Mit dem Grubber bearbeitet Gabor Hildebrandt auf Flächen der Agrar-Gesellschaft „Börde“ den Boden für die anschließende Herbstbestellung.

Stoppelsturz vor neuer Saat

Nach der Getreideernte wurden in der Agrar-Gesellschaft „Börde“ in Rottmersleben die Äcker auf die als nächstes folgende Bestellung von Winterraps und Zwischenfrüchten vorbereitet.

Text und Fotos von Barbara Ilse

Die Ernte von Getreide und Raps ist in der Börde abgeschlossen. Die letzten Strohballen liegen zum Abtransport an den Feldrändern bereit. Die Mähdrescher sind, so denn nicht noch andere Druschfrüchte zu bergen sind, gesäubert und abgestellt. Landauf, landab warten die Felder nach der Ernte nun auf Grubber, Pflüge und Scheibeneggen, die die Flächen für die Winterkulturen zurechtmachen. Stoppelsturz und anschließende Saatbettbereitung sind angesagt.

Daniel Rein
Daniel Rein ist Leiter Ackerbau in der Agrar-Gesellschaft in Rottmersleben und Mitglied im Fachausschuss Pflanzenproduktion des Landesbauernverbandes.

Auch bei der Agrar-Gesellschaft „Börde“ mbH in Rottmersleben sind die großen Bodenbearbeitungsgeräte im Dauereinsatz. Der Pflanzenbauexperte des Landwirtschaftsbetriebes und Mitglied im Fachausschuss Pflanzenproduktion beim Landesbauernverband, Daniel Rein, blickt auf eine ordentliche Getreideernte zurück. „Die Regenmengen und -häufigkeiten während der Wachstumsperiode sind regional sehr unterschiedlich ausgefallen. Die Felder um Rottmersleben und Nordgermersleben konnten nach den großen Regengüssen im Juni noch von einigen weiteren Regenschauern profitieren. Schon in Bebertal und Hundisburg gab es hingegen weniger Wasser für die Pflanzen in der Wachstumsperiode.“

Weizen ist nur Futter

Allerdings wendet er ein, seien die Proteingehalte im geernteten Weizen sehr gering, sodass fast die gesamte Menge als Futter verkauft werden musste. Landwirt Rein weiter: „Die Erträge beim Raps waren zufriedenstellend. Bei unserer Gerste fiel in diesem Jahr das kleine Hektolitergewicht auf. Wir hatten viele kleine Körner.“ Der Betrieb hatte auf 807 ha Weizen angebaut, auf weiteren 150 ha Gerste und auf 230 ha Raps. Auf 220 ha stehen noch Zuckerrüben und auf 435 ha wächst Mais.

„Die Ernte verlief in diesem Jahr sehr zügig, sie wurde nur kurz von einem kleinen nächtlichen Regenschauer gestört“, schildert Rein. „So konnten wir am 2. August erst 14 Uhr beginnen; sonst ging es täglich um 10 Uhr los. Die drei eigenen Mähdrescher waren vom 20. Juli bis zum 3. August im Einsatz.“

Lohndrusch für Dritte

Weil der Betrieb so zeitig mit dem Mähdrusch durch war, konnte anschließend im Lohndrusch noch anderen Landwirten geholfen werden, ihre Ernte einzubringen.

Besprechung vor dem Einsatz:  Feldbauleiter Daniel Rein hat mit  Tobias Theuerkauf vor dessen  erstmaliger Arbeit mit der Drillmaschine noch einmal über die  Einstellungen im Traktor geschaut.
Besprechung vor dem Einsatz: Feldbauleiter Daniel Rein hat mit Tobias Theuerkauf vor dessen erstmaliger Arbeit mit der Drillmaschine noch einmal über die Einstellungen im Traktor geschaut.

Nach Stoppelsturz und Saatbettbereitung entsprechend den nachfolgenden Kulturen folgt die Neubestellung. Die Rapssaat kam dieser Tage in die Erde. 233 ha der Ölfrucht haben Geschäftsführer Thomas Seeger und Pflanzenbauleiter Daniel Rein für den Rottmerslebener Landwirtschaftsbetrieb geplant. Auf weiteren 210 ha werden Zwischenfrüchte den Boden über den Winter bedecken, um ihn für die Maissaat im kommenden Frühling vorzubereiten.

Gabor Hildebrandt, Lehrling im dritten Lehrjahr, zieht an diesem Tag mit dem Grubber seit 5 Uhr morgens in einer Staubwolke seine Runden auf dem 100 ha großen Schlag „Ackendorfer Straße“. Sein Kollege, Tobias Theuerkauf, bedient zum ersten Mal die Drillmaschine mit 8 m Arbeitsbreite. Daniel Rein schaut gemeinsam mit dem jungen Mann noch einmal über die Einstellungen im Traktor und dann geht die Fahrt los: Ölrettich, Senf und Ramtillkraut sollen hier wachsen und im Frost vergehen – Gründüngung zur Folgefrucht. Und dann heißt es wieder, auf Regen zu warten, auf dass die Saat gut aufgeht.


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