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  • 2014.21.08.

Zeitdruck auf den Feldern

© Birgitt Schunk

Mehr denn je in diesen Tagen gefragt: Dirk Grigutsch (r.) misst die Feuchte, ehe Marko Bechstein in die Vollen gehen kann.

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Maria Benndorf sitzt in diesem Sommer erstmals eigenverantwortlich auf dem Mähdrescher und bringt die Ernte mit ein. Als Azubi konnte sie bereits reinschnuppern, doch als Vollzeitkraft im Komplex ist es ihre Premiere. Die 24-Jährige aus dem Altenburger Raum hat ihren Landwirt mit Fachhochschulreife und danach an der Fachschule Stadtroda den Abschluss als Betriebswirtin macht. Jetzt ist sie in der TZG tätig. „Das macht schon Spaß, aber man muss sich voll konzentrieren“, sagt sie. Das Mähwerk muss gut einsetzen, damit nichts verschenkt wird. Das Stroh muss gerade liegen, um dem Bergeteam die Arbeit nicht zu erschweren.

Außergewöhnliche Erträge

Der Erntebeginn hatte optimistisch gestimmt. Bei sommerlichem Wetter ging es vorwärts. Bei der Sommergerste wurden sogar an die 78 dt/ha (!) erreicht. „Das hatten wir noch nie“, sagt Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch. Und auch beim Raps war man mit 40 dt/ha zufrieden. „Schließlich sind wir benachteiligtes Gebiet.“ Regenschauer haben jedoch in der letzten Zeit immer wieder die Druscharbeiten unterbrochen. Und wenn die Mähdrescher dann mal rein in die Bestände können, ist es meistens nur für kurze Zeit. „Gestern ging es gerade mal zwei Stunden, dann kam wieder ein Schauer“, so Grigutsch. „Außerdem geht es auf Ende August zu. Die Tage sind kürzer und recht zeitig am Abend zieht die Feuchte wieder ins Getreide.“ Eine eigene Trocknung hat der Betrieb nicht.

Ein Drittel auf dem Halm

Dem Pflanzenbauchef und seinen Leuten sitzt die Zeit im Nacken. Zum heutigen Tag steht immerhin von rund 1.100 Hektar noch ein gutes Drittel auf dem Halm. 6.000 Bündel Stroh braucht der Betrieb für seine Tierbestände, bislang ist noch nichts geborgen: „Das Stroh liegt schon über eine Woche, immer wieder haben uns Schauer einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Grigutsch. Ans Pressen war nicht zu denken. Im vergangenen Jahr hatte die TZG am 17. August mit der Rapsaussaat begonnen und war am 2. September fertig. Heute ist noch nicht ein Hektar Raps gedrillt. Entweder die Flächen sind noch belegt oder so feucht, dass die Technik nicht drauf kann.

Proteinwerte enttäuschen

Mit den drei eigenen Mähdreschern und einem zusätzlichen vom Lohnunternehmer soll ein schnelles Ende herbeigeführt werden, denn der Weizen muss schleunigst vom Feld. Die Qualität hat schon stark gelitten. Bislang gingen die Fallzahlen gerade noch. Die Proteinwerte seien in diesem Jahr ohnehin schon „jenseits von Gut und Böse“.

Birgitt Schunk

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