Mit dem Wolfsrudel in Grabow sind in Mecklenburg-Vorpommern nun acht Rudel nachgewiesen. (c) Imago-Images/Star-Media

Wolfsrudel nun auch bei Grabow

Schlechte Nachrichten für Tierhalter: In der Umgebung von Grabow wurde ein neues Wolfsrudel mit mindestens zwei Welpen nachgewiesen. Die Zahl der Rissvorfälle insgesamt ist deutlich gestiegen.

Erst im September war über die Ansiedlung drei neuer Wolfsrudel informiert worden. Mit dem nun nachgewiesenen Vorkommen in Grabow gibt es nun acht Rudel (Jasnitz, Grabow, Kaarzer Holz, Retzow-Jännersdorfer Heide, Nossentiner Heide, Müritz-Nationalpark, Torgelow, Ueckermünde) und zwei Wolfs­paare (Lübtheen, Billenhagen), wobei das Rudel in der Retzow-Jännersdorfer Heide grenz­übergreifend zu Brandenburg lebt. 

Durch das Wolfsmonitoring des Landes wurden zudem weitere Welpen belegt. Für die 2018 als Rudel geführten Vorkommen Kaliß und Löcknitz sei der aktuelle Status „unklar“, ebenso wie für andere Wolfsvorkommen mit regelmäßigen Nachweisen (Schildfeld, Wokuhl, Anklam und Jägerhof). Ob es sich dort um territoriale Einzelwölfe oder Wolfspaare handelt, soll geklärt werden.

2019 wurden bis Ende Oktober 37 Rissvorfälle gemeldet (2018 insgesamt 23, im Jahr davor 28). Betroffen waren vor allem die Landkreise Ludwigslust-Parchim, Rostock, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen. 

Neues Rudel in Grabow überrascht Zuchtverband nicht

Dass nun ein weiteres Wolfsrudel bei Grabow bestätigt wurde, hat den Landesschaf- und Ziegenzuchtverband nicht überrascht. Leider sei in naher Zukunft mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, wenn nicht endlich einschränkende Maßnahmen ergriffen würden, erklärte der Verband in der vorigen Woche. Große Sorgen mache die hohe Zahl der Rissvorfälle, die sich gegenüber 2016 mehr als verdoppelt habe. 



Man könne den Satz nicht mehr hören, die Schafhalter sollten ihre Tiere besser schützen. „Es ist leicht, Rechnungen zulasten Dritter zu machen. Wir informieren unsere Mitglieder regelmäßig über die Notwendigkeit, ausreichende Schutzmaßnahmen zu treffen. Noch im November findet eine Veranstaltung mit Firmenvertretern zur Verbesserung von Zaunbaumöglichkeiten statt“, sagte Verbandsvorsitzender Jürgen Lückhoff. Allerdings sei es bei der Unterschiedlichkeit der örtlichen Voraus­­setzungen gar nicht möglich, überall die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. „Wir werden keine 100-prozentige Sicherheit bekommen und können nicht jede Streuobstwiese zu einem Hochsicherheitstrakt aufrüsten.“ 

Wenig hilfreich sei es, dass die Landesregierung immer noch nicht den Fördersatz für Präven­tionsmaßnahmen auf 100 % erhöht habe. „Dadurch werden weitere Investitionen in die Sicherheit zurückgehalten, denn Schafhalter könnten die oft hohen Ausgaben nicht nebenbei leisten“, so Lückhoff. RI

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