Der Kuhbestand in der Milchkontrolle ist in Sachsen-Anhalt um weitere fast 2.300 Tiere zurückgegangen. (c) Detlef Finger

Milchkontrolle: Betriebs- und Kuhzahl weiter auf Talfahrt

In Sachsen-Anhalt schieden in der ersten Hälfte des laufenden Prüfjahres erneut zehn Betriebe aus der Milchkontrolle aus. Ein kleines Plus gibt es bei der Milchleistung.

Von Detlef Finger

Bei der Milchkontrolle in Sachsen-Anhalt setzten sich in der ersten Hälfte des Prüfjahres 2020/2021 die gegenläufigen Entwicklungen fort. Während einerseits die Milchleistung erneut leicht anstieg, gingen andererseits sowohl die Anzahl der Betriebe als auch der Kuhbestand in der Milchkontrolle weiter zurück. Das geht aus aktuellen Zahlen des Landeskontrollverbandes (LKV) Sachsen-Anhalt hervor.

Die durchschnittliche Jahresleistung aller geprüften Kühe betrug demnach per 28. Februar dieses Jahres 4.104 kg Milch mit 4,08 % Fett (168 kg) und 3,51 % Eiweiß (144 kg). Das bedeutet einen Zuwachs von 7 kg Milch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Inhaltsstoffe blieben gleich.

Milchkontrolle: Die Herden wachsen

In den landesweit elf Kontrollvereinen waren zum Stichtag Ende Februar noch 275 Betriebe mit 96.475 Kühen organisiert. Binnen eines halben Jahres verlor der LKV in der Milchkontrolle zehn Betriebe, die Kuhzahl reduzierte sich um immerhin 2.293 Tiere. Die Durchschnittsgröße der Herden liegt jetzt bei 351 Kühen. Das sind vier mehr als zum Ende der Prüfjahres 2019/2020 und elf mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Die durchschnittliche Zellzahl in der Rohmilch lag demgegenüber bei 282.000/ml, sie nahm also um 22.000/ml zu. Die mittlere Gesamtleistung der lebenden Kühe verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 326 kg auf 21.992 kg Milch. Die Lebensleistung der gemerzten Kühe der vergangenen zwölf Monate lag bei 29.119 kg Milch. Das entspricht einem Zuwachs von 755 kg im Vergleich zum Jahr zuvor. Die Nutzungsdauer der Kühe erhöhte sich außerdem leicht von 34,9 auf 35,5 Monate.

Das Viertel der besten Betriebe in der Milchkontrolle konnte die Lebensleistung ihrer aktiven Kühe um immerhin 570 kg auf 24.424 kg Milch steigern. Die gemerzten Kühe dieser Höfe erreichten eine Leistung von 32.781 kg Milch. Diese Tiere legten entsprechend um 1.096 kg zu – bei einer Nutzungsdauer von knapp drei Jahren (36,9 Monate, +0,9).

Milchleistung: KV Jessen bleibt Spitze

Die größten Kuhbestände in der Milchkontrolle verzeichneten zur Halbzeit des laufenden Prüfjahres die Kontrollvereine Salzwedel, Stendal/Havelberg/Genthin sowie Elbaue. Sie können unter dem Strich jeweils rund 12.000 Tiere vorweisen. An der Spitze bei der Leistung steht weiterhin der Verein Jessen mit aktuell 4.804 kg Milch im Mittel von gut 5.600 Kühen. Das ist zugleich der kleinste Kuhbestand aller Kontrollvereine. Dahinter rangieren mit Leistungen von 4.100 kg bis 4.150 kg je Kuh ziemlich gleichauf die Kontrollvereine Saale-Südharz, Osterburg, Naumburg, Salzwedel und Elbaue.

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