© Farm and Food

Farm & Food: Der Name ist Programm

Auf dem Kongress Farm & Food 4.0 am 20. Januar in Berlin stehen die Zukunftsthemen von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion im Blickpunkt. Renommierte Wissenschaftler diskutieren mit Unternehmern, Politikern und innovativen Landwirten. Wir stellen Themen und Teilnehmer vor.

Mit der Vortragsrunde „Disruptive Agriculture“ wird die fünfte Farm & Food eröffnet. Die Redner werfen Fragen auf und laden Sie ein, am 20. Januar in Berlin gemeinsam nach Antworten zu suchen. Sind heute verwendete Technologien wirklich hilfreich? Wie können wir die Kosten der Lebensmittelproduktion besser verteilen? Wie gelingt Innovation, die wirklich auf die Landwirtschaft zentriert ist, und wie entwickeln wir Leitbilder, die technischem Fortschritt und gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht werden?

Müssen, können wir die Landwirtschaft retten, indem wir uns auf Methoden wie Regenerative Landwirtschaft konzentrieren? Die Landwirtschaft steht nicht nur vor alltäglichen Problemen, sondern auch vor immer neuen Anforderungen durch Verbraucher und Industrie. Das erste Panel wird die Hauptthemen des fünften Auflage von Farm & Food durch Kernbotschaften und eine Diskussion vorstellen. Die Einführungsreden halten:

  • Joe Basset zum Kampf zwischen Komplexität und Einfachheit und zur grundlegenden Frage „Was ist Technologie in der Landwirtschaft?“. Basset ist CEO der Landtechnikfirmen Dawn Equipment Company und Underground Agriculture in den USA,
  • Volkert Engelman zu True Cost Accounting (wahre Kosten) in Food, Farming & Finance. Engelmann ist CEO (geschäftsführendes Vorstandsmitglied) von Eosta, derzeit Europas größter und am schnellsten wachsender Importeur, Verarbeiter und Vertreiber von biologisch angebauten Frischprodukten,
  • Julia Harnal, Vizepräsidentin Global Sustainability & Governmental Affairs bei BASF.

Agronomic Data für den Pflanzenbau

Fernerkundungstechnologien in Kombination mit räumlichen Analysemethoden werden heutzutage zu sicheren, präzisen und kostengünstigen Helfern in der Landwirtschaft. Sensoren auf Trägersystemen wie Satelliten, Drohnen oder Maschinen liefern digitale Bilder und Big Data, mit denen Erkenntnisse über Boden und Pflanzen in Feld und Region flächendeckend sowie schneller und objektiver als mit herkömmlichen Inspektionen gewonnen werden können. Wem kommen diese Informationen zugute?

Sind sie gleichermaßen nützlich für Landwirte, Industrie, Agrarpolitik und Gesellschaft, und welches sind die Vorteile für diese Anwendergruppen? Idealvorstellungen gehen dahin, dass Landwirte auf Basis von Sensordaten gezieltere Entscheidungen für das Feldmanagement treffen können sowie Vorgänge wie Düngung und Pflanzenschutz automatisieren und dokumentieren.

Die Diskussion auf der Farm & Food moderiert Dr. Katrin Kohler. Sie ist Expertin für Digitalisierung in der Landwirtschaft und AgTech-Innovationen mit Schwerpunkt auf Satellitenbildtechnologien. Sie spricht mit:

  • Jorge Fernandez vom Berliner Büro von Pix4D. Er betreut das Produktportfolio von Pix4D im Bereich Landwirtschaft,
  • Claudia Vallentin vom Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). Sie arbeitet im Bereich Smart Farming mit Satellitendaten,
  • Dr. Frank Paaß, der Geschäftsführer der APZ-Agrar-Produkt Ziegendorf e. G. ist,
  • Tobias Menne, Leiter der Digital Farming Unit der BASF Agricultural Solutions einschließlich der Xarvio-Produktpalette.

Regenerative Landwirtschaft

Wie kann Deutschlands Landwirtschaft langfristig wettbewerbsfähig sein? Eine Antwort will diese Session geben, indem sie Regenerative Landwirtschaft mit ihren minimalinvasiven Methoden zur Debatte stellt. Unterschiedliche Anwendungsbeispiele machen deutlich, wie vielfältig die Regenerative Landwirtschaft sein kann: Vorreiter aus Deutschland und den USA zeigen, wie sich das System auf den jeweiligen Betrieb anpassen lässt. Wie können neue Technologien darüber hinaus den Zusammenhang zwischen gesunden Böden, gesunden Produkten und gesunden Menschen aufzeigen? Wie können wir den Landwirten helfen, für ihre Investitionen in Biodiversität, Wasserspeicherung und Kohlenstoffeinlagerung entlohnt zu werden?

