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  • 11.04.
  • 2014.11.04.

Weltall Erde Landwirt

© Frank Hartmann

Der 42 Hektar große Grünlandschlag ist reich strukturiert.

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Naht der Mai, ist die Spannung kaum noch auszuhalten, fast wie im Krimi: Satelliten überwachen im Auftrag Brüsseler Kommissare Hecken, Feldgehölze und Schatten werfende Bäume. Landwirte, mit GPS-Geräten bewaffnet, schleichen tage- und wochenlang um Büsche herum und auf die Deadline zu. Der Antrag im Rahmen des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS) muss pünktlich ins Amt.

Der Abgleich der TZG-Feldblöcke ist in diesen Wochen Sara Burkhardts Job. Knapp ein Fünftel der Schläge gleicht die stellvertretende Pflanzenbauchefin in diesem Frühjahr per GPS mit den Daten aus dem Landwirtschaftsamt ab. „Weil die Verwaltung mit einem neuen Satellitensystem arbeitet, haben sich zum Teil die Koordinaten verschoben“, erklärt sie die Lage. Und natürlich ändert sich auch mal die Natur. Gerade auf den Dauergrünlandflächen in den Höhenlagen, die nicht immer mechanisierbar sind.

Insgesamt drei Tage brachte Sara Burkhardt, begleitet von BA-Studentin Theresa, mit einem 42 Hektar großen Grünlandschlag bei Schwarzhausen zu. „Zwei Tage waren wir draußen, einen Tag hat die Nachbereitung in Anspruch genommen.“ Nahezu 100 Landschaftselemente strukturieren den Schlag, vier Fünftel hätten sie neu vermessen. „In der amtlichen Feldblockkarte ist beispielsweise eine Feldgehölzfläche eingetragen, die tatsächlich eine Baumreihe ist.“ Gehölz oder Baumreihe: Im InVeKoS-Antrag ist das ein großer Unterschied, weil ja „Bäume keine Flächen beanspruchen“. Dort, wo es womöglich zu unterschiedlichen Auffassungen mit der Behörde kommen könnte, hat Sara Burkhardt zur Sicherheit noch Fotos gemacht. Am 30. April hat die TZG ihren Erörterungstermin im Landwirtschaftsamt.

Sara Burkhardt räumt ein, dass nicht alle Schläge so viel Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch ist der Aufwand enorm. So würde in allen Fällen, wo im Feldblock Flächen der TZG mit denen eines Nachbarbetriebes aufeinandertreffen, ein Abgleich mit den Kollegen vorgenommen. Um sicher zu gehen, auch das sei Prinzip in der TZG, versuche man nicht „auch noch den letzten Ar“ in den Antrag aufzunehmen. Das Risiko, zu viel Fläche im Antrag gemeldet zu machen, sei schwer kalkulierbar; die Folgen im Kontrollfall sind unabsehbar.

Eine Kontrolle der anderen Art mussten jetzt im Übrigen die beiden TZG-Azubis aus dem zweiten Lehrjahr über sich ergehen lassen: Die Zwischenprüfungen in Theorie und Praxis standen für Landwirt Kai und Tierwirtin Ute an. Beide sind mit gut bzw. befriedigend durchgekommen. Die Ausbildung kann also weiter gehen.     
 

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