• 2014
  • 16.05.
  • 2014.16.05.

Rinderpistole und Galantine

© TZG

Fleischer-Team der TZG: Florian Clarenbach und sein Chef Lutz Trott.

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Die letzten Wochen hatten es für Florian Clarenbach in sich: Seit März absolvierte er den fachpraktischen und -theoretischen Teil seiner Qualifizierung zum Fleischermeister. Statt ab 3.30 Uhr in der Frühe in Ernstroda zu schlachten, Hälften zu zerlegen und Wurst zu machen, drückte er sieben Wochen am Stück die Schulbank in Kulmbach. Dort, bei der Handelskammer Oberfranken, konnte er den letzten Abschnitt seiner Meisterausbildung absolvieren. „In Erfurt war der Kurs mangels Bewerber nicht zustande gekommen“, berichtet der 26-Jährige. In der Thüringer Landeshauptstadt hatte er Ende 2012 seine Meisterausbildung begonnen, den technischen Fachwirt und die Ausbildereignung erlangt.

Sehnsucht nach Handwerk

Zu diesem Zeitpunkt war Florian Clarenbach gerade mal ein halbes Jahr bei der TZG beschäftigt: „Gelernt habe ich in einem richtigen Handwerksbetrieb und arbeitete anschließend in einer Industriefleischerei.“ Dort wuchs mit der Zeit die Sehnsucht zurück ins Handwerk. Die TZG suchte Fleischer und fand den jungen Mann. „Mein Ernstrodaer Abteilungsleiter Lutz Trott schlug mich nach sechs Monaten für den Meisterkurs vor.“ Das hätte ihn zusätzlich motiviert. Und die TZG übernahm die Hälfte der Ausbildungskosten.

Bester des Jahrgangs

Weil der Fachteil der Meisterschule in Vollzeit stattfand, beschleunigte sich die Zeit bis zu den Abschlussprüfungen. Die theoretischen blieben jenen Meisterschülern erspart, die den Kurs zuvor mit sehr guten Noten belegt hatten. Der Ernstrodaer Fleischer gehörte nicht nur einfach dazu. Selbstbewusst erzählt er, dass er der Beste seiner Klasse war.

Harte Prüfung

Die praktischen Prüfungen zogen sich drei Tage hin. Florian zählt auf: Rinderpistole (Keule mit Roastbeef) und Rinderschulter auslösen und zerlegen; Thüringer Rotwurst und Bayrische Bierwurst sowie zwei Galantinen herstellen (Florian füllte zwei ganze Hähnchen: eines mit Wildschweinpastete, das andere mit Ei und Paprika); eine Mosaikpastete „zaubern“ (dunkles und helles Bret im Schachbrettmuster); Canapés anrichten; eine Grillfleischplatte zusammenstellen (selbst zerlegt und darauf achtend, dass sich die Stücke für die optimale Garzeit eignen); Rinderrouladen kochen und mit Klößen und Rotkraut anrichten (Klöße und Rotkraut mussten gekocht, aber nicht selbst gemacht werden); ein Verkaufsgespräch führen. „Ich schätze, dass ich an den drei Prüfungstagen zusammen 40 Stunden geackert habe.“ Den Meisterbrief gibt es im Herbst in Bayreuth.

Zukunft in Ernstroda

Bei der TZG ist man froh, dass Florian seine Zukunft in Ernstroda sieht. Und er selbst, so versichert der junge Mann, fühlt sich hier sehr wohl.  Wenn sein Chef Lutz Trott in einigen Jahren in Rente geht, will er an dessen Stelle treten und Verantwortung übernehmen. Übrigens: Kommende Woche, am 22. Mai, erstrahlt der Bauernmarkt Ernstroda in neuem Glanz. Die Modernisierung ist dann abgeschlossen und wird den ganzen Tag gefeiert.

Frank Hartmann

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