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  • 18.07.
  • 2018.18.07.

Vom Weidelgras in den Winterraps

© Detlef Finger

Landwirt Werner Arndt steuert den betriebseigenen Mähdrescher durch einen früh abgereiften Winterrapsbestand.

Bildergalerie: Vom Weidelgras in den Winterraps


Die Wintergerste ist zumeist die Druschfrucht, die in den Betrieben zuerst vom Feld kommt. Nicht so in der GbR von Werner und Michael Arndt. Die Bottmersdorfer Landwirte hatten die frühe Getreideart nicht im Anbau. So begann ihre diesjährige Ernte im Einjährigen Weidelgras, das zur Vermehrung angebaut wird. An drei Tagen Ende Juni wurde das Gras mit dem eigenen Claas Lexion 650 auf rund 32 ha Fläche gemäht und die Samen aus den Rispen gedroschen. Danach wurden die Schwade noch einmal durch die Maschine geschickt, um die Ernteverluste möglichst gering zu halten. Zu den Ergebnissen hielt sich Seniorchef Werner Arndt bedeckt, weil ein Teil des Erntegutes noch auf der Belüftung lag, dazu Schwund abgeht und eventuell eine Nachtrocknung nötig wird.

Ausfälle beim Futter

Das Heu wurde als Winterfutter für das Fleckvieh gepresst. „Es war nur etwa die Hälfte der sonst üblichen Menge. Aufgrund der Trockenheit waren keine Seitentriebe entwickelt, es fehlte die Blattmasse“, sagt Werner Arndt.

Sohn Michael brachte Anfang Juli auf den Stoppeln Gärrest aus – in der Hoffnung auf einen zweiten Grasaufwuchs, der siliert werden soll. Die Grasnarbe war regelrecht verbrannt. Es bedarf nun ausgiebigen Niederschlags, damit hier wieder etwas wächst. Zuletzt gab es Mitte Juni 3 mm Regen.

Werner Arndt drehte zeitgleich mit dem Mähdrescher die ersten Runden im Winterraps. „So zeitig waren wir noch nie dran“, erzählt der Landwirt. Der Raps sei quasi auf dem Halm vertrocknet. Auf 84 ha stand die Ölfrucht. Mehr als 40 dt/ha ernten die Bottmersdorfer in normalen Jahren, wegen der Dürre sind sie dieses Jahr einiges davon entfernt. Zum Glück hatte Arndt den Preis, der zuletzt rückläufig war, über Vorkontrakte abgesichert. Der Rapssamen ging zum Annahmelager Wanzleben der Magdeburger Getreide GmbH.

Sommergerste folgt

Als nächste Kultur sollte, bevor die Ähren abknicken, die Sommerbraugerstenvermehrung auf 30 ha Fläche vom Halm. Dann folgen Winterweizen auf rund 150 ha, davon 50 ha für die Saatguterzeugung, und sieben Hektar Hafer.

Sorgen macht sich Werner Arndt angesichts des knochentrockenen Bodens um den Zwischenfruchtanbau, mit dem die GbR ihre fünf Prozent ökologische Vorrangfläche erfüllt. Acker brachliegen lassen, kommt für den 62-Jährigen indes nicht in Frage. „Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren“, betont er.  „Wenn Menschen auf dieser Welt verhungern und tagtäglich Nutzfläche verloren geht, kann ich doch keinen Acker stilllegen.“

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