Die Vermahlungskapazität der modern ausgestatteten, aber zur Schließung bestimmten Mühle in Jarmen beträgt 60.000 t Mehl- und Schrotprodukte pro Jahr. Davon entfallen bis zu 45.000 t auf Weizenprodukte. (c) Harry Erdmann

Bürgerinitiative: Neue Mühle in Jarmen?

Die Bürgerinitiative „Rettet die Jarmener Mühle“ startete seit vergangenem Herbst viele Aktionen gegen die Schließung der Nordland Mühle. Jetzt gibt es Pläne für einen Mühlenneubau. Erste Gespräche sind gelaufen, ein Businessplan soll erarbeitet werden.

Als das Unternehmen GoodMills Deutschland  im vergangenen Herbst ankündigte, die Nordland Mühle in Jarmen wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit schließen zu wollen, schien das Ende der letzten Industriemühle Mecklenburg-Vorpommerns besiegelt. Gegen das Aus der mehr als einhundertjährigen Müllereigeschichte in der Peenestadt regte sich jedoch Widerstand. Bürger gründeten die Initiative „Rettet die Jarmener Mühle“ und starteten verschiedenste Aktionen, um GoodMills, eines der größten Mühlenunternehmen bundesweit, zum Weiterbetrieb zu bewegen.

Mühle in Jarmen: Banner an der Peene

Die Aktivisten machten mit Plakataktionen mobil, brachten Buttons und Aufkleber unter die Leute und sammelten Unterschriften. Knapp 11.000 übergaben sie im März bei einer Protestdemo vor dem Schweriner Schloß am Rande einer Landtagssitzung. „Die Corona-Pandemie hat unsere Aktivitäten zwar behindert, aber wir sind nach wie vor aktiv“, berichtet Harry Erdmann von der Bürgerinitiative. Deren jüngste Aktion: An Standorten entlang der Peene wurden Banner mit der Aufschrift „Rettet die Jarmener Mühle“ und „Die Jarmener Mühle hat Zukunft“ aufgestellt. „In ganz Vorpommern erfahren wir  breite Zustimmung. Jetzt wollen wir auch die Touristen auf unser Anliegen aufmerksam machen“, sagt Erdmann.


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Unterdessen haben in Jarmen Gespräche über den Bau einer neuen Industriemühle begonnen. Zwei Mitarbeiter wollten das Werk ursprünglich weiterbetreiben und dabei auf Regionalität, Nischenprodukte und die Verarbeitung von Biogetreide setzen“, bestätigte Harry Erdmann. GoodMills blieb das vorgelegte Konzept aber zu vage, so dass es zu keinen konkreten Verhandlungen kam. Gleichwohl zeigte sich ein großer Bioanbauerverband sehr interessiert.

Weitere Investoren gesucht

„Wir unterstützen die Pläne zum Neubau, um die regionalen Wertschöpfungsketten zu erhalten“, so Erdmann. Die beiden Mitarbeiter und weitere Interessenten arbeiteten derzeit an einem Konzept für den Mühlenneubau mit 25.000 t Jahresvermahlung, zehn Arbeitsplätzen und etwa zehn Mio. € Investitionskosten.

In den nächsten Wochen soll ein Businessplan folgen, um Fördermöglichkeiten auszuloten und weitere Investoren zu gewinnen. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat für das Projekt Zuschüsse, eine Landesbürgschaft und die Beteiligung an den Planungskosten in Aussicht gestellt. ri

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