Der Schleppschlauchverteiler SDS 8000 von Agrometer dockt den mitgeführten 550 m langen Schlauch an die zentral im Feld platzierte Kupplung an. © Carmen Rudolph

Mit der Gülleverschlauchung bedarfdeckend düngen

Ein sächsischer Agrarbetrieb testet die Gülleverschlauchung zum bedarfsdeckenden Düngen ohne Stress für Boden und Pflanze. Sie hat Vorteile gegenüber der Fahrt mit vollem Fass über den Acker.

Von Wolfgang Rudolph

Die Kultur optimal und zum besten Zeitpunkt mit Nährstoffen versorgen ist gut. Dabei Bodenverdichtungen vermeiden und die Pflanzen schonen ist besser. Auf diesem Standpunkt steht Marius Feldmann. Der studierte Landwirt leitet den Ackerbau des Agrarunternehmens Oberhoff am Standort Zwethau (Landkreis Nordsachsen).

Zum Betrieb gehören außerdem Ferkelerzeugung und -aufzucht sowie Schweinemast. Angegliedert sind Biogasanlagen und ein Futtermittelhandel. „Wir bewirtschaften eigene Flächen, kooperieren für die Futterbereitstellung aber auch mit vielen Landwirten aus der Region. Auf diesen und weiteren Flächen mit Marktfrüchten gelangt die zu einem Großteil in den Biogasanlagen energetisch verwertete und unter Zugabe von Maissilage zum Gärprodukt aufbereitete Schweinegülle als organischer Dünger zurück auf die Felder. Insgesamt sind das gut 1.000 ha“, informiert Feldmann.

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Gülleverschlauchung: „Schlauchverteilsystem bietet eine gute Bodenschonung“

Das Ausbringen erfolgt entweder mit dem betriebseigenen Güllefass und Schleppschlauchverteiler oder bei den Flächen rund um die Betriebsstandorte Zwethau und Packisch mit dem Verschlauchungssystem Bomech Up eines Lohnunternehmens. Hierbei befördert eine Pumpe am Gärrestlager den organischen Dünger direkt zum Gülleverteiler an der Dreipunktaufhängung des Traktors, der den am Koppelrahmen befestigten Zuführschlauch über die Fläche zieht. „Dieses Schlauchverteilsystem bietet eine gute Bodenschonung. Allerdings hat es eine Arbeitsbreite von 15 Metern, sodass immer einmal zwischen den bei uns zumeist auf 30 Meter Breite angelegten Fahrgassen gefahren werden muss“, merkt der 32-Jährige an.

Beide Systeme finden nach Ansicht des Ackerbauchefs ihre Grenzen, wenn es darum geht, die Düngergabe zu einem Zeitpunkt durchzuführen, an dem die Kultur die bereitgestellten Nährstoffe optimal für Pflanzenwachstum und Fruchtbildung nutzen kann. Entweder ist die Fläche nach dem Winter wegen zu feuchter Bodenverhältnisse noch nicht mit dem schweren Güllefass befahrbar oder der gezogene Schlauch würde an empfindlichen Kulturen zu große Schäden verursachen. Das betrifft beispielsweise Winterraps, der im Frühjahr nach der Regeneration aus dem Winter recht schnell ins Schossen übergeht, während Getreide zunächst eine Bestockungsphase durchläuft, in der sich die Pflanzen nach dem Überfahren schnell wieder aufrichten und erholen.

Gülle: Container befüllen statt den Ausbringer

Der Agrarbetrieb entschloss sich daher, mit dem Gülleverschlauchungssystem des dänischen Herstellers Agrometer in diesem Jahr eine weitere Applikationsmethode zu testen. Es beauftragte damit das in Lemgo (NRW) beheimatete Lohnunternehmen Schafmeister Agrarservice. Das Ausbringen von Gülle und Gärprodukten mit unterschiedlichen, nach eigener Aussage besonders boden- und pflanzenschonenden Verfahren gehört zu den Kernangeboten des Dienstleisters. Dessen Mitarbeiter sind mit der modernen Ausbringtechnik außer im Heimatkreis Lippe auch auf Feldern in anderen Bundesländern unterwegs …

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