Henry Elsner fährt mit der Scheibenegge über die gemulchten Flächen. (c) Heike Mildner

Trebnitzer Agrarproduktion: Erntepause gut genutzt

Wie überall steht auch bei der Trebnitzer Agrarproduktions GmbH, unserem Brandenburger Praxispartner, die Ernte an. Bei unserem Besuch am 20. Juli waren Gerste, Grassamen und Wintererbsen schon im Trocknen. Doch bei der Tricitale kam der Regen.

Von Heike Mildner

Trinkt mehr Bier, möchte man raten, es kann ja auch alkoholfrei sein. Dank geschlossener Gaststätten ist der Bedarf an Braugerste um 30 Prozent gesunken. Und so kann sich Frank Schumacher, Geschäftsführer der Trebnitzer Agrarproduktion (TAP), zwar über die Braugerstenqualität der ersten Ernte des Jahres freuen, aber er hat noch keinen Abnehmer dafür. Gut, dass alles, was derzeit von der TAP geerntet wird, auch selbst gelagert werden kann. 48 Doppelzentner haben die Trebnitzer vom Feld geholt. Danach wurden 175 ha Rotschwingel für die Saatgutproduktion gedroschen. Mit zehn Jahren Erfahrung bei der Rotschwingel-Vermehrung gehen die Trebnitzer nun zur Biosaatgutproduktion über.

Maschinen pflegen

Unter anderem auch dafür wurde ein neuer Mulcher angeschafft. Nach der Grassamenernte bringt er die Halme auf einheitlich niedrige Höhe, sodass die Scheibenegge effektiver arbeiten kann. Auf dem Betriebshof wechseln Montagmittag Eckhard Pawlick und Schülerpraktikant Ole die Scheiben der Rutschkupplung. Am Morgen wurde er mit zu viel Druck gefahren, die Scheiben liefen heiß. Daneben versorgt Maik Wilke die Schmiernippel am Mähdrescher. Das ganze Wochenende haben die Trebnitzer die sonnigen Tage für die Ernte genutzt. Auch die Wintererbsen, ebenfalls für die Saatgutproduktion, sind schon im Trockenen. Weiter ging es mit der Triticale, dann kam Regen.

Frank Schumacher ist trotz Unterbrechung der Ernte froh über jeden Tropfen, der fällt. Insgesamt sei es einfach immer noch zu wenig, sagt er. Und zu tun ist genug. Nicht nur Maschinenpflege. Wo der Rotschwingel stand, fährt Henry Elsner mit der Scheibenegge über die bereits gemulchten Flächen. Auf den ehemaligen Gerstenfeldern ist bereits eine Mischung aus Hafer und Erbsen als Zwischenfrucht aufgelaufen. Was ansonsten demnächst in den Boden kommt, wird Schumacher in den nächsten Tagen entscheiden. Die Umstellung auf Bio ist eine besondere Zeit. So würde nach den Wintererbsen Dinkel passen, aber der lohne sich als Umstellungsware nicht.

Und was machen die Blühflächen? Die sehen überall etwas anders aus. Der Streifen mit mehrjähriger Blühfläche, den wir beim Drillen begleitet haben, hat sich vielversprechend entwickelt. Gemeinsam mit Biologin Nina Keller  von yoSana, die das Saatgut geliefert haben, hat Schumacher kürzlich über 20 Sorten entdeckt, auch wenn rein optisch gerade die Melde dominiert. Aber die beschattet auch, was unter ihr heranwächst, so Schumacher.

Umstellung läuft

Alles in allem läuft es gut bei der Bioumstellung der Trebnitzer. „Vieles haben wir auch schon vorher gemacht, zum Beispiel den Zwischenfruchtanbau“, sagt Schumacher. Auch als konventionell arbeitender Betrieb sei er ja nicht komplett anders an den Ackerbau herangegangen. Sicher profitiere er jetzt noch von den sauberen Saatbetten, man werde länger hinschauen müssen.

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