Das Finale mit großer Präsentation der Sieger (c) Schulte

Fleischrinder unter dem Funkturm

Mit 250 Tieren hatte die Schau „Schwarz Rot Gold robust“ etwas zu bieten. Allein der Ort, die Messehallen im Rahmen der Grünen Woche, bescherten ihr viel Aufmerksamkeit.

Von Paul Bierstedt, RBB Rinderproduktion, Berlin-Brandenburg

Es war das Fleischrind-Highlight des Jahres, die vierte Bundesschau der extensiven Fleischrindrassen. Vom 17.-19. Januar 2020 trafen sich Deutschlands beste Fleischrinder der Rassen Dexter, Galloway, Hereford, Highland Cattle, Welsh Black und Zwergzebu zur gemeinsamen Bundesschau im Rahmen der Internationalen Grünen Woche.

Mit rund 250 Großtieren hatte diese Schau einen beachtlichen Umfang. Auch der Austragungsort, die Messehallen in Berlin, bildet ein Alleinstellungsmerkmal und lockte zahlreiche Besucher an.

Dexter – Kleine Rinder ganz groß

Europas Kleinste Rinderrasse, die Dexter zeigten in einen tollen Wettbewerb die Qualitäten der Rasse.

Mit dem in Brandenburg bei Fritz Guhl geborenen und von seinem jetzigen Besitzer Lutz Klingberg vorgestellten Bodo ging die erste Bundessiegerschärpe nach Mecklenburg für den gut 10 Jahre alten Prachtburschen. Auch die Siegerfärse Irma v. Damm aus dem Zuchtbetrieb von Karen Grot ist ein echtes Nordlicht.

Galloway stellte den größten Rasseblock

Mit dem größten Kontingent warteten die Galloways auf und stellten fast die Hälfte aller Schautiere und boten mit 26 Richtklassen den härtesten Wettbewerb unter dem Funkturm.

Ein Highlight war der Wettbewerb der Bullen. Nach einem Kopf an Kopf rennen belegte der imposante und überaus gefällige dunfarbene Marlin v. Buchenau von Freigut Garsena (k.-F. Schöning) aus Sachsen-Anhalt den Reservesiegerplatz hinter dem schwarzen Kimba v Kronenhof von A. Molter. Damit konnte Marlin seinen Landessieg bei der FleischrindVision noch einmal toppen. Neben diesem höchsten Titel, waren auch viele weitere hervorragende Rinder aus den neuen Bundesländern im Wettbewerb vertreten. Unter anderem die beiden mütterlichen Halbschwestern Samantha und Savannah vom Heidegrund aus der Zucht von Rainer Tornow (RBB), die beide einen Klassensieg holten. 

Hereford mit texanischem Richter

Der Rasseverband der Herefordzüchter luden als Richter den Texaner PJ Buddler ein. In einem hochkarätigen Wettbewerb kürte er die Siegertiere.

Der große Wurf gelang der Familie Kienow aus Wiesenburg in Brandenburg. Ihre Jungkuh Lissi P konnte sich nicht nur in ihrer Klasse durchsetzen, sondern wurde am Ende der Schau als Bundesreservesiegerin ausgezeichnet. Ein großartiger Erfolg für die Familie, die erstmalig an einer Bundesschau teilnahm. Bei den Färsen stellte Thomas Wick aus Sachsen-Anhalt mit HR Desiree P die Bundessiegerin. Ein überaus typvolles und gefälliges Rind, was keine Zweifel zuließ.

Highland Cattle mit niedersächsischen Schaukrachern

Im Wettbewerb der Highland Cattle dominierten die Züchter aus Niedersachsen den die Endauswahl mit perfekt herausgebrachten Tieren. Jedoch bei den Färsen konnte Falk Pommer aus Thüringen die Konkurrenz erblassen lassen.

Schon in der Richtklasse der ältesten Färsen überstrahlte die rote Pepper v. Diebeskamp die anderen Rinder und auch in der Wahl zu Bundessiegerin präsentierte sie die Vorzüge der Rasse in Bester Weise. In den einzelnen Richtklassen konnte Volker Dannebergs Tango II vom Weidegrund die dritte Klasse der Bullen. Damit konnte sich auch ein Brandenburger Tier bei starker Konkurrenz gut platzieren.

