Der Sicherheitsstoßfänger des AgBot ist berührungsempfindlich. Außerdem sind Radar- und Ultraschallsensoren integriert. (c) Barbara Ilse

Feldroboter: Zukunft der Landwirtschaft?

Drohnen schweben über dem Feldroboter, links dahinter eine Biogasanlage und rechts ein Windpark – öde Technologie ohne Menschen? Noch nicht, die Technik braucht ihre Entwickler und Bediener weiterhin.

Von Barbara Ilse

Zu einem Feldtag eingeladen hatte Paul Neufeldt, Chef des Erxlebener Lohnunternehmens Jeromin Agrar. Der junge Firmenchef hatte den Feldroboter AgBot der niederländischen Firma AgXeed für eine Woche von der Claas Braunschweig GmbH gemietet.

Für ihn stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann und wie autonome Fahrzeuge im landwirtschaftlichen Alltag ankommen. Und so wollte er mit Landwirten und anderen Interessierten seine Erfahrungen teilen und diskutieren.

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Feldroboter in der Praxis

Landwirte, wie auch kleine Nachwuchsbauern staunten nicht schlecht, als die autonom fahrende Maschine ihre Runden zog und dabei den auf drei Metern Arbeitsbreite arbeitenden Anbaugrubber Cenio 3000 Super von Amazone gerade und exakt über das Stoppelfeld zog. Der Raupenroboter AgBot kann, so der Hersteller, alles, was ein 150-PS-Traktor kann. Er ist diesel-elektrisch angetrieben und muss bisher – aus Sicherheitsgründen– wenn er stehenbleibt, direkt vor Ort mit einer Fernbedienung wieder in Fahrt gebracht werden.

In diesem Falle waren die Fachleute für Digitales von Claas, Heiner Reuter und Carsten Rang, zwei, drei Mal zum Feldroboter unterwegs. Überlastet, hieß eine Diagnose. Aber nach einigen Minuten lief die Maschine wieder. So war denn auch die Publikumsmeinung sehr gespalten, von „genial“ bis „das schafft ein Schlepperfahrer auch“, denn rund um die Uhr muss immer jemand für Zwischenfälle parat stehen.

Neufeldts kurze Zusammenfassung: Mit dem immer wieder einsetzenden Regen hätten sie in dieser Woche erschwerte Bedingungen gehabt. Am Anfang seien sie außerdem zu schnell unterwegs gewesen und so hätte der Feldroboter an den Fahrgassen wegen des Widerstands oft angehalten. „Menschliches Eingreifen war nötig. Im Durchschnitt“, so Neufeldt, „kamen wir auf 1,3 Hektar gegrubberte Fläche in der Stunde.“

Erst fast am Ende der Probewoche sendete der Roboter dem Chef die Erfolgsnachricht auf das Handy: „Acker fertig!“ Da waren dann 24 ha Stoppelfeld endlich bearbeitet.

Paul Neufeld ist seit drei Jahren Geschäftsführer des Lohnunternehmens Jeromin Agrar in Erxleben (Sachsen-Anhalt). (c) Barbara Ilse

Zukunftsausblick: Wer wird autonome Landwirtschaftsroboter nutzen?

Für den Lohnunternehmer kommt so ein Roboter die nächsten zwei Jahre noch nicht in seine Flotte. „Aber wie geht es weiter? Kaufen sich Landwirte sowas? Oder doch Lohnunternehmen?“ Solche Fragen standen zur Diskussion und es wurde unter den Landwirten viel debattiert an diesem späten Nachmittag, denen Heiner Reuter noch viele Details zur Maschine erklärte und auch etliche Fragen beantwortete.

Carsten Rang, der Mann mit der Roboter-Fernbedienung, zeigte direkt auf dem Acker, was der AgBot draufhat, ließ ihn anhalten, drehen, grubbern oder demonstrierte die Sicherheitsabschaltung. Weitere moderne Landtechnik wie der neue Xerion Terra Trac der 12er-Serie von Claas konnte bestaunt werden. Zwischendurch ein, zwei Grillwürstchen oder ein Getränk – der junge Lohnunternehmer Paul Neufeldt hatte für seine Gäste alles gut vorbereitet.

Sieben Festangestellte, eine Bürokraft und der Chef stehen ein für „bestmögliche Dienstleistungen“, erläuterte Neufeldt. Das sind die Ganzpflanzensilage vom Acker bis ins Silo; Legen, Roden und Transport von Zuckerrüben; die Grasmahd bis zum Silobau; Laden, Streuen, Transportieren von festem Wirtschaftsdünger und Grunddünger nach Applikationskarte, Gärreste und Gülle auf oder mittels Strip-Till in den Boden einbringen; Strohpressen und – abfahren, Maislegen und -häckseln bis zum Silobau sowie die Einzelkornsaat.

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