Viele Borkenkäfer haben in den sächsischen Wäldern überwintert. Bei steigenden Temperaturen verlassen sie ihre Quartiere. (c) Sachsenforst

Borkenkäfer: Bei Befall rasch handeln

Sachsens Wälder stehen vor einem weiteren Jahr mit hohem Aufkommen an Borkenkäfern. Der Staatsbetrieb Sachsenforst rechnet damit, dass in den kommenden Wochen wieder Milliarden an Käfern ihre Winterquartiere verlassen.

Von Karsten Bär

Sachsens Waldbesitzer sind aufgerufen, ihre Wälder und insbesondere Schadholz aufmerksam auf Befall zu kontrollieren und rasch Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um die Vermehrung der Schädlinge zu verhindern.

Rekordschäden durch Borkenkäfer

Die Forstwirtschaft in Sachsen muss im nunmehr fünften Jahr mit hohem Aufkommen an Borkenkäfern zurechtkommen. 2019 und 2020 verzeichnete man Rekordschäden durch Borkenkäfer mit jeweils rund 2,1 Mio. m³ Schadholz in allen Waldeigentumsarten.

Zwar gingen die Schäden im vorigen Jahr aufgrund umfangreicher Gegenmaßnahmen, des gebietsweise Verschwindens befallsgeeigneter Bestände und eines durchschnittlichen Witterungsverlaufes insgesamt leicht zurück. Sie lagen mit 1,8 Mio. m³ dennoch weiter auf einem historisch hohen Niveau. Zudem verläuft der Rückgang der Schäden nicht einheitlich. Während die Schadmengen im Staatswald deutlich zurückgingen, stagnierte die Entwicklung in Privat- und Körperschaftswäldern oder nahm gebietsweise sogar wieder zu.

Auch regional gibt es Unterschiede. Im Elbsandsteingebirge sowie insbesondere im Oberlausitzer Bergland und Zittauer Gebirge sind die Schäden im vergangenen Jahr noch einmal deutlich angestiegen. In diesen Regionen sowie auch im Großraum südlich von Chemnitz erwartet die Forstverwaltung auch in diesem Jahr wieder hohe Schäden. Insbesondere bei einem trocken-warmen Sommer könnten sich die Borkenkäfer wieder extrem vermehren, wenn nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Überwachung durch Monitoring

Wird Befall festgestellt, sind die betroffenen Bäume zügig zu fällen und aus dem Wald abzutransportieren oder anderweitig − beispielsweise durch Entrindung − unschädlich zu machen. Für die anfallenden Holzmengen bestehe derzeit gute Nachfrage, verweist Sachsenforst auf die aktuell gute Marktlage. Weiterhin müssten nun möglichst schnell befallene Bäume, die bisher nicht saniert wurden, entfernt werden.

Auch Bestände mit frischen Wurf- und Bruchschäden müssen schnell aufgearbeitet werden. Sachsenforst empfiehlt Waldbesitzern, die Beratungsangebote in den 62 Revieren in ganz Sachsen sowie die Fördermöglichkeiten des Freistaates und des Bundes für Sanierung und Waldumbau in Anspruch zu nehmen.

Überwacht wird das Auftreten des Borkenkäfers auch in einem landesweiten Monitoring in Zusammenarbeit mit den unteren Forstbehörden. Mit speziellen Fallen an etwa 90 Standorten sammeln die Behörden räumlich differenzierte Daten zu Beginn, Dauer und Intensität der Schwarmaktivität. Darüber hinaus steht das phänologische Prognosemodell PHE-NIPS im Internet bereit. Es schätzt den Entwicklungsstand des Buchdruckers als gefährlichster Borkenkäferart Sachsens ein.


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