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  • 2018.31.10.

Dürre: Sparsamer Umgang mit Futter nötig

Vieh steht um Futtertrog azf der Weide

Strohzufütterung © Detlef Finger

Dem Fleckvieh wird auf den Weiden der Arndt GbR Stroh zugefüttert, weil kaum Grasaufwuchs vorhanden ist.

Temperaturmäßig Einzug gehalten hat der Herbst in den letzten Tagen auch in der Börde, doch der Regen lässt weiter auf sich warten. „Wir hatten seit Jahresbeginn nur 170 Millimeter Niederschlag“, stellte Werner Arndt vorige Woche ernüchtert fest. Im langjährigen Mittel fallen in Bottmersdorf 480 bis 540 Liter Jahresniederschlag.

Kaum vorstellbar, dass das Defizit in den verbleibenden rund 60 Tagen bis Jahresende noch ausgeglichen wird. „Starkregen können wir aber auch nicht gebrauchen“, schiebt der Landwirt nach. Denn dann bestehe die akute Gefahr, dass der staubtrockene Boden oberflächig abgeschwemmt wird und die noch jungen Saaten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Erleichtert zeigte sich der Betriebsleiter über die wenn auch nur wenigen Millimeter Niederschlag der vergangenen Wochen, die zumindest das Ausfallgetreide zum Keimen brachten. So konnten er und sein Sohn Michael wenigstens eine halbwegs vernünftige Stoppelbearbeitung durchführen.

» Bild links: Die Drillmaschine hat vorerst Pause, alle Herbstkulturen sind im Betrieb Arndt inzwischen im Boden.

Die Herbstbestellung haben die beiden vor gut zwei Wochen abgeschlossen. In der Vater-Sohn-GbR kam auf rund 150 ha Winterweizen in den Boden. Auf etwa 40 ha war der in der Vorwoche bereits aufgelaufen. Weil die Landwirte wegen der anhaltenden Trockenheit auf den Rapsanbau bewusst verzichteten („Alles richtiggemacht; andere haben ihren Raps umgebrochen.“), stellten sie auch 30 ha Wintergerste ins Feld – der Vielfalt der Fruchtfolge wegen. Probeweise bauen sie zudem erstmals etwa 6 ha Winterhafer an.

» Bild rechts: Um Winterfutter zu sparen, bekommen die Fleischrinder der Arndt GbR auch Apfeltrester und Spreu in den Trog.

Mit großer Sorge schauen die Arndts, die neben Ackerbau auch Viehwirtschaft betreiben, auf den bevorstehenden Winter. Aufgrund der Dürre ist der Futtervorrat weit geringer als in Normaljahren. Die Fleischrindzüchter erreichte von der Zuckerfabrik nun auch noch die schlechte Nachricht, dass die georderte Menge an Nassschnitzeln aufgrund niedriger Rübenerträge um die Hälfte gekürzt werden müsse. Um nicht jetzt schon auf die Winterreserven zuzugreifen, bleibt das Fleckvieh daher so lange wie möglich auf den Weiden. Da der Grasaufwuchs nur äußerst spärlich ist, wird Stroh zugefüttert. Auch Spreu und Apfeltrester kommen in den Trog, um Heu zu sparen. „Das böse Erwachen kommt im Frühjahr“, befürchtet Werner Arndt. Weil infolge der diesjährigen Dürre viele Stellen auf dem Grünland verbrannt sind, werde man um das Nachsäen nicht umhinkommen. Das aber sei teuer, weil der Grassamen im Preis stark gestiegen ist. Hinzu komme, dass die eingesäten Flächen dann nicht sofort beweidet werden können.

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