Afrikanische Schweinepest

05.11.2015

Wildschweine © Sabine Rübensaat

Auf einer Jägerversammlung wurde kürzlich auf die Gefahr hingewiesen, dass in Brandenburg die Afrikanische Schweinepest ausbricht. Der Landesjagdverband Brandenburg e. V. (LJVB) appelliert deshalb an die Jäger, bei erlegten Wildschweinen Blutproben zu nehmen und für eine Untersuchung an das zuständige Veterinäramt zu schicken. „Wir warnen allerdings davor, die alleinige Verantwortung auf die Schultern der Jäger abzuladen. Wir benötigen in dieser so wichtigen Frage Unterstützung“, so Tino Erstling, Pressereferent des Landesjagdverbandes.


Für eine wirkungsvolle Seuchenabwehr ist es notwendig, die Wildschweinbestände stärker zu reduzieren. In diesem Zusammenhang fordert der Verband die Aussetzung der Trichinenprobengebühr für Wildschweine bis 20 Kilogramm. Diese kleinen Tiere – meist Frischlinge – liefern relativ wenig Fleisch, sodass bei den niedrigen Wildfleischpreisen Fahrtkosten und Gebühr den Erlös schnell übersteigen. So wird die Erlegung körperlich schwacher Stücke unattraktiv. Zudem muss es möglich sein, diese Tiere auch mit einer „kleinen Kugel“ zu erlegen.


„Gerade die Frischlinge müssen besonders intensiv bejagt werden, wenn man es mit einer Bestandsreduktion ernst meint“, so Wolfgang Bethe, Veterinär und Präsident des LJVB. „Die Kosten für die Jäger sollten daher so gering wie möglich gehalten werden. Dazu gehört auch, ein engeres Netz von Probenahmestellen einzurichten und die kurzen Öffnungszeiten zu verlängern.“ Diese Forderung unterstützt auch der Landesbauernverband. „Wenn die Landkreise nicht in der Lage sind, diese sinnvolle Maßnahme finanziell zu meistern, müssen wir andere Wege und Möglichkeiten finden“, sagt Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg.“


„Wildschweine werden bereits jetzt möglichst intensiv bejagt“, so Bethe. Es gibt allerdings noch organisatorische Hemmnisse, die abgebaut werden müssten. So bestehen auf einigen Naturschutzflächen sowie auf Bergbau- und Sanierungsgebieten jagdliche Beschränkungen. Auch in verschiedenen Jagdbezirken herrschen aufgrund spezieller Bejagungskonzepte Ruhezeiten für Wildschweine. „Dort können sich die Schweine ungestört vermehren und entwickeln teilweise sehr hohe Populationsdichten. Um dies zu verhindern, ist eine ganzjährige flächendeckende Bejagung notwendig“, so Bethe. Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest hätte massive wirtschaftliche Folgen. Der aggressiven Krankheit fallen fast  100 % der betroffenen Bestände zum Opfer. Eine Impfung ist nicht möglich.

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