• 2013
  • 02.08.
  • 2013.02.08.

Von der Ernte zur Prüfung

Nach den Schauern der letzten Tage ging gestern die Ernte in der TZG Ernstroda weiter. Die letzten 30 Hektar Wintergerste kamen vom Halm. Gegen 15 Uhr gab es grünes Licht. Seitdem drehten zwei der drei Mähdrescher ihre Runden. Azubi Ricardo Mesch stand mit Traktor und Anhänger in Reichweite und wartete auf das Signal zum Abbunkern. Ein paar Momente blieben bis dahin Zeit - auch für ein kurzes Gespräch mit Pflanzenbauchef Dirk Grigutsch am Feldrand. Vom ihm will der Lehrling wissen, warum der Weizen, der die Wintergerstenbestände hier und da durchsetzt, inzwischen recht dunkel aussieht. Pilzbefall ist der Grund dafür. Die Feuchte der letzten Tage hatte dafür gesorgt. „Wir haben speziell die Wintergerste dagegen behandelt, was seine Wirkung auch nicht verfehlt hat, wie man sieht“, sagt der Pflanzenbauchef. Auf den Weizen, dem man hier keine besondere Aufmerksamkeit widmete, schlug die Maßnahme allerdings nicht durch. Er war von der Vegetation her später dran und wird „geduldet“, weil die Wintergerste auf jenen Schlägen in Ernstroda in die eigene Futterreserve geht. Sehr aufmerksam hört der angehende Landwirt auf einen Fakt, den Grigutsch fast nur nebenbei erwähnt. Demnächst wird zu Demonstrationszwecken ein nagelneuer Xerion 5000 mit Horsch Grubber im Betrieb vorgeführt. Ricardo ist absolut heiß darauf, mitzufahren und hakt mehrmals nach, ob das denn möglich sein wird. Der Pflanzenbauchef weiß um die Begeisterung des jungen Mannes für die moderne Technik, verbindlich zugesagt hat er jedoch noch nicht. „Wir werden sehen.“ Auf einem Nachbarschlag zieht Azubi Theresa Kunze derweil ihre Runden auf einem abgeernteten Feld. Sie lüftet das Stroh, um die Trocknung zu beschleunigen. Und Grigutsch kontrolliert. Dazu genügt ein Griff in die Halme. Das, was bereits vor einigen Stunden „bewegt“ wurde, kann in die Presse. Der Rest ist noch recht feucht. Die Tage als Lehrling sind für Theresa gezählt. Kommenden Dienstag will sie - ebenso wie Azubi-Kollege Till - ihre letzte Prüfung bestehen. Es geht dabei um die Praxis in Tier- und Pflanzenproduktion. Mit dem Melken hat sie sich in den letzten Tagen noch mal beschäftigt, auch mit der Technik wie dem Grubber. Am Wochenende wird es auch für sie rund gehen in Sachen Ernte – Sonne ist angesagt. Am Montag aber – kurz vor der Prüfung also – hat Grigutsch ihr einen freien Tag zur Vorbereitung in Aussicht gestellt. „Wenn es ganz eng wird zumindest eine halben.“ Auch Till hat schon mal vorgefühlt wegen der Prüfungsvorbereitung. Und weil die TZG auch selbst an guten Ergebnissen interessiert ist und engagierte junge Leute hier mehr sind als günstige Arbeitskräfte, wird man sicher einen Weg für eine kleine Auszeit finden. Birgitt Schunk

 

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