MeLa: Absage der Jubiläumsschau wegen Corona

„Es ist hart, aber wir behalten die Hoffnung“ – Auch die Jubiläumsschau MeLa musste wegen Corona abgesagt werden. Es bleibt zu hoffen, dass sie nächstes Jahr nachgeholt werden kann.

Das Interview führte Gerd Rinas

Die Agrarschau MeLa in Mecklenburg-Vorpommern sollte in dieser Woche vom 10. bis 13. September in Mühlengeez bei Güstrow stattfinden – zum 30. Mal. Wie andere Großveranstaltungen wurde sie wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Christin Mondesi, Geschäftsführerin des Messeveranstalters MAZ Messe- und Ausstellungszentrum Mühlengeez GmbH, beantwortete unsere Fragen zur Zukunft der MeLa.

Frau Mondesi, gab es wirklich keine Chance für die MeLa 2020?
Wir haben bis Mitte Juni alles versucht, sogar ein besonderes MeLa-Hygienekonzept erarbeitet. Wir wollten zum Beispiel den Einlass in den Hallen begrenzen und Abstandsregelungen gewährleisten. Am Ende half alles nichts. Das Risiko, dass Besucher sich auf der Messe mit dem Coronavirus infizieren, war nicht sicher auszuschließen. Deshalb haben die Behörden des Landkreises Mitte Juni die Notbremse gezogen. Wir mussten die MeLa absagen.

Christin Mondesi

Was bedeutet die Absage für das MAZ als Veranstalter?
Für alle Unternehmen der Messe- und Veranstaltungsbranche ist die Corona Pandemie ein wirtschaftlicher Tiefschlag. Wir waren mit Euphorie und Vorfreude vor allem auf die 30. MeLa in die Saison gestartet. Aber unsere erste Messe in diesem Jahr war gleichzeitig auch unsere letzte: Die Paderbau in Paderborn ging Ende Februar, Anfang März über die Bühne. 14 Tage später kam für uns Knall auf Fall der Corona-Lockdown.
Mitte April entschied die Landesregierung, dass bis Ende August keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen. Da wurde uns klar, dass auch die MeLa in akuter Gefahr war. Zu dem Zeitpunkt stand schon fest, dass unsere Oldtimertage im Mai 2020 nicht stattfinden würden. Wir mussten auf die Einnahmeausfälle reagieren und haben für unsere neun Mitarbeiter wie alle in der Veranstaltungsbranche Kurzarbeit eingeführt. Auch die MeLa-Partnerfirmen, Messebauer, Sicherheitsfirmen und Handwerker versuchen, so ihre Arbeitsplätze zu halten.

Haben sich Aussteller bei Ihnen gemeldet und wie haben sie auf die Absage reagiert?
Es gab viel Zuspruch. Aussteller zeigen Verständnis, dass die MeLa dieses Jahr nicht stattfinden kann. Viele haben uns Glück gewünscht, aufgemuntert und uns immer wieder gesagt, dass es sich lohnt, um eine Messe wie die MeLa zu kämpfen und durchzuhalten.
Die Partner und ideellen Träger der MeLa, der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern und das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin stehen uns zur Seite und halten Kontakt. Es wäre die 30. MeLa gewesen. Wir haben in den Jahren gemeinsam viel aufgebaut, immer neue Programme wie die KinderMela oder den Karrieretag entwickelt, die Messe als Fachausstellung und Erlebnis für die ganze Familie profiliert. Seit Jahren kommen an den vier Tagen im September über 70.000 Besucher und 1.000 Aussteller. Das ist für eine regionale Agrarschau schon eine Hausnummer. Und das wollten wir bei der 30. Auflage auch feiern. Nun ist es anders gekommen. Das ist hart, aber wir behalten die Hoffnung.


Mit 1.000 Ausstellern und mehr als 70 000 Besuchern ist die MeLa doe größte Fachausstellung in Mecklenburg-Vorpommern.

MeLa: Vorfreude auf das nächste Jahr

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Wie ist die aktuelle Situation in der MAZ GmbH?
Die Mitarbeiter sind nach wie vor in Kurzarbeit. Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen sind ja bis Jahresende ausgesetzt. Lockerungen bei Veranstaltungen mit weniger Leuten greifen nur langsam. Wir konzentrieren uns auf 2021, durchleuchten die Veranstaltungskonzepte und versuchen zusätzliche Sicherungen einzubauen. Täglich verfolgen wir die Nachrichten, wann und unter welchen Voraussetzungen Veranstaltungen wieder stattfinden können. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr durchstarten können.

Was meinen Sie, wird die 30. MeLa im September 2021 stattfinden?
Wir haben die Tage vom 9. bis 12. September 2021 dafür fest eingeplant.

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