Wolfram Dressler, hier mit einer Schamottplatte, baut meist Lehmgrundöfen, diese aber ganz individuell nach Kundenwunsch (c) Sabine Rübensaat

Lehmofen bauen: Vertreter einer aussterbenden Zunft?

Ein Lehmofen verwandelt Holz in behagliche Wärme, die der von Sonnenstrahlen gleicht. Dabei ist er auch noch besonders nachhaltig. Ofenbaumeister Wolfram Dressler erschafft diese Wohlfühloasen in Handarbeit und kann sich momentan vor Aufträgen kaum retten. Dennoch macht er sich ernste Sorgen um die Zukunft.

Von Christoph Feyer

Lehm hat viele Talente. Er regelt die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, absorbiert Schadstoffe und trägt viel zu einem gesunden Raumklima bei. Leichtlehme dienen als Dämmmaterial, können im Winter wärmen und im Sommer kühlen. Und man kann aus Lehm gemütliche Öfen bauen, die mit nur wenig Holz sehr lange für Behaglichkeit sorgen – vorausgesetzt, man hat ein Händchen für den natürlichen Baustoff, wie Wolfram Dressler.

Der gelernte Bauingenieur aus Petershagen-Eggersdorf (Brandenburg) hatte 2011 seine Meisterprüfung als Ofenbauer an der Handwerkskammer Dresden abgelegt, bevor er sich 2014 selbstständig machte. Nun ist vor allem in Brandenburg und Berlin tätig. Wir treffen ihn bei Familie Klein in Bruchmühle östlich von Berlin.

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Lehmofen bauen: Mindestens drei gute Gründe

„Eigentlich habe ich gar keine Zeit für die Bauernzeitung“, gesteht er uns. „Die Kunden rennen mir zur Zeit die Türen ein. Ich könnte eigentlich durcharbeiten.“ Der sympathische 51-Jährige ist ein Einmannbetrieb, der Lehmöfen ganz nach Kundenwunsch errichtet.

Meist sind das Grundöfen für einen Raum, für mehrere Räume oder auch das ganze Haus, immer nach den räumlichen Gegebenheiten und daher ganz individuell. „Auf Zeichnungen und Pläne im Vorfeld verzichte ich mittlerweile fast vollständig“, erklärt er. „Vor Ort ergeben sich immer wieder Dinge, die man so nicht planen kann. Aber gerade das macht den Beruf ja so spannend.“

Kreativität und Abwechslung sind aber nicht die einzigen Dinge, die ihm an seinem Beruf gefallen. Schön sei es auch, bei den Kunden vor Ort zu arbeiten. So lerne er immer wieder sehr interessante Leute kennen. „Ich habe gute Bekannte überall im Land.“ Kunden würden ihn auch nach Jahren noch anrufen, nur um ihm mitzuteilen, dass sie gerade auf ihrer Lehmofenbank sitzen und wie wohl sie sich dabei fühlen.

Und dann sei ja da noch der Baustoff Lehm. „Das ist so ein wunderbares Material. Es lässt mir alle Möglichkeiten und nachhaltiger geht es eigentlich nicht.“ Was der Ofenbauer damit meint, ist zum einen die Umweltbilanz oder der CO2-Fußabdruck der Baumaterialien – aber auch den Betrieb so einer Holzfeuerung.

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