Das Abwasserbecken in der Kläranlage Immekath. (c) Jörg Möbius

„Genehmigung für Wasserentnahme“

Bei der Milcherzeugergenossenschaft Klötze werden die Feldfrüchte mit dem gereinigten Wasser aus einer Kläranlage beregnet. Das reichte jedoch nicht aus – und so bestimmt das Thema Wasser auch die Wünsche für 2020.

Von Jörg Möbius

Die Milcherzeugergenossenschaft Klötze (Bauernzeitung 14/2019) beregnet mit dem gesamten zur Verfügung stehendem gereinigten Abwasser der Kläranlage Immekath Zuckerrüben und Sommerbraugerste. „Im Frühjahr wurde eine unserer drei Trommelberegnungsmaschinen generalüberholt“, so Raimund Punke, Geschäftsführer des Betriebes in Sachsen-Anhalt.

„Wir hatten auch überlegt, in verdunstungsärmere Technik zu investieren, aber ohne Förderung ist sie bei den momentanen Preisen für uns nicht erschwinglich. Dazu kommt, dass die Hitze den Kühen zu schaffen machte, wir haben je Kuh zwischen 200 und 300 Kilogramm Jahresleistung verloren.“

Milcherzeugergenossenschaft Klötze
Zufrieden mit der Beregnung: Raimund Punke(r.) und Ronald Hase vor der Tromelberegnungsmaschine, die für die nächste Saison bereit steht. (c) Jörg Möbius

Die Erträge der Milcherzeugergenossenschaft Klötze auf den beregneten Flächen können sich auch 2019 sehen lassen, und das trotz des recht sandigen Bodens in der Region. „Bei Zuckerrüben konnten wir knapp 100 Tonnen je Hektar ernten, und das bei gutem Zuckergehalt. Die Braugerste brachte einen normalen Ertrag, das Qualitätsziel konnte komplett erreicht werden“, freut sich Raimund Punke.

Ganz anders sah es bei Getreide und Mais aus, die kein Zusatzwasser bekommen. Litt 2018 das Getreide besonders stark, war es dieses Jahr der Mais. „Noch machen sich unsere Vorratshaltung und einige Zukäufe beim Futter bezahlt, aber 2020 müssen wir wieder ordentlich ernten, sonst wird das Futter knapp.“ Die Konkurrenz um Mais ist groß, Biogasanlagen erhöhen die Nachfrage sehr. Die Milcherzeugergenossenschaft Klötze selbst setzt in ihrer Biogasanlage 90 % Gülle ein.

„Gerne würden wir mehr Flächen mit zusätzlichem Wasser versorgen“, so der Wunsch von Ronald Haase, Pflanzenbauchef Milcherzeugergenossenschaft Klötze. „Für Brunnen erhalten wir leider keine Genehmigung.“ Die von der Kläranlage abgegebene Wassermenge verringert sich mit steigenden Temperaturen. Es wird weniger in den Wohnungen geduscht.

Dass die Politik jetzt auf Abwasser von Kläranlagen als Möglichkeit für die landwirtschaftliche Bewässerung aufmerksam geworden ist, freut Raimund Punke. „Wir machen das schon lange, schön, wenn bald auch andere Berufskollegen diese Ressource nutzen können.“


Lesen Sie den ganzen Artikel in der Ausgabe 19


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