eden ist eröffnet

Rot, gelb und prall hängen die Äpfel jetzt wieder an den Bäumen und werden landauf, landab geerntet. Erste frühe Sommer-Sorten sind bereits am Markt und die Erntesaison für die Lagersorten hat auch schon begonnen. Doch was macht die Kernfrucht so beliebt?

Der Apfelanbau in Deutschland hat eine lange Geschichte. In manchen Gegenden reicht sie bis ins achte Jahrhundert nach Christus zurück, wo man sich vor allem in Klöstern auf den Apfelanbau verstand, weiß die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse. Möglicherweise hat in der Folge auch Kurfürst August von Sachsen der Tradition Auftrieb gegeben. Er erließ nämlich im Jahr 1582 ein Gesetz, das Ehepaaren die Pflicht auferlegte, je zwei Obstbäume in ihrem Garten anzupflanzen. Eine Idee, die vielleicht auch heute zum Nachahmen anregen könnte.

Was macht die Frucht so gesund?

Äpfel sind hierzulande die unangefochtene Nummer eins im ObstRanking. 17,5 kg des knackigen Kernobstes kaufte jeder deutsche Privathaushalt durchschnittlich im vergangenen Jahr. Das macht rund 117 Äpfel pro Haushalt oder rund 58 Äpfel pro Person. Und das hat Gründe. Denn die Paradiesfrucht ist ein gesundes Kraftpaket. Nicht umsonst heißt es immer wieder: Einen Apfel pro Tag erspart den Arzt. Denn Äpfel haben wenig Fett, dafür viele Kohlehydrate, reichlich Vitamin A, B, C und E sowie Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und auch Pektin, ein Ballaststoff mit verdauungsfördernder Wirkung, der auch bei Durchfall helfen kann. Allerdings stecken all diese wertvollen Stoffe in oder direkt unter der Schale. Darum am besten die natürliche „Verpackung“ mitessen.


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Übrigens werden alte Apfelsorten von Apfel-Allergikern oft besser vertragen, erklärt die Bundeszentrale für Ernährung. Sorten wie Eifeler oder Roter Boskoop enthalten tendenziell mehr sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Polyphenole und die können Apfelallergene inaktivieren.

Woran erkennt man Frische?

Beim Einkauf verrät eine feste, unbeschädigte und glänzende Schale, dass die Äpfel frisch sind. Auch sollten sie keine Faul- und Druckstellen haben. Und die Kelchgrube um die ehemalige Blüte gibt Auskunft über die Entwicklung des Apfels. Eine sortentypische Ausformung der Kelchgrube ist ein Zeichen der vollständigen Entwicklung: Eine weite Kelchgrube haben beispielsweise die Sorten Boskoop und Berlepsch, eine enge Kelchgrube findet man zum Beispiel bei Pinova und James Grieve. Hat sich die Kelchgrube nicht der Sorte entsprechend ausgebildet und ist zu eng oder zu höckerig, gilt der Apfel als unterentwickelt, so das Bundeszentrum für Ernährung.


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Äpfel lassen sich hervorragend lagern. Sie mögen es kühl und dunkel und lassen sich deshalb ideal im Kühlschrank aufbewahren. Tipp: Äpfel immer einzeln lagern. Sie verströmen Ethylengas, das die Reifung von anderem Obst oder von Gemüse beschleunigt. Viele Apfelsorten bilden natürlicherweise eine Wachsschicht, die je nach Sorte unterschiedlich stark ausfällt. Eine dicke Schicht, die sich fettig anfühlt, haben beispielsweise Granny Smith und Jonagold. Sie schützt vor dem Austrocknen und erhöht die Haltbarkeit, so das Bundeszentrum für Ernährung und verweist darauf, dass in Deutschland das künstliche Wachsen von Äpfeln nicht erlaubt ist, in anderen europäischen Staaten allerdings schon. Dies muss dann mit dem Hinweis „gewachst“ gekennzeichnet werden. Da zum Wachsen vor allem natürliche Wachse wie Bienenwachs zum Einsatz kommen, können gewachste Äpfel auch mit Schale gegessen werden. Der Apfel sollte dann unter fließendem Wasser gewaschen und mit einem Küchenpapier abgerieben werden. red


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