Ob aus der Luft per Drohne mit Multispektralkamera oder dicht überm Boden – die Wege der InformationsInformationsbeschaffung sind verschieden. (c) Julian Delbrügge

Bodenkunde digital: Dem Boden Informationen entlocken

„Landwirtschaft im Dialog“: Auf der Veranstaltung „Digitale Bodenkunde – Einblicke in die teilflächenspezifische Bewirtschaftung“ stellten Anbieter im Rahmen von Vorträgen und Vorführungen ihre Produkte vor. Gastgeber war die agt Trebbin.

Von Julian Delbrügge, Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung e.V. (ILU)

Die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Landwirtschaft sind Fluch und Segen zugleich. Davon kann Dr. Thomas Gäbert, Vorstand der agt Agrargenossenschaft Trebbin, berichten: „Wir haben viele Apps mit unterschiedlichen Angeboten“, so Gäbert vorvergangenen Donnerstag (7.10.) im Rahmen der Veranstaltung „Digitale Bodenkunde – Einblicke in die teilflächenspezifische Bewirtschaftung“ in Trebbin. Da gelte es den Überblick zu behalten.

Bodenkunde digital: Vorträge und Vorführungen auf agt-gelände

Doch die Veranstaltung wollte natürlich vor allem den Segen der Digitalisierung darstellen. Was auch Gäbert gelang, der aus Sicht des Praktikers ebenso von den Stärken digitaler Technologien, die von der agt genutzt werden, berichtete.

Zudem erklärten Anbieter für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung vor rund 30 Männern und Frauen aus der Landwirtschaft sowie aus Fachbereichen der Branche ihre eigenen technischen Lösungen. Eingeladen hatte das Format „Landwirtschaft im Dialog“, eine Kooperation der Koordinierungsstelle im Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung (ILU) und Landesbauernverband Brandenburg (LBV). Die Gastgeberrolle hatte der landwirtschaftliche Betrieb agt Trebbin übernommen. Unterstützt von den agt-Mitarbeitern, konnten auf dem Betriebsgelände die Vorträge und Vorführungen stattfinden.

Bodenwerte ermitteln: Firmen stellen sich vor

Fünf Themen zu Boden und der Erfassung von Bodendaten wurden erläutert. So stellte der Geschäftsführer der Geophilus GmbH, Dr. Jörg Rühlmann, das Messgerät Geophilus vor. Dieser mehrrädrige Anhänger wird von einem Geländewagen über das Feld gezogen. Zehn von zwölf Metallrädern arbeiten als Elektroden und messen die elektrische Leitfähigkeit in fünf Bodenschichten. Daraus berechnen die Mitarbeiter der Firma Informationen zu Korngrößenzusammensetzung, Wasser- und Nährstoffspeicher.

Ein Geländewagen mit Sensor für digitale Bodenkunde
Ein Gerät zur Bodenprobenahme am Pick-up der Firma Agricon. (c) Julian Delbrügge

Das Start-up-Unternehmen Stenon demonstrierte das sensorbestückte Messgerät FarmLab. Mit drei Einstichen in den Boden lassen sich – bei guter Internetverbindung – innerhalb weniger Minuten neun Bodenwerte wie Kalium, Phosphor, aber auch Bodenfeuchte und pH-Wert ermitteln.

Die Agricon GmbH stellte ihre Technik vor, wie sie mithilfe von Sensoren und einem automatischen System, das Bodenproben entnimmt, Düngekarten erstellt. Der Vorteil: Die Technik ist an einem Pick-up verbaut.

Bodeninformationen aus der Luft nimmt die Firma Pix4D auf, und zwar mit der Drohne. Julius Petri von Pix4D erklärte anschaulich, wie mit einfacher Drohnentechnik Lagerschäden im Feld erkannt werden können. Mit einer verbauten Multispektralkamera dagegen lassen sich aus dem von den Blättern der Feldfrucht reflektierten Sonnenlicht Informationen zur Pflanzengesundheit ermitteln.

Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte Isabell Szallies von der Agrathaer GmbH, wie sich Bodenproben durch eine Ablichtung in einem Computertomographen dreidimensional darstellen lassen. Dadurch lässt sich die Intensität der Besiedlung durch Bodenlebewesen sichtbar machen.


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