Landwirtschaft sollte im Einklang mit der Natur betrieben werden und kann so zum Erhalt derselben beitragen. (c) Werkbild

Pilotprojekt zu Carbon Farming wird erweitert

Reduktion aller wichtigen Treibhausgasemissionen und gleichzeitig eine Erhöhung des organischen Kohlenstoffgehalts im Boden: Das Indigo Carbon Programm ist das erste seiner Art in Europa, das die neue Verified Carbon Standard (VCS) Methodik von Verra verwendet.

Die Methodik des Indigo Carbon Programmes quantifiziert die Reduktion aller wichtigen Treibhausgasemissionen auf dem Betrieb zusammen mit der Erhöhung des organischen Kohlenstoffgehalts fixiert im Boden, die sich aus der Anwendung regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken ergibt.

Dazu gehören der Anbau von Zwischenfrüchten, der Einsatz von weniger synthetischen Düngemitteln und die reduzierte Bodenbearbeitung. Die Anwendung der VCS-Methode gewährleistet die Integrität der Kohlenstoffzertifikate, die durch die Anwendung dieser Praktiken erzeugt werden. Dies zieht bereits das Interesse von Unternehmen wie Barclays, IBM, Maple Leaf Foods, JP Morgan und Ralph Lauren Corporation an, die sich zum Kauf der ersten verifizierten Kohlenstoffzertifikate aus der Landwirtschaft verpflichtet haben.

Das Ziel ist gesetzt

Indigo Agriculture Europe möchte im Einklang mit der Natur Landwirten helfen, die Welt nachhaltig zu ernähren. Beiselen, eines der führenden deutschen Agrarhandelsunternehmen in Familienbesitz, hat sich der Transformation der Landwirtschaft verschrieben. Gemeinsam gaben beide Unternehmen nun eine bedeutende Ausweitung des Indigo-Carbon-Pilotprogramms über Sachsen-Anhalt und Thüringen hinaus bekannt. Dies soll es mehr deutschen Landwirtschaftsbetrieben ermöglichen, am Programm teilzunehmen.

Nach Unternehmensangaben gehören die verbesserte Rentabilität der Betriebe und Produktivität sowie eine erhöhte Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu den Vorteilen des Programms. Die Ausweitung basiere auf den Erkenntnissen und der Dynamik, die im Frühjahr gesammelt worden seien, sowie auf der zunehmenden politischen Unterstützung für Carbon Farming in Deutschland, die sich auch in den neuen Eco-Schemes der GAP widerspiegele.

Landwirtschaftsbetriebe, die über Beiselen am Indigo-Carbon-Programm ab der kommenden Wintersaison teilnehmen, erhalten einen zusätzlichen Anreiz zum Einstieg, um einen Teil der Umstellungskosten zu decken. Dieser Anreiz könne sich in Abhängigkeit von der Größe der am Programm eingeschriebenen Felder und den angewandten landwirtschaftlichen Praktiken erhöhen. Landwirtschaftsbetriebe, die die Qualifizierungskriterien erfüllen, können sich laut Indigo zunächst für fünf Jahre an dem Programm beteiligen. Die Geschwindigkeit und der Umfang, in dem die Landwirtschaftsbetriebe ihre Bewirtschaftungspraktiken ändern, bestimmen die Reduzierung der Emissionen und die Zunahme des organischen Kohlenstoffs im Boden. Dies wiederum bestimmt den Umfang des agronomischen Nutzens und die Anzahl der Kohlenstoffzertifikate, die vom Landwirtschaftsbetrieb erzeugt werden können.

Dynamische Entwicklung

Georg Goeres, Geschäftsführer von Indigo Agriculture in Europa, sagte bei einem Workshop zum Start des Pilotprojekts in der Wintersaison: „Zusammen mit Beiselen haben uns die Fortschritte während unseres Pilotprojekts in der Frühjahrssaison und die Teilnahme der ersten Betriebe außerhalb der Vereinigten Staaten am Indigo-Carbon-Programm sehr ermutigt.

Heute sind etwa 35 Landwirtschaftsbetriebe auf die eine oder andere Weise an der Entwicklung unseres Programms in Deutschland beteiligt. Die neuen GAP-Eco-Schemes zeigen ebenfalls eine echte Dynamik hinter dem Carbon Farming und können zusätzliche Anreize für die Betriebe schaffen, die an Programmen wie Indigo-Carbon teilnehmen. Wir sind auch durch die Entwicklung des EU-CO2-Preises ermutigt, der sich seit Anfang des Jahres mehr als verdoppelt hat. Dies bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass Kohlenstoffzertifikate in den kommenden Jahren eine neue und wertvolle Einnahmequelle für Landwirtschaftsbetriebe sein können.

Um den potenziellen Wert der Zertifikate, die auf ihrem Land erzeugt werden können, zu maximieren, ist es jedoch entscheidend, dass Landwirtschaftsbetriebe an seriösen und wissenschaftlich fundierten Programmen wie Indigo Carbon teilnehmen. Wir freuen uns, mit Beiselen zusammenzuarbeiten, um mehr Landwirtschaftsbetrieben in Deutschland diese Möglichkeit in der Wintersaison zu bieten.“

Indigo Carbon Programm: Test und Erfahrung

Die regionale Ausweitung des Pilotprojekts gebe mehr deutschen Landwirtschaftsbetrieben die Möglichkeit, einen Ansatz zu testen, der gleichzeitig die ökologischen und ökonomischen Prioritäten berücksichtigt. Durch die Teilnahme in diesem Winter können Landwirte wertvolle Erfahrungen mit regenerativen Praktiken sammeln, bevor die vorgeschlagenen GAP-Ökosysteme in Kraft treten, die höchstwahrscheinlich einige der wichtigsten kohlenstofffreundlichen Praktiken beinhalten werden. In der Zwischenzeit könnten Landwirtschaftsbetriebe die agronomischen und ökologischen Vorteile, die das Programm mit sich bringt, bereits realisieren.“ red


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