Schafherde in der Feldberger Seenlandschaft (Symbolfoto). (c) Sabine Rübensaat

Landwirte fordern Weidetierprämie

Der Bundesrat hat sich erneut für die gekoppelte Stützung der Weidehaltung von Schafen und Ziegen ausgesprochen. Nun bitten die Landwirte Bundeskanzlerin Merkel in einem Brief um Hilfe.  

Der Landesschaf- und Ziegenzuchtverband Mecklenburg-Vorpommern hat sich wegen der Einführung einer gekoppelten Stützung für die Weidehaltung von Schafen und Ziegen an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Nachdem der Bundesrat am 3. Juli diesen Schritt zum wiederholten Mal empfohlen hat, bat der Verband die Kanzlerin, sich in Bundesregierung und CDU-Bundestagsfraktion dafür einzusetzen.

Schaf- und Ziegenhalter: Am unteren Ende der Einkommen

Die Weidetierprämie für Schafe und Ziegen mit 30 € gibt es bereits in 22 Mitgliedstaaten der EU. Mit der Einführung würde die Bundesregierung „einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Schaf- und Ziegenhaltung in Deutschland leisten“, heißt es im Schreiben an die Kanzlerin, die in Vorpommern-Rügen ihren Bundestags-Wahlkreis hat. Nach dem Wegfall der Mutterschafprämie seien die Schafbestände in Deutschland  zwischen 2006 und 2018 laut Verband von 2,5 Mio. auf 1,5 Mio. Tiere gesunken.

Nach den Auswertungen von Betriebsberatern stehen Schafhalter bei den landwirtschaftlichen Einkommen seit Jahren am unteren Ende. Stundenlöhne von zum Teil weniger als sechs Euro reichten nicht aus, um den Betrieb zu erhalten und die Familie zu ernähren, machte Verbandsvorsitzender Jürgen Lückhoff deutlich.


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Nicht jede Wiese ein Hochsicherheitstrakt

Erheblich verschärft habe sich die Situation der Schaf- und Ziegenhalter durch die Rückkehr des Wolfes. Würden alle laut Bundesamt für Naturschutz möglichen Wolfsterritorien besiedelt, könnte sich die Zahl der Wölfe in Deutschland von 1.000 auf über 10.000 erhöhen. Damit wäre ein großer Teil der Weidetierhaltung gefährdet. Trotz der mit großem Aufwand betriebenen Präventionsmaßnahmen werde es keinen absoluten Schutz für Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde und Gehegewild geben.

„Wir können nicht aus jeder Streuobstwiese einen Hochsicherheitstrakt machen. Viele Möglichkeiten zum Schutz unserer Tiere sind bereits ausgereizt, da geht nicht mehr viel“, so Lückhoff. Der Verbandsvorsitzende bat in dem Brief zugleich darum, den Vorsitz in der EU-Ratspräsidentschaft zu nutzen, um auf kürzere Intervalle bei der Prüfung des Erhaltungszustandes des Wolfes durch die EU hinzuwirken.

Nach der weitgehenden Entkopplung der Direktzahlungen im Zuge der EU-Agrarreform 2003 steht die Bundesregierung der Wiedereinführung gekoppelter Prämien grundsätzlich ablehnend gegenüber. In den Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik in der kommenden Förderperiode stemme sich Deutschland laut Nachrichtenagentur Agrar Europe gegen die Bemühungen anderer Mitgliedstaaten, den Umfang der gekoppelten Zahlungen auszuweiten. ri 


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