Schweine auf verschiedenen Spaltenböden (c) Svenja Opderbeck

Schweinehaltung: Tierverhalten richtig steuern

In der Schweinehaltung stehen Komfortliegeflächen weit oben auf der Wunschliste von Verbrauchern und Tierschutzorganisationen. Ihre Umsetzung ist in konventionellen Warmställen eine echte Herausforderung.

Von Dr. Eckhard Meyer

Die gängigen Haltungssysteme für Schweine sind das Ergebnis einer Entwicklung, bei der vor allem Arbeitsproduktivität und biologische Leistungen im Vordergrund standen. Inzwischen rücken ein größeres Platzangebot für die Tiere, Komfortliegeflächen und ausreichend Beschäftigung in den Fokus. Die Buchten für Mastschweine und Sauen sollen hierfür in einzelne Bereiche für Ruhe, Aktivität, Fressen und Koten eingeteilt werden.

Voraussetzung dafür ist, dass die Tiere diese Unterteilung auch annehmen. Denn das Tierverhalten, vor allem die Frage, wo die Tiere ihren Kot absetzen, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht zuletzt deshalb hat der Vollspaltenboden den Teilspaltenboden in der Entwicklung der Stallanlagen abgelöst. Damit die Probleme, die die Abschaffung des Teilspaltenbodens ausgelöst haben, nicht zurückkommen, muss sich die Technik entsprechend entwickeln.

Aktuelle Ausgabe
Bauernzeitung 08/2024

Unsere Top-Themen

  • Ratgeber Pflanzenschutz
  • Moderne Melkzentren
  • Biogasanlagen für kleine Tierbestände
  • Märkte und Preise
Zur aktuellen Ausgabe

Tierverhalten nicht leicht zu steuern

Ergebnisse aus der Literatur sowie eigene Untersuchungen zeigen, dass sich jeder Durchgang von Aufzucht- oder Mastschweinen anders verhält. Dafür sind viele Einflüsse verantwortlich, wie die Dominanzverhältnisse in der Gruppe. Die Annahme oder Ablehnung vorgesehener Funktionsbereiche hängt häufig vom Verhalten der sogenannten Alphatiere ab.

Trennen die dominanten Tiere zwischen Kot- und Liegebereich, dann machen es ihnen die anderen Schweine nach, und die Buchten sind sauber. Tun sie es nicht, denken auch die anderen Schweine nicht daran. Als Folge davon verschmutzen die Tiere stark, sie werden zur Emissionsoberfläche, und die Tageszunahmen sinken. Eher etwas untergeordnet, aber nachweisbar spielt das Licht als Impulsgeber eine Rolle für das Verhalten.

So verbringen Hausschweine 80 % ihrer Zeit mit dem Liegen. Dafür ziehen sie sich bevorzugt in dunklere Bereiche mit weniger als 40 Lux zurück. Überbelichtete Ställe sind deshalb nicht tiergerecht. Der wichtigste Faktor im Stall, um Tierverhalten zu lenken, ist die Fußbodentemperatur. In 75 % der Jahresstunden wird der Kot am kältesten Punkt der Bucht abgesetzt. Der Liegebereich ist der davon am weitesten entfernte. Das ist im Zusammenhang mit der hohen Eigenwärmeproduktion zu sehen.

Sie wollen diesen Beitrag in voller Länge lesen?

Probieren Sie unser Digitalangebot!

Ich bin schon Abonnent, bekomme die Bauernzeitung aber nur als gedrucktes Heft – Upgraden Sie jetzt kostenlos!

  • Jetzt ein Jahr kostenlos upgraden
  • Zuverlässig donnerstags lesen
  • Offline-Modus: E-Paper auch ohne Internetzugang lesen
  • Lesemodus nutzen, Artikel speichern, Suchfunktion
  • Zugriff auf das Ausgaben-Archiv

Ich bin noch kein Kunde, und möchte das Digitalangebot 1 Monat lang zum Sonderpreis testen!

  • 4 Wochen lang digital testen!
  • Zuverlässig donnerstags lesen
  • flexibel monatlich kündbar
  • Offline-Modus: E-Paper auch ohne Internetzugang lesen
  • Lesemodus nutzen, Artikel speichern, Suchfunktion
  • Zugriff auf das Ausgaben-Archiv