Futterernte: Mehr Stillstand als Fortschritt

Im dritten Teil von “Futter aktuell” zeigt sich das Grünland nicht viel weiter, als vor einer Woche. Grund dafür sind kältere Temperaturen der letzten Tage. Doch das Ackergras könnte bald soweit sein.

Von Marion Dunker* und Dr. Heidi Jänicke*

Viel ist auf den Probestandorten zur ersten Ernte des Jahres in den vergangenen sieben Tagen nicht passiert. “Schuld” daran ist vor allem die Kälte. Die erste Probenahme auf den Niedermoor-Testflächen zeigt erwartungsgemäß große Unterschiede. Erste Ackergrasbestände könnten nächste Woche schnittreif sein.

Die Witterung in der vergangenen Woche wurde von zunehmender Trockenheit, viel Sonnenschein und Nachtfrösten bestimmt. Das Wachstum der Futterbestände hielt sich in Grenzen, es gab mehr Stillstand als Fortschritt, anders als sonst in dieser Jahreszeit. Sowohl beim Ackerfutter als auch auf Mineralbodengrünland stagnierten die Trockenmasse-(TM-)Erträge.

Erschwerte Prognose für Futterernte-Termin

Auch bei den Inhaltsstoffen veränderte sich wenig, alle wertbestimmenden Parameter bewegen sich noch in derselben Größenordnung wie vor einer Woche. Das erschwert eine exakte Prognose für den in Kürze anstehenden Ackerfutterschnitt. Eine Fläche im westlichen Mecklenburg steht zur Ernte an, bei weiteren könnte bis zur nächsten Woche die Schnittreife erreicht sein.

Das junge Futter hat noch niedrige Faser- und hohe Gasbildungswerte. Im Zusammenspiel mit den günstigen Rohfettgehalten steht dies für energiereichen Aufwuchs.



Futterernte: Frühjahrswachstum auf Niedermoor zwei Wochen später

Die erste Probenahme auf dem Niedermoorgrünland ergab große Unterschiede zwischen den Testflächen, wie gewöhnlich zu Beginn der Saison. Erwartungsgemäß setzt das Frühjahrswachstum hier ca. zwei Wochen später ein. Die gegenüber den Ackergrasstandorten und dem Dauergrünland auf Mineralboden teilweise geringere Verdaulichkeit (Gasbildung) und der zum Teil etwas niedrigere Rohfettgehalt führen zu geringerer Energiedichte. Diese liegt mit durchschnittlich 7,4 MJ NEL/kg TM um 0,3 bzw. 0,2 MJ NEL/kg TM unter der von Ackerfutter und Mineralbodengrünland.



Derzeit stehen noch auf allen Flächen energiereiche Futterbestände mit hoher Verdaulichkeit. Die Schnittreife wird maßgeblich von der Wasserversorgung und den Standortbedingungen in den nächsten Tagen abhängen.


*Marion Dunker, LUFA Rostock der LMS Agrarberatung,
*Dr. Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern


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