Die Direktzahlungen sollten vor Weihnachten auf den Konten der Landwirte sein. (c) Sabine Rübensaat

Direktzahlungen: Geldsegen kam vorm Fest

In Sachsen-Anhalt wurden sowohl die Direktzahlungen als auch die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete erneut vor Weihnachten an die landwirtschaftlichen Betriebe ausgezahlt.

Von Detlef Finger

Die Direktzahlungen für 2021 sind in Sachsen-Anhalt wie schon in den drei Jahren zuvor ausnahmsweise vor Weihnachten ausgezahlt worden und nicht erst Ende Dezember. Nach Angaben des Magdeburger Landwirtschaftsministeriums sollten die Beträge ab dem 23. Dezember auf den Konten der Antragstellerinnen und Antragsteller gutgeschrieben werden.

Aufgrund der allgemein angespannten Situation in der Landwirtschaft zog das Agrarressort der Termin erneut vor. Grundvoraussetzung hierfür war allerdings wie in jedem Jahr, dass sämtliche Kontrollen abgeschlossen sind. Der Ausgleich für Flächen in benachteiligten Gebieten (Ausgleichszulage) kam planmäßig ebenfalls vor Weihnachten.

Fast 300 Millionen Euro an Direktzahlungen

Zur Auszahlung kamen in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt landwirtschaftliche Direktzahlungen in Höhe von 298,61 Millionen Euro. Empfänger waren insgesamt 4.179 Unternehmen. Die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete für den Ausgleich natürlicher Standortnachteilen erhielten landesweit 891 landwirtschaftliche Betriebe. Ausgezahlt wurden hierfür rund 5,72 Millionen Euro. Das teilte das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten (MWL) auf Anfrage der Bauernzeitung mit.

Der Wirtschafts- und Agrarminister des Landes, Sven Schulze, betonte in einem Interview im Dezember-Infoheft des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, die Betriebe seien auf die Direktzahlungen angewiesen. „Für viele sind sie angesichts von Ertragsrückgängen und Tiefpreisphasen in den vergangenen Jahren sogar von existenzieller Bedeutung“, so der CDU-Politiker. Gegenwärtig sei die wirtschaftliche Lage auf vielen Höfen sehr ernst. Auch deshalb gelte es, die EU-Direktzahlungen zu sichern.


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Beihilfebescheide sorgfältig prüfen

„Es ist dieser Tage leider nicht selbstverständlich, dass Verwaltungsabläufe wie gewohnt funktionieren. Wenn die Betriebe die ihnen zustehenden Zahlungen nun rechtzeitig vor dem Fest erhalten, ist das zwar kein Weihnachtsgeschenk. Aber es ist allemal eine erfreuliche Nachricht.“ So kommentierte Johannes Hauser, Agrarsprecher der FDP-Landtagsfraktion, die vorfristigen Zahlungen. Nach mehreren schwierigen Jahren für die sachsen-anhaltische Landwirtschaft sei es von besonderer Bedeutung und auch eine Frage der Wertschätzung, dass die zuständigen Behörden die zügige Auszahlung mit höchster Priorität behandelt haben.

Landwirtschaftliche Berater empfehlen den Antragstellenden allerdings, die an sie ergangenen Bescheide über die Betriebsprämie bzw. die Ausgleichszulage für das Jahr 2021 gründlich zu prüfen. Außerdem sollten diese die vierwöchige Widerspruchsfrist beachten. Etwaige Abzüge und Sanktionen bei den Direktzahlungen seien in den Bescheiden oft „gut versteckt“. Auch kommunizieren die zuständigen Behörden diese im Vorfeld nicht mehr. Außerdem seien darüber hinaus oft Änderungsbescheide zu Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) gekommen, die sich noch auf Anträge aus dem Jahr 2020 beziehen.


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