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  • 2018.22.08.

Kein Raps im nächsten Jahr

Traktor mit Gerätekomibnatio aus Kurzscheibenegge und Walze eggt die abgeernteten Rapsstoppel um.

Rapsstoppel

Die Stoppelbearbeitung auf den abgeernteten Rapsflächen, hier der zweite Arbeitsgang, erledigt Michael Arndt mit einer Gerätekombination aus Kurzscheibenegge und Walzen.

Nach der weit unterdurchschnittlichen Ernte der Druschfrüchte, die bereits am 20. Juli nach nur 20 Druschtagen beendet war, gilt das Augenmerk in der Arndt GbR in Bottmersdorf im Bördekreis bereits der Herbstaussaat. Eigentlich müsste dieser Tage der Winterraps in den Boden. Werner Arndt und Sohn Michael haben allerdings nach eingehender Beratung beschlossen, bei der anstehenden Bestellung komplett auf die Ölfrucht zu verzichten. „Wir befürchten, dass die Rapssaat bei der extremen Trockenheit schlecht aufläuft und die jungen Pflänzchen später vertrocknen“, erklärt Michael Arndt. Ein Wetterumschwung sei nicht wirklich in Sicht und das Risiko des Ausfalls des Rapses zu groß. Zumal sich der Pflanzenschutz vor allem in der Auflaufphase aufgrund der gegenwärtigen Zulassungssituation schwierig gestaltet.

Mehr Weizen und Mais

fileadmin/user_upload/Praxispartner/Arndt_GbR/2018/2018_34_Ausfallraps_Arndt_bauernzeitung.jpg»Bild rechts: Die bei der diesjährigen Ernte des Winterrapses aus den Schoten ausgefallenen Samen sind nach einem Regenschauer aufgelaufen

Statt des Rapses sollen mehr Weizen und Mais angebaut werden, zudem wollen die Arndts auf fünf Hektar probeweise Winterhafer ins Feld stellen. In der vorigen Woche war Michael Arndt mit der Stoppelbearbeitung auf den abgeernteten Rapsflächen beschäftigt. Mit dem ersten Bearbeitungsgang sollten die Trockenrisse beseitigt und das Kapillarsystem im Oberboden unterbrochen sowie der Ausfallraps zum Keimen gebracht werden. Beim jetzigen zweiten Arbeitsgang wurden die zwischenzeitlich aufgelaufenen Rapspflänzchen oberflächlich in den Boden eingearbeitet. „Wir wollten nicht zu lange warten, damit der Ausfallraps dem Boden nicht unnötig Wasser entzieht, das dann dem Weizen fehlt“, sagt Arndt junior. Zwar habe es Anfang August einen Gewitterschauer mit 30 mm Regen gegeben, doch zögen Sonne und Wind das Wasser schnell wieder aus dem Boden.

» Bild links: An die Fleckviehrinder der GbR musste auf den Weiden aufgrund der Trockenheit Heu zugefüttert werden

Ende voriger Woche ging parallel im Betrieb die Silomaisernte los. Auf rund 25 ha Fläche wurden frühe 250er-Sorten durch ein Lohnunternehmen gehäckselt. Das Abfahren des Erntegutes zum Silieren übernehmen die Landwirte mit eigener Technik. Der Gedanke an die wegen der Dürre sehr angespannte Futtersituation treibt den Arndts indes Sorgenfalten auf die Stirn. Vom Grünland konnte bislang neben Heu nur etwa ein Fünftel der sonst üblichen Menge an Grassilage gewonnen werden. Mithin fehlt noch einiges, um die Fleckviehrinder sicher über den Winter bringen zu können. Wegen des akuten Futtermangels haben die Landwirte eine Fläche mit einem Nachbarn getauscht. Arndts erhoffen sich von dessen mehrjährigem Ackergras, das eigentlich umgebrochen werden sollte, noch einen weiteren Aufwuchs, den sie dann silieren könnten.

Futterreserven auftun

» Bild rechts: Beim Einjährigen Weidelgras, das zu Vermehrungszwecken angebaut wurde, ist der erhoffte zweite Aufwuchs ausgeblieben.


Die in das eigene, auf rund 30 ha zur Vermehrung angebaute Einjährige Weidelgras gesetzten Hoffnungen haben sich unterdessen zerschlagen. Der Bestand war nach dem Drusch nur spärlich nachgewachsen und sofort in die generative Phase übergegangen. „Dort wachsen eventuell noch Untergräser nach“, gibt Michael Arndt die Zuversicht nicht auf.

Zumindest können die beiden Bördebauern etwas von den zuletzt gestiegenen Erzeugerpreisen für Getreide profitieren, weil sie beim Abschluss von Kontrakten für Konsumware vorsichtig herangegangen sind. Die Freude darüber dämpfen aber die vergleichsweise schwachen Hektarerträge. Der Raps, der in normalen Jahren mit Beizung gut 40 dt bringt und in der Spitze auch 50 dt erreicht, lag in diesem Jahr bei 25 bis 35 dt. Der Weizen, sonst mit um die 80 dt Ertrag und in Rekordjahren auf dem Lößboden auch mal mit bis 100 dt, drosch je nach Schlag zwischen 60 bis 75 dt – mit sehr guten Kornqualitäten. Schwer erwischt hat die Dürre die Sommergerste: Statt sonst ebenfalls bis 80 dt/ha waren es nur knapp die Hälfte.

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