Im Kadavercontainer befanden sich noch drei lebende Ferkel. (c) Kay Harzmann

Lebende Ferkel im Kadavercontainer

Am Sonntag entdeckten Spaziergänger in der Nähe einer Ferkelaufzuchtanlage im Havelland lebende Ferkel in einem Kadavercontainer. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.

Von Heike Mildner

Drei noch lebende zwischen 30 toten Ferkeln wurden am Sonntag in einem Kadavercontainer in der Nähe einer Ferkelaufzuchtanlage in Bützer (Havelland) entdeckt. Spaziergänger hatten die panisch quiekenden Tiere gehört und die Polizei gerufen. Diese verständigte Feuerwehr und Veterinäramt.

Eines der drei noch lebenden Ferkel im Kadavercontainer war schwer verletzt und wurde durch einen Jäger vor Ort fachgerecht getötet. Die anderen beiden Ferkel seien zunächst in die Zuchtanlage zurückgebracht worden, hätten aber aus hygienischen Gründen getötet werden müssen, heißt es aus der Kreisverwaltung. Die Polizei nahm die Personalien eines Verantwortlichen des Betriebs und mehrerer anwesender Mitarbeiter auf und leitete ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Landesbauernverband (LBV) distanzierte sich deutlich

Die Ferkelaufzuchtanlage in Bützer gehört zur Fläminger Tiergut GmbH mit Hauptsitz in Bad Belzig, Ortsteil Schwanebeck mit 20.000 Geschäftsführer Erwin van den Borne war auch am Dienstag telefonisch nicht erreichbar, um zu den Vorgängen in seinem Betrieb Auskunft zu geben.

Der Landesbauernverband (LBV) distanzierte sich deutlich: „So etwas darf unter keinen Umständen geschehen. Wenn Tiere in den Kadavercontainer verbracht werden, muss sichergestellt sein, dass diese tatsächlich tot sind“, stellte Dorsten Höhne, Vorsitzender des Fachausschusses Tierhaltung/Tiergesundheit beim LBV Brandenburg klar. Das betroffene Unternehmen sei kein Mitglied im Bauernverband, so Höhne in einer Pressemitteilung des LBV am Montagnachmittag. Dirk Peters, Kreisbauernverbandsvorsitzender im Havelland forderte gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) eine schnellstmögliche Aufklärung und Ahndung. In diesem Punkt gebe es für ihn null Toleranz, so Peters.

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