Beim Praxispartner in Trebnitz wird Phacelia für die Saatgutgewinnung gedroschen. (c) Heike Mildner

Erste Ökokontrolle für die Trebnitzer Agrarproduktion

Bei unserem Brandenburger Praxispartner, der Trebnitzer Agrarproduktion, wurde am 12. August die Phacelia für die Saatgutgewinnung gedroschen. Außerdem stand die erste Ökokontrolle seit Beginn der Umstellung an.

Am vergangenen Mittwoch ist bei unserem Praxispartner in Trebnitz noch der Drescher im Einsatz. Das Getreide (Gerste, Roggen, Triticale) ist mit durchschnittlich drei Tonnen je Hektar vom Acker. Etwas Hafer und die Phacelia stehen aber noch, und die Phacelia soll heute geerntet werden. Zwar tragen einige Pflanzen noch letzte Blüten, aber der Schlagregen am Montag – immerhin 18 l – sorgte dafür, dass jetzt einige Fruchtkapseln leer sind.

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Video (c) Heike Mildner

Da es hier um die Gewinnung des Saatgutes geht, muss gehandelt werden. Gegen Elf ist es trocken genug. Jungmeister Maik Wilke hat den Mähdrscher zum Feldrand gefahren und mit Henry Elsner das neun Meter breite Schneidwerk montiert. Frank Schumacher kommt dazu und erwartet mit gewisser Spannung den Probedrusch, den er beim ersten Mal Phacelia in seiner Amtszeit selbst prüfen möchte.

Erste Ökokontrolle in der geschichte der Trebnitzer Agrarproduktion

Prüfen ist dieser Tage in Trebnitz Mode. Vor ein paar Tagen wurde der gesamte Betrieb geprüft: die erste Ökokontrolle. Die Prüferin hatte den ganzen Tag zu tun, auch wenn Frank Schumacher gut vorbereitet war. Bei den Ökokontrollen werden nicht nur Hof, Lager und Äcker unter die Lupe genommen und wie bei einer Pflanzenschutzkontrolle die Schlagdateien kontrolliert. Zusätzlich schaute sich der Prüferin die gesamte Buchhaltung an.

Probedrusch: Frank Schumacher spricht Maik Wilke (l.) die Feineinstellung des Mähdreschers ab. (c) Heike Mildner

„Jede Rechnung, die eingeht, wird mit dem Warenfluss abgeglichen und geprüft, wie viel Menge durch den Betrieb gegangen ist. Lieferscheine, Rechnungen, Erträge müssen in einem plausiblen Zusammenhang stehen“, berichtet der Trebnitzer Betriebsleiter. Der bürokratische Aufwand habe mit der Umstellung  auf Bio deutlich zugenommen. „Für jeden Wareneingang muss die Herkunft nachgewiesen werden, eine Ökonummer muss vorhanden sein, Reinigungsprotokolle für die Lkw – die Ware wird lückenlos verfolgbar gemacht“, so Schumacher. Noch wird der Aufwand nicht entlohnt. Es ist Umstellungsware, und davon ist gerade sehr viel auf dem Markt, die Verschiebung der EU-Ökoverordnung sorgt zusätzlich für Unsicherheit.



Nach dem Regen: Aussaat von Phacelia

Die Trebnitzer Agrarproduktionsgesellschaft mbH bewirtschaftet 780 ha Ackerland. Seit Juli 2019 stellt Landwirtschaftsmeister Frank Schumacher den Betrieb auf Bio um. Ein Prozess, den wir seit April 2020 begleiten. mehr


Dreschen mit Fingerspitzengefühl

Bei der Phacelia bringt der Probedrusch Sicherheit. Stellenweise ist grüne Melde durchgewachsen. Die wird zwar bei der Saatgutreinigung herausgefiltert, ihre Feuchtigkeit kann jedoch das Erntegut verklumpen. Zur Feinjustierung steigt der Altmeister selbst mit auf den Drescher, der in Staub gehüllt am Horizont verschwindet. Am Ende des Tages sind die elf Hektar im Kasten. Premiere gelungen.

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