Am 22. Oktober 2019 demonstrierten Landwirte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in Rostock für mehr Mitsprache in der Agrar- und Umweltpolitik. © Gerd Rinas

Vier Bundesländer verlassen LSV-Dachverband

Ihren sofortigen Rückzug aus dem Dachverband „Land schafft Verbindung-Deutschland“ i. G. haben die LSV-Landesvereine bzw. -Organisationen Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz heute bekannt gegeben. Die Vorstellungen von berufsständischer Interessenvertretung sind zu unterschiedlich, das Vertrauensverhältnis ist „untragbar“.

Seit Monaten gingen die Meinungen im LSV-Dachverband „sehr weit auseinander“, Einigkeit scheine nicht möglich. Das zeige sich bei einer gemeinsam akzeptierten Satzung für LSV-Deutschland und der Forderung nach freiem Zugang zum Verein, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der LSV-Landesvereine Hessen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. Die vier Bundesländer haben heute ihren sofortigen Rückzug aus dem Dachverband LSV-Deutschland bekannt gegeben.

Schwere Vorwürfe erhoben

In ihrer Erklärung erheben die vier LSV-Landesorganisationen schwere Vorwürfe. Einzelne Landesvereine und deren Vertreter würden durch öffentliche Video- und Audiobeiträge und gefakte Zeitungsberichte denunziert. Das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen den Landesvereinen sei „untragbar“.

Die ausscheidenden Organisationen kritisieren, dass sich nicht alle LSV-Landesvereine von zweifelhaften politischen Symbolen distanzierten, einige diese sogar mittrügen. Wenn LSV-Vereine sich an Aktionen gegen Politiker beteiligten und den Aufruf „Politiker kaputtmachen“ unterstützten, behindere das einen konstruktiven Dialog mit der Politik, heißt es.

Um Transparenz und Glaubwürdigkeit zu erlangen, sei bundesweit ein einheitliches Auftreten und eine ehrliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen landwirtschaftlichen Verbänden erforderlich. Dazu gehöre auch der von einigen Vertretern in Landesvereinen abgelehnte Deutsche Bauernverband. In der Vergangenheit „hinterrücks“, ohne Abstimmung mit den bestehenden LSV-Organisationsformen geschaffene Parallelstrukturen in einigen Bundesländern seien nicht hinnehmbar.

„Weder akzeptabel noch reparabel“

„Fragwürdige Unterstellungen, gegenseitige Beleidigungen und Ausschlussbegehren“ seien „weder akzeptabel noch reparabel“. Die vier Verbände zeigten sich zudem „sehr betroffen“ von laufenden LSV-Umfragen und -Aktionen zur Bundestagswahl. Kampagnen zur Beeinflussung des Bauernstandes könne man nicht mittragen, hieß es.

Die vier Landesvereine kündigten an, sich in ihren Bundesländern weiter aktiv und verantwortungsvoll für die Interessen der Landwirte einzusetzen. Auch wurde die Möglichkeit offengehalten, später erneut bundesweit zusammenzuarbeiten. Voraussetzung dafür sei „ein für alle offener Verein mit einer ehrlichen internen Struktur“ und ein klares Bekenntnis zum Ursprungsgedanken von „Land schafft Verbindung“. red


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