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  • 2018.26.09.

Greening-Auflagen: Zwischenfrüchte für Biodiversität

Stoppelsturz © Detlef Finger

Ein Arbeitsgang: Stoppelsturz und gleichzeitig Aussaat der Zwischenfrüchte zur Schaffung ökologischer Vorrangflächen im Betrieb.

Die weiter anhaltende Trockenheit bereitet Werner und Michael Arndt Sorgen. Die Bottmersdorfer Landwirte haben witterungsbedingt zwei Drittel weniger Silomais geerntet als in normalen Jahren. Die Feldfrucht dient als Gärsubstrat für die Biogaserzeugung, das der Betrieb an Vertragspartner liefert, aber auch als Winterfutter für den eigenen Fleischrinderbestand. Zu den Ertragseinbußen gesellten sich Qualitätsminderungen. Das Erntegut, das von einem Lohnunternehmen gehäckselt wurde, wies teilweise Trockensubstanzgehalte von über 40 % auf. „Für einen guten Siliererfolg ist das zu hoch“, weiß Landwirt Werner Arndt um die Schwierigkeiten infolge der Dürre.

Späte Rübenernte

» Bild links: Werner Arndt holte sich auf der Mitgliederversammlung des Zuckerrübenanbauerverbandes Informationen zur Kampagne.

Am vorvergangenen Freitag war der Seniorchef des Betriebes zur Mitgliederversammlung des Zuckerrübenanbauerverbandes Magdeburg in Klein Wanzleben. An das dortige Werk der Nordzucker AG liefert die GbR ihre Rüben von rund 60 ha Anbaufläche. Die Ernte der Hackfrüchte lässt ebenfalls nicht viel Gutes erwarten, die anhaltende Dürre hat auch ihnen arg zugesetzt. Die Rübenkörper sind zum Teil klein, der Boden ist ausgetrocknet und knochenhart.

Die Rodung der Rüben lässt die Bottmersdorfer GbR in Dienstleistung erledigen. Wie Werner Arndt sagte, ist der Betrieb aufgrund seiner Nähe zur Zuckerfabrik für die Spätrodung vorgesehen. Die Rüben sollen im Dezember zur Verarbeitung abgeholt werden und sind dazu am Feldrand an festen Wegen zu lagern, die auch unter winterlichen Bedingungen von der Spedition erreichbar sind.

Die Vermarktung ihrer Rüben an die Fabrik haben die Arndts über dreijährige Liefervereinbarungen abgesichert. Die Bottmersdorfer haben dabei eine Kombination aus festen und variablen Verträgen gewählt. „Das ist auch eine Frage der Planungssicherheit für uns“, begründet Werner Arndt die Entscheidung für die mehrjährigen Vertragsmodelle. Die Lieferverträge laufen vorerst bis 2019.

Michael Arndt war auch in der vergangenen Woche mit der Stoppelbearbeitung sowie der Saatbettbereitung für die Aussaat der Zwischenfrüchte beschäftigt. Diese werden auf knapp 60 ha Fläche gedrillt, auf denen im nächsten Frühjahr als Folgekultur Mais in Hauptfruchtstellung angebaut wird. Damit erfüllt der Betrieb seine Greening-Verpflichtungen im Rahmen der EU-Bestimmungen zu den landwirtschaftlichen Direktzahlungen. Diese verlangen die Bereitstellung von fünf Prozent ökologische Vorrangflächen (öVF) auf dem gesamten betrieblichen Ackerland. Der Zwischenfruchtanbau wird mit dem Faktor 0,3 anerkannt. 3,33 ha Zwischenfrucht ergeben damit einen Hektar ökologische Vorrangfläche. Die hierfür zugelassenen Arten für Kulturpflanzenmischungen sind in einer entsprechenden Liste detailliert aufgeführt. In Bottmersdorf kommt eine spezielle Greening-Mischung zum Einsatz, die von der Deutschen Saatveredelung AG (DSV) angeboten wird. Sie enthält u. a. Samen von Phacelia (Phacelia tanacetifolia), Weißem bzw. Gelbsenf (Sinapis alba), Ölrettich (Raphanus sativus) und Rauhafer (Avena strigosa).

Vertrocknet Saat?

Wegen der anhaltenden Trockenheit hat der Familienbetrieb bereits Abstand von der Aussaat von Winterraps genommen. Zu groß ist Werner und Michael Arndt das Risiko, dass die Samen der Ölfrucht zunächst zwar keimen, die jungen Pflänzchen dann aber vertrocknen. Deshalb haben die beiden bei ihrem jetzigen Tun auch ein ungutes Gefühl: Wenn es nicht bald ergiebige Niederschläge gibt, die die Wasserversorgung der Feldkulturen sichern, könnte auch die Zwischenfrüchte jenes Schicksal ereilen – mit allen bürokratischen Folgen für die Landwirte.

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