Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirte

16.05.2013

Auf diesen Tag hat Hedi Böttcher drei Winter lang hingearbeitet. „Endlich geschafft! Endlich Geld verdienen!“ freut sich die 23-Jährige, als sie ihr Zeugnis als „Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin“ in den Händen hält. Die gelernte Tierwirtin aus dem Milchhof Frisian in Göldenitz erreichte einen Notendurchschnitt von 1,8 und damit das zweitbeste Ergebnis unter den 18 Absolventen in Güstrow-Bockhorst. Der Abschluss als Agrarbetriebswirtin eröffnet Hedi Böttcher beruflich eine neue Perspektive: Als „Herdsmen“, eine Art Herdenmanagerin mit besonderem Bezug zur Herde, wird sie sich künftig um das Wohlergehen der 750 Milchkühe und der Nachzucht im Milchhof Frisian kümmern. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und darüber, dass man im Milchhof Vertrauen in mich setzt“, so die junge Frau erwartungsvoll.

Hedi Böttcher ist eine von 40 Absolventen des Weiterbildungsganges „Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt“, die kürzlich an der Fachschule für Agrarwirtschaft in Güstrow-Bockhorst und in der Außenstelle Neubrandenburg-Tollenseheim ihre Abschlusszeugnisse erhielten. Für drei Schüler ist das Prüfungsverfahren noch nicht abgeschlossen, gab Schulleiterin Dr. Gisela Spangenberg bei der Übergabe der Zeugnisse in Bockhorst bekannt. Die Klasse war im September 2010 mit 27 Fachschülern gestartet.

 


Nach der Zeugnisübergabe. Die Absolventen der Klasse SGA 01 in

Güstrow-Bockhorst stellen sich den Fotografen.     

 

 

 

Frauen mit den besten Leistungen


In ihrer Festrede gratulierte die Schulleiterin den Absolventen zu ihren Leistungen und dem neuen Wissen. Sie hatten in den vergangenen drei Wintersemestern an 2 560 Unterrichtsstunden teilgenommen, waren an 44 Tagen auf Exkursion, Fachveranstaltungen und Fachmessen außerhalb der Schule, verteidigten Projektarbeiten und ließen elfeinhalb Stunden schriftliche und mündliche Prüfungen über sich ergehen.

Die besten Ergebnisse erzielten in Bockhorst Corinna Becker, Hedi Böttcher, Marie Fischer und Andrea Reinholtz. In der Klasse in Tollenseheim schafften Susanne Hiller, Carsten Rehberg und Carmen Sawadsky die besten Resultate. „Langsam müssen die Männer aufpassen, dass ihnen nicht die Butter vom Brot genommen wird“, kommentierte Gisela Spangenberg, wies aber zugleich darauf hin, dass neben dem Fachwissen Persönlichkeit und Bereitschaft zählten, sich über den eigenen Arbeitsbereich hinaus für die Entwicklung des gesamten Unternehmens zu engagieren.


Betriebsführung als Schwerpunkt


Mit den erworbenen Kenntnissen vor allem in der Betriebsführung empfehlen sich die Absolventen für das mittlere Management in großen Unternehmen der Agrarwirtschaft und als Betriebsleiter in mittleren und kleineren Betrieben. Schulleiterin Spangenberg nutzte die Gelegenheit, sich bei landwirtschaftlichen Unternehmen und ihren Geschäftsführern für den mittlerweile guten Kontakt zur Fachschule und die Unterstützung zu bedanken, indem sie die Betriebe für Exkursionen und Fachunterricht öffneten. Eine Reihe von Betriebsleitern nahm auch an der Zeugnisübergabe teil. „Wir als Fachlehrer wissen das sehr zu schätzen“, betonte Spangenberg.

Die Fachschule für Agrarwirtschaft „Johann Heinrich von Thünen“ in Güstrow-Bockhorst verlassen jährlich zwischen 60 und 80 Absolventen in Richtung landwirtschaftliche Praxis. BZ

 

 

Bereit für neue Aufgaben: Schüler der Klasse SGA 02, die sich in Tollenseheim zum staatlich geprüften Agrarbetriebswirt qualifizierten. Fotos: Gerd Rinas, Andreas Harms

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