• 2012
  • 30.11.
  • 2012.30.11.

Zeit zum Warten

Die Zwischenprüfungen im kommenden Februar sind längst ein Thema, sagt Bianca, Landwirt-Azubi im 2. Lehrjahr. In der Berufsschule in Schwerstedt schrieben sie schon die ersten Testarbeiten unter Prüfungsbedingungen. Und auch daheim beginne sie damit, sich vorzubereiten. Im Betrieb geht es für die „Ackerbau-Brigade“, zu der Bianca in diesen Tagen gehört, abwechslungsreich zu. „Vorige Woche war ich mit in der Werkstatt. Da haben wir Pflüge instandgesetzt.“ Anfang dieser Woche machten sie sich daran, mit Minibagger und Motorsäge bewaffnet, Gräben zu pflegen. Eigentlich eine Aufgabe der Gemeinden, sagt Ackerbauchef Dirk Grigutsch am Rande. Gestern früh musste Bianca zudem Gerste verladen, die in der hofeigenen Mühle als Rinderfutter geschrotet wird. Dann ging es wieder in die Werkstatt, Eggenzinken auswechseln. Ganz klar ein Azubi-Job, davon bekommt man „Körner“. Geschmiedet würden die heute natürlich nicht mehr, ist Bianca froh.

 

Gewartet wird in der TZG momentan auch die Biogasanlage, genauer gesagt der dritte Fermenter. 2003 ging die 2 x 240 kW-Anlage als erste im Kreis Gotha in Betrieb. Die anderen beiden Fermenter erhielten bereits in den Vorjahren eine neue Versiegelung im Innenraum. Die obere Betonschicht wird per Sandstrahl abgetragen und mit einem Spezialharz überzogen. „Wir versuchen dabei so viel wie möglich selbst zu machen“, sagt Uwe Seifert, der die Abteilung Bau und Projektentwicklung der TZG leitet. Beim letzten Fermenter, der als Nachgärer dient, musste man nach den neun Jahren die Betonschicht doch tiefer abgetragen als erhofft und mit Spritzbeton wieder erneuern. Das übernahm nunmehr eine Spezialfirma. Dadurch verzögerte sich die Wartung, und das Harz, das bei Wintertemperaturen nicht verarbeitet werden kann, kommt erst im Frühjahr drauf. Die Leistung der Anlage sei dadurch aber nur unwesentlich eingeschränkt, sagt Uwe Seifert. Bei der TZG hatte man seinerzeit großzügig gebaut. Weil nahezu die gesamte Wärme der Anlage innerbetrieblich genutzt wird, ist eine stabile Leistung, gerade im Winter, von Bedeutung. Insbesondere der Melkstall, das Schlachthaus und die Fleischerei sind darauf angewiesen. Warme Duschen für die Mitarbeiter, eine beheizte Werkstatt und warme Büros sorgen für gute Stimmung, weiß Seifert. Über 50 000 Euro Erdgas- und Heizölkosten werden so in Ernstroda im Jahr eingespart. Und weil die Biogasanlage ausschließlich auf Güllebasis mit Siloresten gebaut wurde, also kein einziger Hektar für den Substratanbau gebraucht wird, sind das echte Einsparungen.


 

 

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