Neue Silo- und Umschlagsanlage

08.10.2018

© Gerd Rinas

Blick auf die neue Siloanlage und das Verwaltungsgebäude der GT Rostock GmbH. Den Schlüssel übernahmen: Geschäftsführer Dr. Hans-Bernhard Overberg, Nils Stöfen und Standortleiter Jacob Lubig.

Nach nur 13 Monaten Bauzeit steht eine der größten Investitionen im Rostocker Überseehafen kurz vor dem Abschluss: Die Geschäftsführer Dr. Hans-Bernhard Overberg und Nils Stöfen sowie Standortleiter Jacob Lubig  übernahmen von Planern und Baufirmen den symbolischen Schlüssel für die neue Silo- und Umschlagsanlage der GT Rostock GmbH. An dem Unternehmen sind der Agrargroßhändler Beiselen (Ulm), Rudolf Peters Landhandel (Winsen/Luhe), J. Stöfen (Wesselburen) und Trede & von Pein (Itzehoe) beteiligt. 

 

Zu dem neuen Terminal gehören 16 Silos mit einer Lagerkapazität von 160.000 t Getreide. Zwölf der bis zu 36 m hohen Behälter stehen schon. Die übrigen vier sollen in den nächsten Wochen folgen. Auch an den Förderwegen von den Silos zu den Schiffsbeladern sind noch Restarbeiten zu erledigen. „Im Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen werden“, sagte Standortleiter Jacob Lubig. Nach Inbetriebnahme sollen pro Stunde 900 t Getreide von Lkw bzw. 300 t aus Bahnzügen angenommen werden können. Der Gleisanschluss muss noch gebaut werden. 

 

Zeitgleich mit GT Rostock investiert die Umschlagsgesellschaft Euroports Germany 10 Mio. € in Beladetechnik. Der neue, zweite Schiffsbelader mit einer Stundenleistung von bis zu 1.200 t Getreide steht bereits an seinem Platz und soll im Januar betriebsbereit sein, so GT-Rostock-Standortleiter Lubig. 

 

Hafen als Drehkreuz

 

„Mit dieser Anlage schlagen Sie ein neues Kapitel auf, senden ein Zeichen an Handel und Landwirte und stärken die Drehkreuzfunk­tion des Rostocker Hafens“, betonte Infrastrukturminister Christian Pegel auf der Eröffnungsveranstaltung. Bis zu 200 Lkw sollen pro Tag ihre Ladung am Terminal abliefern. Dieses Getreide wird vor allem aus MV kommen. Nach Anbindung an das Gleisnetz will GT Rostock zudem Getreide in Ganzzügen aus mittel- und süddeutschen Bundesländern sowie aus Polen und Tschechien zum neuen Terminal transportieren. „Unser Hafen ist für ganz Deutschlad wichtig und auch für die Nachbarländer“,  betonte Pegel. Er versicherte, dass die Vertiefung des Seekanals bis zur Kaikante wie zugesagt kommen werde. 

 

„Rostock trägt seinen Teil dazu bei, dass Menschen überall auf der Welt ernährt werden können“, machte Oberbürgermeister Roland Methling auf die soziale Komponente der neuen Anlage aufmerksam. Die 160.000 t Getreide, die in den Silos gelagert werden können, würden reichen, um Nigeria eine Woche lang zu versorgen. „Wir sind davon überzeugt, dass die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern hochkonkurrenzfähig sind. Sonst wären wir nicht hierher gekommen“, sagte GT-Geschäftsführer Overberg. 

 

Landwirte: Partizipieren

 

Landesbauernpräsident Detlef Kurreck redete Klartext: „2018 hatten wir ein beschissenes Jahr in der deutschen Landwirtschaft. Es wird Narben hinterlassen.“ Kurreck bezeichnete den Bau der neuen Anlage, nun auf der Zielgeraden, als „Vertrauensvorschuss für den Agrarstandort MV. Wir werden gemeinsam beweisen, dass die Unternehmung Erfolg haben wird. Wenn wir Landwirte auch noch daran partizipieren, sind wir langfristig an Ihrer Seite.“ 

 

In seinem Festvortrag hatte zuvor der Agrarhandelsexperte Dr. Klaus-Dieter Schumacher darauf hingewiesen, dass Deutschland mittlerweile der drittgrößte Getreideexporteur der Welt sei. „Wir haben in Deutschland und Europa das Potenzial, die wachsende Bevölkerung weltweit zu ernähren.“ Es zahle sich aus, dass man nicht nur auf Masse, sondern auch auf Klasse setze. Dafür stehe auch der Weizen aus MV mit seinen hohen Eiweißgehalten und hervorragenden Backeigenschaften, betonte  Schumacher.

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