Welsh Black – die schwarzen Perlen aus Wales

Bei den Welsh Black waren die Züchter aus Niedersachen eine unüberwindbare Konkurrenz. Alle sechs Bundessiegertitel gingen in das Zuchtgebiet der Masterrind Verden. Vor allem der Siegerbulle Elton (Maack & Bieler GbR) und der zehnjährighe Reservesieger Sarturn (Fam. Wallrichs) zeigten in imposanter Weise die Vorzüge dieser leistungsstarke Rasse.Aber auch aus dem Osten konnten Züchter Achtungszeichen setzten. So K.-H- Burchard aus Sachsen-Anhalt mit seinem typvollen Jungbullen FB Afon, dem Sieger der jüngsten Bullenklasse! Auch das Welsh Black „Urgestein“ Detlef Jacob, brachte mit der hornlosen Marlis P ein tolles Rind nach Berlin und konnte guten zweiten Platz belegen. 

Exoten mit auffälliger Optik

Die Rassen Salers und Zwerg-Zebu wurden fast ausschließlich von Züchtern aus dem Süd-Westen Deutschlands ausgestellt und bereicherten die vielfältige Bundesschau mit zwei weiteren tollen Rassen. Der einige Züchter aus dem Gebiet der neuen Bundessländer war die Lehmann GbR, die mit zwei Zwergzebus am Wettbewerb teilnahm. 

Jungzüchter unter dem Funkturm

Ein Jungzüchterwettbewerb am Sonntag bot auch den Züchtern von morgen eine gute Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen. In einem erstklassigen Wettbewerb konnte die Brandenburgerin Sophia Tornow mit ihrer Samantha vom Heidegrund die Konkurrenz hinter sich lassen und wurde als beste Vorführerin der älteren Jungzüchter vor Tim Rasch aus Niedersachsen ausgezeichnet. Bei den  jüngeren Jungzüchtern gewann Romy Hacke den Wettbewerb. Ihre stärkste Konkurrenz war Viktoria Burchardt mit ihrer Färse Nazle, welche den Reservesieg nach Sachsen-Anhalt holte. Beide Welsh Black Jungzüchterinnen boten sich ein Kopf an Kopf rennen.


Stars unserer Titelgeschichte

In Ausgabe 3/2020 berichten wir über die Herefordzucht der Agrargenossenschaft Münchehof in Brandenburg. Mit drei ihrer Zöglinge – zwei Färsen und dem Bullen Harvie nahmen sie an der vierten Bundesschau der Robustrinder „Schwarz Rot Gold robust“ auf der Grünen Woche teil.

Harvie wurde Bundesreservesieger (li.), Hereford-Färse Coline P (Cornlius x Remo) holte sich den Klassensieg. Stefan Bulisch (r.), verantwortlich für die Herefords in Münchehofe, präsentierte das Tier.


Nach vielen Wochen Vorbereitung und drei intensiven Schautagen sind alle Rinder wieder in ihren Heimatställen angekommen, mit der Gewissheit der Züchter, an einem schönen Wettbewerb teilgenommen zu haben und gute Werbung für den Berufsstand, die Rinderhaltung und regionale Produktion gemacht zu haben.

Diese einmalige Schau bot die Möglichkeit, nicht nur des Austausches der Züchter miteinander und das Vergleichen der Zuchttiere, sondern auch der Kontakt zu den Verbrauchern konnte hier gestärkt werden und diese konnten sich direkt bei den Rinderhaltern informieren und bekamen Antworten aus erster Hand und nicht über Medien oder Dritte. Daher war die Bundeschau „unter dem Funkturm“ viel mehr als eine Bundesschau, sondern ein Aufklärungsveranstaltung mit direkten Kontakt zwischen Produzent und Verbraucher.

Wir gratulieren allen Züchtern zu ihren Tieren und bedanken uns für das Engagement und die Leidenschaft für die Fleischrinder. Ein großer Dank gilt auch allen Unterstützern der Schau, sowie der Messe Berlin für das perfekte Podium während der IGW. 

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