Moderator der Diskussion ist Benedikt Bösel. Er ist Landwirt, Agrarökonom sowie Gründer und Geschäftsführer von Gut&Boesel bei Berlin. Bösel spricht mit:

  • Michael Reber, Betriebsleiter von Innovative Landwirtschaft Reber,
  • Louisa Burwood-Taylor, Chefredakteurin von „AgFunderNews“ im Silicon Valley,
  • Claudia Päffgen, Leiterin der Marketing Abteilung bei Timac Agro Deutschland,
  • Georg Goeres, Head of Europe der Indigo AG.

BioTech – Wollen wir, was wir können?

Unsere Art, Nahrungsmittel zu produzieren, muss nachhaltiger werden. Dies kann nur mit neuen Ansätzen gelingen, da die Umstände so noch nie da gewesen sind. Nur mit einem ganzen Set an Lösungsansätzen kann eine Neuausrichtung gelingen. Ein möglicher Ansatz ist die präzisere Züchtung mit Genome Editing. Ob diese neue Technologie zu mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft beitragen kann, hängt von einigen äußeren Faktoren ab: Für welche landwirtschaftliche Praxis wird sie verwendet? Wie sieht es mit der Akzeptanz bei Verbraucher/innen aus?

Die Diskussion moderiert Prof. Dr. Peter Breunig. Er ist Professor für Marketing und Marktlehre an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit leitet er den elterlichen Hof. Breunig diskutiert mit:

  • Gerd Schonder, Landwirt und Geschäftsführer der BG Neuhof GmbH & Co. KG,
  • Dr. Julia Diekämper, die Leiterin des durch die VolkswagenStiftung geförderten Projektes „ZukunftMensch“ am Museum für Naturkunde ist,
  • Dr. Markus Niessen, Molekularbiologe und derzeit Leiter für den Bereich „Molecular Technologies“ bei dem Unternehmen KWS Saat,
  • Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick und unter anderem Lehrbeauftragter an der Hochschule ETH Zürich und Honorarprofessor an der Universität Kassel-Witzenhausen.

Digitalisieren mit Hirn statt in der Cloud

Es geht nicht um eine Digitalisierung der Landwirtschaft um jeden Preis, sondern um einen Mentalitätswandel. Unternehmen müssen Fortschritt möglich machen, anstatt Landwirten möglichst oft möglichst neue Technik verkaufen zu wollen. Verbraucher haben ein eher technologiefernes Bild von der Landwirtschaft, weshalb die Gesellschaft/der Verbraucher quasi keine Technologie fordert. Unternehmen müssen deswegen gemeinsam mit ihren Wettbewerbern Lösungen entwickeln, um dem Landwirt am Ende ganz konkret Zeit im Büro zu ersparen und ihn wieder mehr Zeit auf dem Acker zu ermöglichen, um ihm so eine bessere Absicherung seiner Arbeit und letztendlich mehr finanzielle Ressourcen zu erschließen. Die wiederum in die Erprobung sinnvoller Technik und neuer Methoden fließen können.

Den Workshop moderieren Kommunikationsprofi Dr. Andreas Möller und Simon Walther, Projektleiter DigiLand beim Thünen-Institut. Sie beschäftigen sich mit dem Thema zusammen mit:

  • Michael Horsch, Gründer und Geschäftsführer des Landmaschinenherstellers Horsch Maschinen,
  • Maximilian von Löbbecke, Geschäftsführer von 365FarmNet und Initiator der Kongressserie Farm & Food 4.0,
  • Annika Ahlers, Gründerin von Erklärbauer, einer Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft,
  • Dr. Murat Ünal, Gründer & Chief Intelligence Officer des KI-bezogenen Ecosystem-Intelligence-Unternehmens Sonean,
  • Carsten Gieseler, Gründer und Geschäftsführer des Start-up fodjan für Smart-feeding-Software,
  • Max Bangen, Business Development Manager beim AgTech-Start-up Farmable.

Wertschöpfung – Neue Netze sind nötig

Vom Acker bis zum Teller entstehen neue Netzwerke, die Wege werden kürzer, Lieferketten flexibel und Lebensmittel rückverfolgbar. Der Lebensmittelmarkt der Zukunft ist dezentral und funktioniert als digitales Netzwerk, das Verbraucher und Produzenten wieder näher zusammenbringt, denn der „Point of Production“ rückt immer näher an den „Point of Consumption“. Die neu gewonnene Transparenz erlaubt es, die Wertschöpfung noch effizienter zu organisieren, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, die Tierhaltung zu verbessern und so alleine durch eine bessere digitale Verfügbarkeit und Nutzung des Wissens negative Klimafolgen zu verhindern. Gleichzeitig erlauben neue digitale Instrumente moderne Formen der Kooperation. Landwirte tun sich zusammen, vernetzen sich mit Wissenschaftlern, produzieren gemeinsam und schalten durch Direktvermarktung den Zwischenhandel aus. Heike Zeller, Inhaberin der aHEU-Agentur für regionale Vermarktungsstrategien, moderiert die Diskussion und spricht dabei mit:

  • Prof. Dr. Thomas Herlitzius, Direktor des Instituts für Naturstofftechnik an der TU Dresden,
  • Georg Mayerhofer, Landwirt und Geschäftsführer der Mayerhofer Agrar GbR,
  • Dr. Rolf Sommer, Leiter Landwirtschaft und Landnutzungswandel beim WWF Deutschland,
  • Dr. Julia Köhn, Geschäftsführerin von pielers.de – Der Wochenmarkt für Zuhause,
  • Jörn Holluba, Verbundleiter bei Edeka Peter Gayermann.

