Für Kühe mit mehr als 150.000 kg Lebensleistung erhalten drei Betriebe als Anerkennung je eine Zinnkuh vom LKV. (c) LKV

Milchleistungsprüfung: Viele neue Dauerleister

Sächsische Kühe gaben 2021 laut GERO/MLP-Jahresabschluss des Landeskontrollverbandes im Schnitt wieder mehr Milch. Doch auch die Parameter der Tiergesundheit zeigen eine erfreuliche Tendenz.

Von Karsten Bär

In Sachsen ist die Milchleistung erneut gestiegen. Im abgelaufenen Milchwirtschaftsjahr gab eine Kuh im Schnitt 10.149 kg Milch. Das sind 46 kg mehr als im Jahr zuvor. Im bundesweiten Vergleich steht Sachsen damit vor Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an erster Stelle. Ein Plus gab es auch beim Fett um 4 kg auf 412 kg (4,06 %) und beim Eiweiß um 1 kg auf 350 kg (3,45 %). Mit durchschnittlich 762 Fett-Eiweiß-Kilo belegt Sachsen ebenfalls den Spitzenplatz. Das geht aus der Auswertung der Prüfung der Rinder auf Gesundheit und Robustheit (GERO) und der Milchleistungsprüfung (MLP) in Sachsen hervor, die der Sächsische Landeskontrollverband (LKV) durchführt.

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Nutzungsdauer und Lebensleistung erhöht

Die hohen Leistungen gehen einher mit Verbesserungen auch anderer Parameter. So ist die Nutzungsdauer um 0,6 Monate auf 35,1 Monate beziehungsweise von 2,6 auf 2,7 Laktationen gestiegen. Ein Anteil von 62,8 % der geprüften Kühe weist Zellzahlen unter 100.000 aus. Auch damit steht Sachsen im Bundesvergleich an der Spitze. Die durchschnittliche Lebensleistung stieg um 895 kg auf 29.032 kg. Als Zielwert werden 30.000 kg angesehen, denen man sich somit weiter angenähert hat.

Neu zählen konnte der LKV im vergangenen Milchwirtschaftsjahr 159 neue Dauerleistungskühe, also solche Milchkühe, deren Lebensleistung 100.000 kg über-steigt. Insgesamt weist der sächsische Milchkuhbestand derzeit 357 solcher Dauerleistungskühe aus. Drei Kühe überschritten die Marke von 150.000 kg Lebensleistung. Sie stehen in der Cunnersdorfer Agrar GmbH, im Milchhof Diera und in der Agrargenossenschaft Marienberg. Die Betriebe zeichnet der LKV mit einem Zinnguss aus, der eine Kuh darstellt.

MLP Sachsen

Hohe Leistung schließt Tiergesundheit nicht aus

Die Prüfungsergebnisse legten nahe, dass sich hohe Leistungen und Tiergesundheit nicht ausschließen, betont Sophie Eger, stellvertretende Bereichsleiterin GERO/MLP beim Landeskontrollverband. Ebenso wirke sich die Haltung in größeren Beständen nicht auf das Wohlergehen der Milchkühe aus. „Die These, dass die Euter- sowie Klauen- und Gliedmaßengesundheit auf größeren Betrieben tendenziell schlechter ist, lässt sich anhand der Daten des GERO-Jahresabschlusses absolut nicht bestätigen“, so Sophie Eger. „Beim Abgleich der Abgangsursachen nach Bestandsgrößen auf einzelbetrieblicher Ebene lässt sich eine solche Aussage keinesfalls ableiten.“

Die Bewertung der Betriebe hinsichtlich ihres Abschneidens in der GERO-Prüfung wird vom LKV neu aufgestellt. Man wolle statt eines simplen Rankings ein Wertungsschema einführen, das jenen Kriterien eine höhere Gewichtung gibt, die für die Abbildung der Tiergesundheit besonders relevant sind, erklärt die stellvertretende Bereichsleiterin. Die genaue Ausgestaltung befinde sich derzeit noch in der Abstimmung.


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An der GERO/MLP nahmen 2021 insgesamt 546 Milchkühe mit 164.901 Milchkühen teil. Das waren 21 Betriebe und knapp 2.000 Kühe weniger als im vorhergehenden Jahr. Die durchschnittliche Herdengröße erhöhte sich um annähernd acht Tiere auf 302 pro Betrieb. Damit setzte sich der Strukturwandel weiter fort – auch wenn der Verlust deutlich geringer ausfiel, als im Vergleich zwischen 2019 und 2020. Geprüft wird ein Anteil von 94,3 % aller sächsischen Milchkühe. Die Prüfdichte liegt damit weiterhin auf einem hohen Niveau.

Mehr Betriebe mit AMS in der Prüfung

Gewachsen ist die Zahl der geprüften Betriebe, die mit Automatischen Melksystemen (AMS) melken. Mit einem Zuwachs von elf sind es nunmehr 109 „Roboterbetriebe“. Dies entspricht einem Anteil von 18 % der Betriebe und 14 % der Milchkühe, die in der GERO/MLP sind. Betriebe mit Melkrobotern halten im Schnitt 212 Milchkühe.

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