Fotomontage (c) Sabine Rübensaat

Entschlossener gegen ASP vorgehen

„Die Schweinepest wird mehr und mehr zur Katastrophe für Landwirte“, meldet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Thüringen. Ein Appell ostdeutscher Schweinehalter an Politik, Behörden und Verbraucher.

Einem eindringlichen Appell haben ostdeutsche Schweinehalter Politik, Behörden und Verbraucher um mehr Unterstützung im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) gebeten. „Die Schweinepest wird mehr und mehr zur Katastrophe für Landwirte“, ist eine Pressemitteilung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen (IGS) überschrieben, die gemeinsam mit den IGS Brandenburg und Sachsen sowie dem Schweinewirtschaftsverband Sachsen-Anhalt verbreitet wurde.

„Die aktuelle Situation der Schweinehalter in Deutschland bereitet uns allergrößte Sorgen“, erklärt der Vorsitzende der IGS Thüringen, Andrè Telle. „Bisher ist die Schweinepest nur bei Wildschweinen festgestellt worden. Kein einziger landwirtschaftlicher Betrieb ist betroffen. Wir schützen unsere Betriebe optimal. Trotzdem haben die Landwirte die Last zu tragen.“ Die Erzeugerpreise seien gesunken, die Schweine würden nicht mehr regelmäßig abgeholt. Viele Tierhalter bangten um ihre Zukunft. Die ASP führe in Verbindung mit den Corona-Infektionen in Schlacht- und Zerlegebetrieben „für alle Bauern, nicht nur für die Schweinehalter, zu einer Katastrophe“, so Telle.

Hans Christian Daniels, IGS Brandenburg, macht deutlich: „Der Schaden für die Landwirte ergibt sich vor allem dadurch, dass es grundsätzlich verboten ist, aus den betroffenen Gebieten Hausschweine oder Schweinefleischerzeugnisse herauszubringen“. Doch die ASP betreffe nicht nur die Bauern. Auch für alle anderen Bürger sei die Situation in den gefährdeten Gebieten im Alltag immer deutlicher spürbar: Jagen und Angeln seien häufig generell verboten, Zoos müssten schließen, Waldspaziergänge mit dem Hund wären in betroffenen Regionen bereits untersagt.

„Wir Schweinehalter fordern Politik und Behörden sehr eindringlich auf, mit allen gegebenen Möglichkeiten daran zu arbeiten, die se für Schweine gefährliche Tierseuche einzudämmen“, so Rita Blum, Vorsitzende der IGS Sachsen. Die Landwirte selbst verstärken bereits die Hygienemaßnahmen auf ihren Betrieben. Außerdem würden vermehrt Zäune gebaut, um die Betriebe zu schützen. „Wir fordern die klare Vorschrift, dass nicht nur das Stallpersonal, sondern auch betriebsfremde Personen nur über eine Hygieneschleuse Ställe betreten dürfen. Das heißt: Ställe dürfen nur nach Duschen und mit stalleigener Kleidung betreten werden.“

Die Schweinehalter bitten auch die Verbraucher um Unterstützung. „Es muss viel deutlicher werden, dass die Schweinepest für Menschen nicht gefährlich ist. Aber jeder kann dazu beitragen, das Virus aktiv einzudämmen“, fordert Hans-Georg Meyer, Vorsitzender des Schweinewirtschaftsverbandes in Sachsen-Anhalt, zum verantwortungsvollen Umgang mit Speiseresten auf. red

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