• 2012
  • 05.10.
  • 2012.05.10.

Wie die Profis

Kaum dass das zweite Ausbildungsjahr für Ricardo in der TZG begonnen hat, musste er in dieser Woche ran: Weizendrillen - ohne Netz und doppelten Boden. Richtig Bammel verspürte er nicht, aber doch Respekt. Allein mit der Drille auf einem großen Schlag: Er wisse wohl um die Verantwortung, die auf diesem Arbeitsschritt lastet, sagt Ricardo. Nicht nur, dass der Grundstein für die Ernte 2013 gelegt werde. Wer die Leitspur setze, dem müssten alle Kollegen folgen, von der Bestandspflege bis zur Mahd. Alles sei gut gelaufen, bis auf eine Splitterfläche, sagt Ricardo. Hier hatte er sich ein wenig verpeilt und nicht an der längsten geraden Ackerkante orientiert. Ausbildungsleiter Arnd Hölzer meint, dass das passieren könne in der Ausbildung und kein Drama sei. Der Spritzenfahrer wird dennoch grummeln.

 

Bis auf 70 ha Weizen, die auf den letzten Mais folgen (der spätestens in zehn Tagen im Silo sein wird), ist die Herbstaussaat in Ernstroda abgeschlossen. Große Veränderungen im Anbauumfang gibt es keine, mit Ausnahme des Roggens, der nicht mehr im Feld stehen wird. Diese knapp 70 ha gehen an den Weizen (530 ha) und den Mais. In den letzten Wochen kamen zudem auf 175 ha Wintergerste und auf 350 ha Raps in den Boden.

 

Bei der Sommergerste plant man in Ernstroda mit gleichbleibenden 60 ha. Die letzte Partie der Sorte Grace aus der diesjährigen Ernte verließ erst am Donnerstag das Gelände Richtung Malzwerke Erfurt. Damit ist jetzt alles vorkontraktierte Getreide vom Hof. Während die komplette Wintergerste in der TZG-eigenen Schrotmühe verarbeitet (in Ernstroda ein Azubi-Job) und im Betrieb verfüttert wird, geht es jetzt vor allem noch um die freie Weizenvermarktung. Das läuft über langjährige Handelspartner. Die Preise sind derzeit nicht so berauschend, weiß Sara Burkhardt, seit einer Woche stellvertretende Leiterin des Pflanzenbaus. Dennoch wird bei annehmbaren Tagesangeboten zugeschlagen. Das betraf in dieser Woche etliche A-Weizen-Partien.

 

Für das Verladen trug Theresa die Verantwortung. Knapp eine halbe Stunde dauert es, bis 25 Tonnen Weizen auf dem Sattelzug verladen sind. 17 bis 18 Schaufeln des Merlo-Radladers braucht die Landwirt-Auszubildende des 3. Lehrjahres dafür. Vier Getreidefuhren im Gesamtwert von über 20.000 Euro machte sie am heutigen Freitag klar. Dieser „Neben-Job“ sei wesentlich spannender als ihr eigentliches Tagwerk, urteilte Theresa über das Silowalzen.

 

 

comments powered by Disqus

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr