Bereits am Startpunkt der Lichterfahrt wimmelt es von Menschen. Sie sind gekommen, um die lichtergeschmückten Traktoren zu bestaunen und deren Abfahrt zu verfolgen. Auch entlang der Straßen stehen schon Magdeburgerinnen und Magdeburger mit ihren Kindern in freudiger Erwartung des Korso. (c) Detlef Finger

Lichterfahrt 2022: 15.000 Euro für „Ein Funken Hoffnung“

Mit einer zweistündigen Lichterfahrt durch Magdeburg verbreiteten Landwirte Zuversicht für 2022. Mit einer Spendenaktion unterstützen die Bauern zudem die Kinderkrebsforschung.

Von Detlef Finger

Mit einer Fahrt von nahezu 180 lichtergeschmückten Traktoren am Neujahrsabend durch Magdeburg sind sachsen-anhaltische Landwirte ins Jahr 2022 gestartet. Die Aktion unter dem Motto „Ein Funken Hoffnung für uns – ein Herzenswunsch für Dich“ war von der Interessengemeinschaft (IG) Sachsen-Anhalt von Land schafft Verbindung (LsV) (IG LsV) Sachsen-Anhalt initiiert worden. Unterstützung kam von Bauernbund, Pächterverband und Bauernverband. Mit dieser Lichterfahrt, der zweiten in Folge, setzten die Landwirte ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Stadt- und Landbevölkerung in einer schwierigen Zeit. Ferner richteten die Bauern Botschaften an die Politik: heimische Landwirtschaft stärken, regionale Wertschöpfungsketten fördern und faire Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte sichern, waren einige ihrer Forderungen.

Emotionaler Abschluss

Zudem warben sie für das mit ihrer Aktion verbundene Herzensprojekt: eine im Vorfeld auf den Weg gebrachte Spendensammlung zugunsten der Stiftung Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung. Am Startpunkt im „Bördepark“ und entlang der Straßen standen unzählige Menschen, um die Lichterfahrt zu verfolgen. Diese endete am Domplatz mit einem emotionalen Moment: Vertreter der Landwirte erreichen überreichten gemeinsam mit Landesagrarminister Sven Schulze (CDU) einen Spendenscheck über mehr als 15.000 Euro.

Zusammen mit weiteren Fördermitteln aus sogenannten Überstiftungen könne sich diese Summe auf bis zu 100.000 Euro versechsfachen, sagte Stiftungsrepräsentant Dirk Weinrich. Er nahm den Spendenscheck gemeinsam mit der Leiterin der Kinderkrebsstation der Universitätsklinik Magdeburg, Dr. Antje Redlich, in Empfang. Das Spendenkonto bleibt noch bis Mitte Januar geöffnet, weil es auch am Neujahrsabend großen Zuspruch seitens der Bevölkerung gab. Viele wollen die Aktion mit weiteren Spenden unterstützen.

Die Landwirte vergaben außerdem Gutscheine an von Krebs betroffene Kinder und deren Familien, mit denen sie diese zu Besuchen auf ihre Höfe einladen. „Schöner kann das Jahr 2022 nicht starten“, sagte Agrarminister Schulze bei der Ankunft des Traktorenkonvois auf dem Domplatz. „Das sind ganz tolle Bilder aus Magdeburg, und das ist eine großartige Aktion, um auf die Anliegen der Landwirte und ihr Herzensprojekt aufmerksam zu machen.“ Er versprach, künftig stärker mit den Land- und Forstwirten zusammenzuarbeiten und dankte diesen für ihren Einsatz und ihr Engagement. „Ohne unsere Landwirte ist Sachsen-Anhalt nichts“, sagte der Minister. Die Bauern hielten das Land am Laufen. „Wir müssen künftige Debatten so führen, dass das Geld am Ende bei denen ankommt, die unsere Lebensmittel erzeugen: bei unseren Landwirten“, sagte Schulze. Er schwor den Berufsstand zugleich „auf schwere Zeiten in den nächsten Jahren“ ein, sicherte der Landwirtschaft aber auch die Unterstützung der Landesregierung zu – ein Funken Hoffnung für die Branche also.

Dank an alle Akteure

Martin Dippe, LsV-Sprecher und Vizepräsident des Bauernbundes, war von der Beteiligung und der Lichterfahrt selbst „total überwältigt“. Sein erster Dank galt allen, die dem Aufruf dazu gefolgt waren. Dem schloss sich Bauernverbandspräsident Olaf Feuerborn an. „Wir haben der Stadt Magdeburg auf unsere Weise ein gutes neues Jahr gewünscht“, sagte Martin Dippe.

Die Landwirte sammeln sich im Bördepark im Süden der Stadt. Es sollen bis zu 180 Traktoren sein.
Die Landwirte sammeln sich im Bördepark im Süden der Stadt. Es sollen bis zu 180 Traktoren sein. (c) Detlef Finger
Bereits am Startpunkt der Lichterfahrt wimmelt es von Menschen. Sie sind gekommen, um die lichtergeschmückten Traktoren zu bestaunen und deren Abfahrt zu verfolgen. Auch entlang der Straßen stehen schon Magdeburgerinnen und Magdeburger mit ihren Kindern in freudiger Erwartung des Korso.
Bereits am Startpunkt der Lichterfahrt wimmelt es von Menschen. Sie sind gekommen, um die lichtergeschmückten Traktoren zu bestaunen und deren Abfahrt zu verfolgen. Auch entlang der Straßen stehen schon Magdeburgerinnen und Magdeburger mit ihren Kindern in freudiger Erwartung des Korso. (c) Detlef Finger
Die Hotspots der Lichterfahrt sind Leipziger Straße, Liebknechtstraße, Universitätsplatz, Otto-von-Guericke-Straße, Hasselbachplatz und natürlich der Domplatz (hier könnten Interessierte am besten auf den Schlepperkorso blicken).
Die Hotspots der Lichterfahrt sind Leipziger Straße, Liebknechtstraße, Universitätsplatz, Otto-von-Guericke-Straße, Hasselbachplatz und natürlich der Domplatz (hier könnten Interessierte am besten auf den Schlepperkorso blicken). (c) Detlef Finger
Es sind auch Familienangehörige, Freunde und Bekannte an der Strecke, teils mit Plakaten und Transparenten, auf denen Grußbotschaften stehen.
Es sind auch Familienangehörige, Freunde und Bekannte an der Strecke, teils mit Plakaten und Transparenten, auf denen Grußbotschaften stehen. (c) Detlef Finger
Die Traktoren rollen jetzt auf der Leipziger Straße stadteinwärts. Der Tross der Schlepper soll insgesamt etwa vier Kilometer lang sein.
Die Traktoren rollen auf der Leipziger Straße stadteinwärts. Der Tross der Schlepper soll insgesamt etwa vier Kilometer lang sein. (c) Detlef Finger

Vom Domplatz aus waren das Hupen der Traktoren schon kurz zu hören. Doch zunächst fahren die Schlepper weiter durch die Innenstadt. Sie werden knapp zwei Stunden durch Magdeburg unterwegs sein, bis sie den Domplatz erreichen. Dort wird die Lichterfahrt enden. Und dann soll der Erlös der Spendenaktion für die Kinderkrebsforschung an die gleichnamige mitteldeutsche Stiftung übergeben werden. Mit dabei wird dann auch Sachsen-Anhalts Agrarminister Sven Schulze (CDU) sein.

Die Landwirte sind teils aus Entfernungen von 120 bis 150 Kilometer nach Magdeburg gekommen.
Die Landwirte sind teils aus Entfernungen von 120 bis 150 Kilometer nach Magdeburg gekommen. (c) Detlef Finger
Die Traktoren kommen jetzt gerade am Domplatz an. Zwei große Schlepper stehen vor dem Eingang des Landtagsgebäudes.
Die Traktoren kommen am Domplatz an. Zwei große Schlepper stehen vor dem Eingang des Landtagsgebäudes. (c) Detlef Finger

Die Lichterfahrt ist am Domplatz mit einem emotionalen Moment zu Ende gegangen. Die Landwirte überreichten eine Spende von über 15.000 Euro an Vertreter der Stiftung Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung. Und das Spendenkonto bleibt noch bis Mitte Januar offen, weil es heute großen Zuspruch auch seitens der Bevölkerung gab. Viele wollen die Aktion der Bauern noch mit Spenden unterstützen.

Spenden werden auf dem Domplatz übergeben
Die Landwirte überreichten eine Spende von über 15.000 Euro an Vertreter der Stiftung Mitteldeutsche Kinderkrebsforschung. (c) Detlef Finger

Spendenkonto für die Aktion zugunsten der Kinderkrebsforschung:
IBAN: DE79 2713 1300 0000 6980 08, Empfänger: Land schafft Verbindung IG Sachsen-Anhalt,
Verwendungszweck: „Ein Funken Hoffnung 2022“

Ansprechpartner für Rückfragen von Berufskollegen:
Martin Dippe, Tel. (0170) 2 45 58 97;
Boudewijn Tonkens, Tel. (0162) 2 84 33 66;
Katrin Kraft, Tel. (0174) 7 04 23 38.

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