(c) Heike Mildner

Sorge vor ASP: „Die Bedrohung ist akut“

Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor. Mit dem Bau eines Zaunes an der Grenze zu Polen soll in Kürze begonnen werden.

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht gebannt. Die Seuchengefahr sei in der Öffentlichkeit lediglich von der Corona-Pandemie in den Hintergrund gedrängt worden. „Die Bedrohung ist akut. Ein Vordringen der Seuche nach Deutschland wird immer wahrscheinlicher“, warnte Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus heute bei der Vorstellung des Jahresberichtes „Verbraucherschutz im Fokus“ 2019 des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

2019 knapp 1.000 Proben auf ASP untersucht

Nach Backhaus‘ Angaben werden die Schutzvorkehrungen vor der Seuche im Nordosten fortlaufend verstärkt. Ein Zaun an der Autobahn A 11 nach Brandenburg sei „so gut wie fertiggestellt“. Damit soll Wildschweinen der Weg nach Mecklenburg-Vorpommern erschwert werden. „Außerdem werden wir in Kürze mit dem Bau eines Zaunes an der Grenze zu Polen beginnen“, kündigte Backhaus an. Das Material dafür sei angeliefert. Der Krisenstab sowie Arbeitsgruppen für den Fall des Seuchenausbruchs seien eingerichtet.


Mecklenburg-Vorpommern aktuell

Regional und praxisnah: Die Bauernzeitung versorgt Sie regelmäßig mit allen wichtigen Informationen rund um die Landwirtschaft und das Landleben in Mecklenburg-Vorpommern. mehr


Das Landesamt spiele eine zentrale Rolle. Seit 2012 werden hier Proben von Wild- und Hausschweinen zur ASP-Früherkennung untersucht. Allein 2019 waren es knapp 1.000 Proben, alle mit negativem Ergebnis. Die Zahl der untersuchten Proben von Wildschweinen stieg  von 42 im Jahr 2016 auf 222 im vorigen Jahr.  Backhaus forderte die Schweinehalter in Mecklenburg-Vorpommern auf, in den Bemühungen um Biosicherheit in ihren Haltungen nicht nachzulassen.

Antibiotika-Einsatz bei Masthühnern soll sinken

Handlungsbedarf signalisiert der Bericht beim Antibiotika-Einsatz bei Masthühnern. Zwar wurden bei Untersuchungen keine Überschreitungen von Höchstgrenzen festgestellt. Allerdings scheint das 2014 eingeführte rechtlich verbindliche Monitoring-Konzept zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes nicht mehr zu wirken. Nach einer positiven Entwicklung von 2014 bis 2016 stieg die Häufigkeit von Antibiotikagaben  bis 2019 auf ein ähnliches Niveau wie zu Beginn des Monitorings. Als Ursache gelten vor allem bakterielle Organ-Infektionen. Wegbereiter erhöhter Krankheitsanfälligkeit sind laut Bericht die schlechte Qualität der von Brütereien gelieferten Küken, mangelhafte Futterqualität sowie Virusinfektionen. Von Mastbetrieben und Tierärzten wird die Kükenqualit als ausschlaggebender Faktor genannt. Mäster mit vergleichsweise hohem Antibiotikaeinsatz müssen sich auf zusätzliche Anforderungen und „intensive behördliche Begleitung und Kontrolle” einrichten. ri

Registrieren Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter. Ihre Vorteile im Überblick:

  • Geschichten und Insights zu Fachbeiträgen
  • Aktuelle Nachrichten
  • Tipps zu den neusten Veranstaltungen

Bauernzeitung. Aktuell. Regional. Praxisnah.

Registrieren