Sarah Selig (rechts) und Jennifer Löbel-Lewke von der Generation F1 in Mecklenburg-Vorpommern. Rückblick auf die ersten Jahre der Junglandwirte-Initiative. (c) Sebastian Härter

Netzwerk für junge Landwirte: Generation F1 wird fünf

Die Generation F1 in Mecklenburg-Vorpommern kann dieses Jahr ihr fünfjähriges Bestehen feiern. Sarah Selig, engagierte Initiatorin, erzählt im Interview nicht nur etwas über die Gründung und die ersten Jahre, sondern auch welche Highlights es gab und was 2024 noch kommen wird.

Das Gespräch führte Stefanie Lanin

Generation F1 wird in diesem Jahr fünf Jahre. Wie blicken Sie als Initiatorin auf ihr „Baby“?

Wir sind sehr stolz und können gar nicht fassen, dass es schon fünf Jahre sind. Allerdings haben wir bereits viele Aktionen umsetzen können, viele Leute kennengelernt und Junglandwirte im Land miteinander vernetzt – und damit einige Ziele erreicht, die wir uns vorgenommen haben.

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Netzwerk für junge Landwirte: Generation F1 Gründung

Was war Grundgedanke bei der Gründung? Gilt er heute noch?

Generation F1 Sarah Selig
Sarah Selig, Generation F1. (c) Sebastian Härter

Wir wollten ein landesweites Netzwerk schaffen, kleinere Gruppen aus den Regionen zusammenführen und Zusatzangebote zum Weiterbilden und Erkunden schaffen. Das ist auch weiterhin unser großes Anliegen. Im nächsten Schritt wollen wir außerdem politische Werte schaffen. Wir wollen die jungen Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter von heute und morgen für Verbandsarbeit interessieren, sie zum ehrenamtlichen Engagement ermutigen und damit die Mitgliedschaft des Bauernverbandes stärken.

Die Junglandwirte der ersten Stunde sind auch älter geworden. Wie verändert das F1?

Unsere Berufserfahrungen können wir in der Organisation super nutzen. Ganz wichtig ist uns jedoch auch das Motto „Die Junglandwirte entscheiden mit“. Wir stellen Themen zur Auswahl oder fragen offen, was als nächstes gewünscht ist. Das soll auch weiterhin so bleiben.

Privat ist es nach der Familiengründung herausfordernder, die Zeit für Vorbereitungen und Veranstaltungen zu managen. Allerdings sind wir mittlerweile von zwei Initiatorinnen – neben mir Jennifer Löbel-Lewke – zu einem dreiköpfigen Orga-Team mit Lukas Middendorf gewachsen. So haben wir jetzt auch männlichen und etwas jüngeren Input.

Generation F1: Wer will mit dabei sein?

Wie und wo gewinnt die Initiative neue Mitglieder?

Auf jeden Fall über Social Media und Verbandsmedien. An der Universität Rostock und Hochschule Neubrandenburg informieren wir die Erstsemester per Flyer. Ganz wichtig ist auch Mund-zu-Mund-Propaganda – viele haben von unseren Aktivitäten gehört und wollen dabei sein.

Welche Rolle spielt Social Media bei F1?

Ganz wichtig ist Instagram. Da Facebook für unsere Zielgruppe nicht mehr so attraktiv ist, haben wir 2023 einen weiteren Kommunikationskanal aufgebaut – unsere Whats-App-Gruppe hat bereits über 180 Mitglieder. Darin können wir uns unkompliziert austauschen, Infos schnell weiterleiten und Umfragen durchführen.

Wann ist man zu alt für Generation F1? Wer darf dabei sein?

Unsere Zielgruppe sind die 18-bis 40-Jährigen oder 43-Jährigen, nachdem die EU das Alter der Junglandwirte hochgestuft hat. Generell richten wir uns an Fachschüler, Studierende und junges Führungspersonal in den Betrieben des Landes.

Netzwerk für junge Landwirte: Junglandwirte-Stammtisch und Ball

Den Startschuss gab 2019 die Young Farmers Convention an der Hochschule Neubrandenburg. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit heute?

Die Convention ist in guter Erinnerung geblieben. Es soll auf jeden Fall eine Neuauflage geben, hoffentlich ist es 2024 so weit. Wir sind im engen Austausch mit der Fachschaft und den Studierenden und haben 2023 mit Unterstützung der Hochschule unseren ersten Junglandwirte-Stammtisch durchgeführt. Wir hoffen, ähnlich gute Beziehungen auch mit der Universität Rostock aufbauen zu können.

Gibt es auch eine Neuauflage des Junglandwirte-Balls?

Der Ball war super nachgefragt, ein totales Highlight. Wir hatten 160 Teilnehmer und eine sehr lange Warteliste. Viele haben direkt gesagt, dass wir das unbedingt wiederholen müssen. Wir prüfen gerade alle Möglichkeiten.

Was waren weitere Highlights in den ersten Jahren?

Die Exkursionen kommen sehr gut an. Das Motto lautet: „Bei einem Betriebsbesuch lernt man immer etwas Neues!“ Die Teilnehmer knüpften viele Kontakte – ob für Bachelorarbeiten oder Erntehelfer Jobs. Wir wollen auf jeden Fall weitere Exkursionen in MV und auch außerhalb anbieten.

Was ist noch für 2024 geplant?

Wir haben den Junglandwirte-Ball genutzt, um Ideen abzufragen. Neben einem Kurs zum Erlangen des Jagdscheins besteht auch Interesse an einer eigenen Schulung zum Agrarantrag und einem Ausbildereignungskurs. Wir haben auch bereits viele Angebote für Feldtage und Werksbesuche.

Generation F1 und Fördermitglieder

Das vielfältige Angebot kostet auch – gibt es Partner?

Wir haben zwei Fördermitglieder, die Raiffeisen Technik HSL GmbH und Bio Fürstenhof, sowie sehr viele Sponsoren, die uns wiederkehrend unterstützen. Wir hoffen, daraus weitere Fördermitglieder gewinnen zu können und danken allen, die die Initiative und ihre Aktionen ermöglichen.

Ein Blick in die Glaskugel: Ein Wunsch für die Zukunft von F1?

Eine feste Mitgliedschaft mit kleinem Jahresbeitrag. Wir wollen ein starkes Netzwerk für Junglandwirte in MV, von dem sie ihr ganzes Berufsleben profitieren können.

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