Tierhaltung

18.01.2013

 

 

In Sachen Tierhaltung und Tierwohl will sich der Sächsische Landesbauernverband e.V. 2013 verstärkt für mehr Transparenz zu den Verbrauchern einsetzen. Den Auftakt hierfür gab die Jahrespressekonferenz des Verbandes am 10. Januar in der Agrargenossenschaft „Wirtschaftshof Sachsenland” in Röhrsdorf/Wittgensdorf. Gemeinsam mit SLB-Vizepräsident Gerhard Förster und dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des SLB, Manfred Uhlemann, informierten Vertreter von acht sächsischen Landwirtschaftsbetrieben, die im Rahmen des Wettbewerbs „Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012“ ausgezeichnet worden waren, über die Haltung von Nutztieren und räumten Vorurteile aus.

Nutztiere artgerecht zu halten, ist für die sächsischen Landwirte berufständische Ehre und Verpflichtung zugleich. Zwei von drei Bauern halten auf ihren Höfen Nutztiere. Die Haltungsbedingungen für die Tiere haben sich in den letzten Jahren dabei sowohl quantitativ als auch qualitativ deutlich geändert. Über 90 % der Milchkühe in Sachsen leben in modernisierten oder neugebauten Laufställen. Allein in den letzten fünf Jahren investierten die Bauern in Sachsen annähernd 500 Millionen Euro in neue Ställe und tierfreundliche Stalleinrichtungen.

Nach dem Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gibt es in der heutigen Landwirtschaft weniger Tiere als noch 1950 oder um die Jahrtausendwende von 1900. Gerade in den letzten 20 Jahren haben sich die Haltungsbedingungen für die Tiere in Sachsen erheblich gewandelt. Durch umfangreiche Investitionen in tierartgerechtere Ställe wurde das Lebensumfeld unserer Nutztiere deutlich verbessert. Schweine können sich auf hygienisch vorteilhafteren Spaltenböden frei bewegen. Sächsische Legehennen stehen bereits seit 2009 in Freiland- oder Bodenhaltung. Die in Sachsen gehaltenen Schafe nutzen in besonderem Maße heute das natürlich vorhandene Grünland und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz.


Um diese Bedingungen für die Nutztiere halten und stetig verbessern zu können, sind die sächsischen Bauern auch auf die Hilfe des Freistaates in Form von investiver Förderung, politischer Unterstützung sowie die öffentliche Akzeptanz angewiesen. „Ständig steigende Haltungskosten vor allem bei den Futtermittelpreisen machen besonders den sächsischen Tierhaltern zu schaffen“, betont Gerhard Förster.


„Artgerechte Tierhaltung ist keine Frage der Anzahl der gehaltenen Tiere im Betrieb, sondern vielmehr eine der Haltungsbedingungen wie ausreichende Bewegungsfreiheit, des Stallklimas, der Beschaffenheit von Liegeflächen, der Qualität des Futter- und Tränkwasserangebots und vor allem eine des Betreuungsmanagements durch den Tierhalter selbst. Oft strapazierte Begriffe wie ’Massentierhaltung‘ und ’Agrarfabriken‘ widerspiegeln keinesfalls das tatsächliche Wohl der Tiere“, erläutert Manfred Uhlemann, der im SLB Fachreferent für die Tierhaltung ist.

Ein sorgsamer Umgang mit den Tieren, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden liegen den sächsischen Bauern am Herzen. Die Wirtschaftlichkeit ihrer Höfe und Betriebe wird leider allzu häufig durch Billigangebote des Handels infrage gestellt. Die ständig steigenden Wünsche der Verbraucher an die Tierhaltung, wie etwa nach kleineren Tiergruppen, sind mit dem Konsumverhalten nicht vereinbar, denn die aktuellen Erlöse für Milch, Fleisch und Eier reichen nicht einmal aus, die derzeitigen Futter-, Energie und Lohnkosten zu decken.


Die Verbraucher können das Wohlbefinden der in Sachsen gehaltenen Tiere mit ihren Kaufentscheidungen beeinflussen. Tier-, Natur- und Umweltschutz sind und bleiben zentrale Anliegen, über die die sächsischen Bauern nicht nur reden, sondern diese täglich praktizieren. SLB

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr