Symbolbild (c) IMAGO / penofoto

TBV-Umfrage: Erträge beim Ökogetreide

Um einen Überblick zu den Ernteerträgen der wichtigsten Hauptkulturarten des ökologischen Landbaus zu erhalten, führte der Thüringer Bauernverband zum sechsten Mal in Folge eine Ernteerhebung unter ökologisch wirtschaftenden Betrieben durch.

30 Ökobetriebe unterschiedlichster Standorte beteiligten sich an der diesjährigen Umfrage des Thüringer Bauernverbandes. Zusammen bewirtschaften sie 7.800 ha Ackerland ökologisch. Das enstspricht fast 40 % der Thüringer Ökoackerfläche. Diese hohe Flächenabdeckung erlaubt ein realistisches Abbild der Ertragsverhältnisse.

Roggen im Minus

Folgende Ernteergebnisse wurden ermittelt (Stand: 30. August):


  • Winterweizen: 45,2 dt/ha (Ertragsspanne: 25,0–73,2 dt/ha; Abweichung Mittelwert 2016 bis 2020: + 7,1 %)
  • Dinkel: 39,9 dt/ha (18,9 bis 75,4 dt/ha; +3,6 %);
  • Winterroggen: 22,8 dt/ha (1,0 bis 47,3 dt/ha; -25 %)
  • Triticale: 28,9 dt/ha (25,0 bis 60,0 dt/ha; -19,3 %);
  • Wintergerste: 42,5 dt/ha (37,0 bis 61,0 dt/ ha; +6,3 %)
  • Sommergerste: 29,5 dt/ha (25,0 bis 50,0 dt/ha; -13,5 %)
  • Hafer: 34,8 dt/ha (25,0 bis 56,7 dt/ha; -7,9 %).

Die Thüringer Ökogetreideernte 2021 ist aufgrund großer Spannbreiten bei den Erträgen sehr heterogen.

Dabei zeigten Wintergerste und Winterweizen einen im Durchschnitt höheren Ertrag im Vergleich zur vorigen Saison. Alle anderen Kulturen schneiden schlechter ab. Schlusslicht ist dabei der Winterroggen mit einer Abweichung von – 32,9 % zum Vorjahr (34,0 dt/ha). Verglichen mit den vorläufigen konventionellen Erträgen 2021 weichen die ökologischen Ergebnisse zwischen 14,7 % (Hafer) bis zu 61 % (Winterroggen) ab. Niedrigere Erträge müssen über höhere Produktpreise kompensiert werden. Große Ernten, nicht zuletzt wegen dem Umstellungsboom in Deutschland, ließen seit 2019 die Biogetreidepreise sinken.

Absolut betrachtet liegen die Produktionsschwerpunkte des Ökolandbaus in Süddeutschland (Bayern: 370.366 ha; Baden-Württemberg: 186.905 ha) und Nordostdeutschland (Brandenburg: 174.253 ha; Mecklenburg-Vorpommern: 169.033 ha). Auf diese vier Bundesländer entfällt mehr als die Hälfte der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland. Regional variiert die Bedeutung des ökologischen Landbaus in Deutschland beträchtlich. Der relative Flächenanteil reicht von ca. 18 % in Hessen bis zu knapp fünf Prozent in Niedersachsen.

Derzeit 375 Ökobetriebe

In Thüringen wurden 2020 rund 51.000 Hektar Landwirtschaftsfläche ökologisch bewirtschaftet, was einem Anteil von rund 6,6 % entspricht. Es gibt derzeit 375 Ökobetriebe. Ihre durchschnittliche Betriebsgröße lag laut Landwirtschaftszählung 2020 bei 137,4 ha Nutzfläche. Die konventionelle Vergleichsgröße bewegt sich bei 216 ha. 78 der 375 Ökobetriebe im Land steht jeweils mehr als 200 ha Nutzfläche zur Verfügung. Zusammen bewirtschaften diese zwei Drittel der gesamten Ökofläche.


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Kleine Getreidefläche

Thüringer Ökobetriebe sind wesentlich grünlandreicher als ihre konventionellen Kollegen. Nach betriebswirtschaftlicher Ausrichtung betreiben 183 Betriebe Futterbau. Auf Ackerbau konzentrieren sich hingegen nur 130. Dieses Nutzungsartenverhältnis unterscheidet sich wesentlich von den konventionell wirtschaftenden Betrieben.

Auf knapp 21.000 ha Ökoackerland kultivieren Thüringer Bauern laut Landwirtschaftszählung rund 12.000 ha Getreide: Weizen (6.000 ha), Roggen (750 ha), Triticale (600 ha), Gerste (2.000 ha) und Hafer (2.400 ha). Rund 9.000 ha davon entfallen auf 44 Betriebe, die eine Betriebsfläche von jeweils mehr als 200 ha bewirtschaften. red


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