Neue Welt der Proteine als Alternative?

In der Session soll über die äußerst dynamische Entwicklung in der alternativen Erzeugung von tierischen Proteinen berichtet werden. Dabei wird es sowohl um die Erzeugung von Fleisch-, Ei- und Milchersatzprodukten auf pflanzlicher Basis gehen als auch um die Herstellung von Fleisch aus Zellkulturen. Vertreter von Start-ups, führenden Unternehmen in der konventionellen und alternativen Erzeugung und Wissenschaftler werden die Situation vorstellen und im einer Podiumsdiskussion beleuchten.

Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Wissenschaftlicher Leiter des Wing, Stiftung Tieräztliche Hochschule Hannover, moderiert die Diskussion und spricht mit:

  • Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes,
  • Brian Spears, CEO und Gründer von New Age Meats, USA,
  • Laura Gertenbach, CEO von Innocent Meat,
  • Fabio Ziemßen, Vorsitzender BALPro – Verband für alternative Proteinquellen,
  • Marcus Keitzer, Vorstand für alternative Proteinquellen bei der PHW-Gruppe (Wiesenhof),
  • Hubertus Paetow, Landwirt und Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).

Ecosystem AgTech braucht Förderung

Wie können wir ein leistungsstarkes System für Zukunftsförderung entwickeln? Der Fördermangel in Deutschland macht Innovatoren das Leben schwer. Es fehlt an Kapital, Investoren, Partnerschaften und Netzwerken. Wir fragen: Wie können wir ein Ökosystem für Innovationen in AgTech in Deutschland aufbauen? Wer und was ist dafür nötig? In einem partizipativen Workshop wollen wir die nötigen Grundlagen erarbeiten und gemeinsam mit unseren Teilnehmern ein Startpapier für einen folgenden Workshop ableiten. Angesprochen sind Start-ups, Förderinstitute wie Banken und staatliche Förderprogramme, Wagniskapitalgeber, Knowledge Provider (Wissenslieferanten) und Berater, Inkubatoren (Einrichtungen, die Unternehmen bei der Existenzgründung helfen) und Acceleratoren (helfen Start-ups durch intensives Coaching beim Entwicklungsprozess in kurzer Zeit).

Als Moderatorin auf der Farm & Food spricht Prof. Dr. Katrin Schnitker, Professorin für Unternehmensführung im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft an der Hochschule Osnabrück, mit:

  • Dr. Klaus Heider, Abteilungsleiter „Ländliche Entwicklung und Digitale Innovation“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL),
  • Ralf Borchers, zuständig für die Start-up-Förderung bei der NBank, der Förderbank des Landes Niedersachsen,
  • Sebastian Schauff, Co-Founder und CEO von ag.supply,
  • Prof. Dr. Bastian Halecker, Founding Partner der Food-Innovation-Plattform Hungry Ventures,
  • Dr. Katrin Jakob, Gründerin und Managingpartner des Gründungszentrums California Business Associates LLC,
  • Dr. Murat Ünal, Gründer & Chief Intelligence Officer des KI-bezogenen Ecosystem-Intelligence-Unternehmens Sonean,
  • Wolf Goertz, Geschäftsführer der Big-Data-Plattform foodsupply,
  • Eva Piepenbrock, Redaktionsleiterin bei „f3 – farm. food. future“.

Zusätzlich zu den großen Diskussionen auf der Farm & Food werden zu den meisten Themen Gespräche am runden Tisch durchgeführt. Auf der Website des Kongresses können Landwirte nicht nur die vergünstigten Tickets kaufen, sie finden unter anderem im Blog sehr interessante Beiträge und Interviews mit Hintergrundwissen und persönlichen Meinungen zu den Themen, die in Zukunft die Landwirtschaft verändern. mey/PM


Farm & Food Kongress

Farm & Food 4.0

Parallel zur Grünen Woche findet am 20. Januar in Berlin die neue Auflage der Farm & Food statt. Hier finden sie alle Informationen zum großen Zukunftskongress der Landwirtschaft.

Zur Webseite


Abonnieren Sie die Bauernzeitung im praktischen Abo.
Ihre Vorteile im Überblick:

  • Online-Zugang zu den Marktpreisen
  • Attraktive Prämie
  • Dreimal jährlich Sonderhefte voller Expertenwissen

Bauernzeitung. Aktuell. Regional. Praxisnah.

Abonnieren